Hauptmenü öffnen

Hotel Steinlechner

(Weitergeleitet von Gasthaus Steinlechner)
Gasthaus Steinlechner in Parsch
Gasthaus Steinlechner, Nordansicht

Das HotelSteinlechner (später Gasthaus und heute Steinlechner - Jedermanns Wirtshaus) ist ein Salzburger Gaststätte. Es ist heute im Besitz der Trumer Privatbrauerei.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Steinlechner ist eines der ältesten Gebäude des Salzburger Stadtteils Parsch. Als solches erhielt das sogenannte "Brodhäusl" 1830 mit der Einführung des Franciszäischen Katasters die "Conscriptions-Nummer" 1. Von 1820 bis 1912 war das Haus, das zumindest ab 1844 als Gasthaus geführt wurde, in Besitz der Familie Steinlechner. 1887 scheint es als Hotel im Fahrplan einer Omnibuslinie vom Staatsbahnhof zum Zahnradbahnhof Parsch auf.[1]

In historischen Zeitschrift wird es fortan als Hotel bezeichnet. 1927 kam es zu einem Umbau. 1932 logierte Fürstin Ernestine Thun-Hohenstein längere Zeit im Hotel Steinlechner. Im Dezember 1934 waren Graf und Gräfin Walderdorff von Schloss Würting (.), Leopold Graf Strasoldo aus München, Elisabeth Prinzessin Orleans Braganza und Tochter aus Rom, Graf und Gräfin Carl Thun aus Starnberg, Bayern (u. a.) abgestiegen.[2]

Zu dieser Zeit muss Josef Schnöll (* 4. Februar 1882; † 24. Jänner 1960) der Besitzer gewesen sein.[3][4] Die Bezeichnungen ändern zwischen Hotel, Gasthof und Pension.

Ende Juli 1948 war eine Reihe ausländischer Journalisten anlässlich der Salzburger Festspiele im Gasthof Steinlechner untergebracht.[5]

Jedenfalls in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde es (wieder) als Hotel geführt. Dirigent Karl Böhm wohnte über viele Jahre während seines Aufenthalts anlässlich der Salzburger Festspiele im Steinlechner. Anfang der 1980er-Jahre war der Betrieb kurz im Besitz von Erich Holzmann. 1988 quartierte sich der Maler Friedensreich Hundertwasser einen Sommer lang beim Steinlechner ein und startete von hier aus seine Aktion gegen die "Europäisierung" der österreichischen Nummerntafeln.

Dann wurde es als "Heuriger" (großer Raum) und "Bieriger" (kleine Bar) geführt und stand damals kurz vor dem Abriss. Der Kreuzungsbereich Aigner Straße, Gaisbergstraße, Bürglsteinstraße sollte massiv ausgebaut werden und das traditionsreiche Haus dafür geopfert werden. Unter dem ÖVP-Gemeinderat Toni Bucek formierte sich Widerstand gegen diese Pläne, unterstützt von den lokalen Zeitungen konnte der Abriss verhindert werden.

In den 1990er-Jahren wurde das Haus von der Trumer Privatbrauerei renoviert, aus dem "Bierigen" wurde eine Bar, aus dem "Heurigen" ein Wirtshaus. Bis Herbst 2017 bot es 160 Gästen im Lokal bzw. 80 Gästen in der Bar Platz. Der Gastgarten im Sommer fasste 300 Personen. Berühmt war das Wirtshaus für seine Flügerl- und Ripperlplatten, Schnitzelvariationen sowie diverse Spezialitätenwochen.

Im Frühjahr 2016 hatte Gastronom Berti Mielach die Führung des “Steinlechners” aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Am 31. Juli 2017 sperrte sein Nachfolger, die L.I.S.A.-Berlot Gastronomie GmbH, zu und am 25. September 2017 wurde bekannt, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden musste.[6]

Bereits einen Tag nach dem Bekanntwerden der Insolvenz berichteten die Salzburger Nachrichten, dass der 26-Jährige Thomas Gschwandtner der neue Pächter sei. Nach einer bereits laufenden Renovierung des Hauses (Tische und Böden wurden abgeschliffen, Küche und Toiletten erneuert, Fassade gestrichen) soll der Steinlechner am 26. Oktober 2017 unter neuer Führung wieder aufgesperrt werden. Gschwandtner wolle ein klassisches Wirtshaus mit traditioneller Salzburger Wirtshausküche betreiben. Partys bis spät in die Nacht wie unter dem langjährigen Wirt Mielach soll es nicht mehr geben. Gschwandtner sei kein Clubbing-Typ, wie er gegenüber den SN sagte.[7]

Adresse

Steinlechner - Jedermanns Wirtshaus
Aigner Straße 4
5020 Salzburg
Telefon: (06 62) 63 36 33

Erreichbarkeit

Nächste Haltestelle

Website

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe 6. Juni 1887, Seite 3
  2. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 1. Dezember 1934, Seite 17
  3. Inschrift auf seinem Grabstein im Friedhof Aigen.
  4. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 18. März 1932, Seite 26
  5. Quelle ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 30. Juli 1948, Seite 4
  6. Quelle www.salzburg24.at, abgefragt am 25. September 2017
  7. Salzburger Nachrichten, 26. September 2017