Festung Hohensalzburg

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Die Festung Hohensalzburg, Luftbild,
45 sek Video
Herbstimpression der Festung vom Müllnersteg aus
Abendliche Festung vom Müllnersteg aus
Luftbild der Festung
Luftbild der Festung aus dem Jahr 1956
Die Festung vom Kapitelplatz
Die Festung vom Kapuzinerberg (oberhalb Äußeren Stein) aus Nordost
Baugeschichte der Festung Hohensalzburg,
4 min 40 sek Video-Animation
Die Festung, Hintergrund: Untersberg
winterliche Festung vom Kapuzinerberg (d.h. von Osten)
die Festung im Nebel
Festung vom Gaisberg (Dezemberaufnahme)
Trompeterturm (hinten) und Bürgermeisterturm (vorne)
die Goldene Stube
Blick über den Burghof.
Die Georgskirche im Burghof.
Im 'Feuergang' im Erdgeschoß des Hohern Stocks.

Die Festung Hohensalzburg ist das Wahrzeichen der Stadt Salzburg und befindet sich oberhalb der Altstadt am Festungsberg. Sie ist Mitglied der Dachmarke hello salzburg.

Allgemeines

Die über 900 Jahre alte Festung ist Europas größte Festungsanlage aus dem 11. Jahrhundert und eine der besterhaltenen Festungsanlagen Europas. Der Bau der Festung begann während des Investiturstreits zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr 1077 von Erzbischof Gebhard mit dem Zweck, Fürsterzbistum und Bevölkerung zu schützen. Der Erzbischof war aber folgerichtig gleichzeitig auch dem Papst verpflichtet. Damals war Salzburg noch ein Teil von Bayern (bis um 1330/50) und auch Teil des römisch-deutschen Reiches (bis 1803).

Die Festung ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch die Aussicht über die Stadt und das Salzburger Becken bis hin zu den Randgebirgen (Osterhorngruppe, Salzburger Kalkhochalpen, Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen) machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Festung wird alljährlich von rund 900 000 Personen besucht. An Spitzentagen im August kommen bis zu 7 000 Personen auf die Festung, womit auch die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Mit 996 000 Besuchern hatte die Festung Hohensalzburg im Jahr 2012 das beste Ergebnis aller Zeiten verzeichnet.

Lage

Die Festung befindet sich südwestlich der Salzburger Altstadt am Festungsberg auf 540 m ü. A. (Niveau im Burghof beim Reißzug). Der höchste Punkt der Festung ist liegt bei 568 m ü. A. (Niveau der Aussichtsplattform am Reckturm).

Zur Festung gelangt man über mehrere Wege:

  • zu Fuß
a) aus der Altstadt über die Festungsgasse zum Hohen Weg, weiter bergauf bis zu Kasse im Keutschachbogen, weiter bergauf über den Aufgang an der Ostseite; Zeitbedarf: ca. 20-30 Minuten; Länge: ca. 1 000 m; Höhenunterschied: ca. 115 m
b) von der Kaigasse über die Nonnbergstiege, die zum Hohen Weg führt,
c) vom Mönchsberg kommend, zu dem es mehrere Aufgänge gibt,
d) von Nonntal aus,
von der Brunnhausgasse über den Hans-Sedlmayr-Weg und über das Bürgermeisterloch oder
über das Erhardgässchen oder die Nonnberggasse zum Benediktinenstift Nonnberg und weiter über den Hohen Weg.
von der Festungsgasse (Talstation), im zehn-Minuten-Takt verkehrend
Fahrtzeit: ca. 1 Minute; Länge: 198,5 m; Höhenunterschied: 96,6 m

Geschichte

Die meisten Kenntnisse zur Baugeschichte der Festung besitzen wir auf Grund der zahlreich erhaltenen Wappen [1] und durch Historische Ansichten.

Begriffe Burg - Festung

Der Begriff Burg hat seine Wurzeln in germanischer Zeit und wurde über die Althochdeutsche und die Mittelhochdeutsche Sprache in das Neuhochdeutsche übernommen. Im 14. Jahrhundert verbreitete sich langsam auch die zusätzliche Bezeichnung veste („Feste“) oder vestunge („Festung“) für Burgen.[2]. Üblich ist es oft, den Begriff Burg vorrangig für mittelalterliche Wehranlagen zu verwenden, Festung aber für neuzeitliche. Damit es zu keinen Verwirrungen kommt, wird hier im Artikel für die neuzeitliche Wehranlage auf dem Festungsberg ebenfalls der Begriff Festung verwendet.

Das Castrum superius (vielleicht auch Salzpurch genannt) war ein Vorgängerbau der Festung Hohensalzburg, von dem sehr wenig bekannt ist.

Anfänge

Die erste Nachricht von einer Wehranlage auf dem Festungsberg findet sich in der Zeit von Erzbischof Gebhard. Erzbischof Gebhard wurde 1085 ins Exil gezwungen und so konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden.

Romanische Burg

Um 1250 bestand Hohensalzburg aus einem romanischen, gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude und einer Ringmauer. Unter Fürsterzbischof Burkhard II. von Weißpriach (1461–1466) wurde die Ringmauer durch vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - verstärkt und die Wehranlage ausgebaut. Sein Nachfolger, Fürsterzbischof Bernhard von Rohr (1466–1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden und vor aufständischen Salzburgern an der Ost- und an der Südseite der Festung zwei Basteien, erhöhte die Ringmauer (vergleiche: Jahreszahl 1479 am Hohen Stock) und sicherte den östlichen Aufgang vom Nonnberg durch einen Zwinger mit einer drei Meter dicken Mauer. Johann III. Beckenschlager, Fürsterzbischof von 1482 bis 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten.

Spätgotische Burg

Leonhard von Keutschach (1495–1519) baute die Burg zum prunkvollen Herrschersitz weiter aus. Er fügte dem Hohen Stock weitere Etagen hinzu und stattete diesen mit den Fürstenzimmern im Stil der Gotik kostbar aus. Er legte die Keutschach-Zisterne neu an und erhöhte die bereits bestehenden Rundtürme. Es entstand das Innere Schloss mit den Feuertürmen, um das er die Schlossbastei errichten und einen Burggraben aus dem Fels schlagen lies. Er legte den Reißzug als Transportanlage zur Burg an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen. So entstand die 'Burg in der Burg'. Das Denkmal von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach steht als sichtbares Symbol dafür, welcher Höhepunkt in Kunst und Bautätigkeit in dieser Zeit erreicht wird. Leonhard von Keutschach "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krautturm, den Salzburger Stier.

Das Geld für den Ausbau der Burg stammte zum Teil aus dem Bergbau der Hohen Tauern und so regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Fürsterzbischöfe. Infolgedessen belagerten Bauern und Bergknappen im Jahre 1525 den Salzburger Landesfürsten Matthäus Lang von Wellenburg 14 Wochen lang in seiner Burg. Jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.

Der nächste Landesfürst, Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Festung. Er wurde später von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612–1653) bis zu seinem Tod auf der Festung gefangen gehalten.

Festung

Fürsterzbischof Paris Graf Lodron (1619–1653) ließ Salzburg während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges durch große Wehrbauten schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Die stetig zunehmende Feuerkraft der damaligen Mörser, Feldschlangen und ersten Kanonen machte es notwendig, die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen Festung umzubauen, so dass sie der Artillerie standhalten konnte. In einer Festung sind innerhalb der Bastionen keine schusstoten Winkel mehr vorhanden und der Feind konnte von den verschiedenen Geschützstellungen aus durch die eigene, schlagkräftige Artillerie in alle Richtungen auf Distanz gehalten werden.

Im 17. Jahrhundert errichtete Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg (1668–1687) aus Furcht vor einer Türkenbelagerung die Kuenburgbastei an der Nordseite.

Kaserne

Um 1800 hat die Festung ihre militärische Funktion und Bedeutung schon weitestgehend verloren. Nach der Schlacht am Walserfeld wurde die Festung kampflos an die Franzosen übergeben. Als 1816 das Land Salzburg zum Österreich kam wurde die Festung vor allem als Kaserne genutzt. Auch nach dem Ersten Weltkrieg wurden bis 1938 Teile der Festung noch als Kaserne genutzt (Hohe-Stock-Kaserne).[3]

1861 hob Kaiser Franz Joseph I. Hohensalzburg als Festung auf, d. h. sie war nicht mehr militärische Sperrgebiet und konnte nun auch von der Bevölkerung betreten werden. Anfangs waren dafür aber noch Passierscheine notwendig, weil sie weiter als Kaserne genutzt wurde. Sie blieb auch im Besitz des kaiserlichen Ärars[4] - ganz im Gegensatz zu anderen Stadtbefestigungsanlagen, die er damals der Stadt Salzburg schenkte. Später kam sie in den Besitz der Republik Österreich und anlässlich der Feiern 200 Jahre Salzburg bei Österreich im Jahr 2016 übergab die Republik die Festung in das Eigentum des Landes Salzburg.

Die letzten 150 Jahre

Nach 1860 nahm durch den Bau der Kaiserin-Elisabeth-Bahn in Salzburg die Zahl der Reisenden zu und stieg auch die Zahl der Besucher auf der Festung so stark an, weshalb 1892 mit dem Bau der Festungsbahn begonnen wurde.

Zwei "Älteste-der-Welt"-Einrichtungen

Der Reißzug ist die älteste betriebene Standseilbahn der Welt und der Salzburger Stier ist weltweit das älteste betriebene (Orgel-)Hornwerk.

Die Teile der Festung Hohensalzburg

Innere Burg

Hauptartikel Inneres Schloss der Festung Hohensalzburg

Die Festung beherbergt eine 'Burg in der Burg', das Innere Schloss, bestehend aus

An der Inneren Bastei (Schlossbastei)

Gebäude der Äußeren Burg

innerhalb der äußeren Ringmauer, im großen Burghof, am Inneren Schloss (Ostseite) beginnend, im Uhrzeigersinn, befinden sich:
nach Norden
nach Osten
nach Süden
nach Westen

Türme

Die Festung besitzt entlang ihrer äußeren Ringmauer drei Rundtürme (ursprünglich vier) und drei eckige große Wehrtürme, sowie weitere kleinere Türme.

Die vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm (er ist nicht erhalten) und den Schmiedturm - wurden unter Fürsterzbischof Burkhard II. von Weißpriach (1461–1466) entlang der Ringmauer errichtet.

Die drei eckigen Türme - Reckturm, Geyerturm und Hasenturm - wurden von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach über der alten Ringmauer errichtet.

von der Altstadt aus gesehen

von Westen nach Osten
  • Reckturm: (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen [5] erklären das Wort von "recken" = strecken, der Begriff für die Festung stammt aus dem 19. Jh.), nach Nordwesten
  • Bleitürmchen: ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm
  • Glockenturm: jeden Freitag um 11 Uhr läutet noch heute die Glocke, früher warnte sie die Bewohner der Stadt bei Feuersgefahr, nach Norden
  • ehemaliger Krautturm mit dem Salzburger Stier, einem Hornwerk
  • Trompeterturm: hier war ein Wächter, der die Stadt beobachtete und bei Notfällen Alarm gab; später wurde das Trompetensignal durch das Abgeben eines Schusses aus einer Kanone abgelöst
  • Bürgermeisterturm: ein Rondell nach Norden, dass die auf begehrenden Bürger meistern sollte
dieser runde Geschützturm erhebt sich über und neben Burggraben, Zugbrücke und dem Bürgermeistertor.

von Nonntal aus gesehen

von Osten nach Westen

Basteien der Äußeren Burg bzw. der Festung

im Uhrzeigersinn am Hohen Stock (Ostseite) beginnend
Die Nonnbergbasteien wurden im Zug der Zweiten Stadtbefestigung errichtet, unter Matthäus Lang von Wellenburg verstärkt und im Zug der Dritten Stadtbefestigung unter Paris Lodron zu Geschützstellungen ausgebaut.
im Hasengrabenzeughaus befindet sich heute das Festungsrestaurant.
in diese Bastei wurde für die Festungsbahn eine Öffnung gebaut, dort befindet sich nächstgelegen die Bergstation.
  • die Katze als Außenbastei (Vorbastei) im Nordwesten - unter Paris Lodron errichtet

Reste einer alten Bastei, nach 1550 erbaut, befinden sich vor dem Keutschachbogen.

Sperrbögen und Tore der Äußeren Burg

  • das Innere und Äußere Schartentor, von Paris Graf Lodron erbaut
  • erster Sperrbogen, der Lodronbogen, von Paris Graf Lodron erbaut
  • zweiter Sperrbogen, der Keutschachbogen, von Leonhard von Keutschach erbaut
  • dritter Sperrbogen, das Bürgermeistertor neben dem Bürgermeisterturm, mit Fallgatter und Wolfsgrube
  • Rosspforte, die durch die äußere Ringmauer und das Große Zeughaus hindurch in den Burghof führt
  • Schleuderpforte, der obere Teil der Rosspforte
  • Höllenpforte, ein Stiegenaufgang zum Burghof
  • Fünf Reißzug-Pforten, dessen oberste Pforte ein kleiner Turm mit dem Namen "Reisturm" ist. Er stand ursprünglich frei und, wurde aber um 1550 durch Ausbauten des Großen Zeughauses und durch Nebenbauten des Trompeterturmes großteils umbaut.
Panoramaansicht der Stadt Salzburg vom Reckturm
Der Goldene Saal des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach im dritten Obergeschoß des Hohen Stockes

Wasserversorgung

Die Festung Hohensalzburg war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte das auch früher reichlich vorhandene Regenwasser in der Keutschach-Zisterne, sowie in der Matthäus-Lang-Zisterne. Dies reicht für die Versorgung der Festung stets aus.

Heute hängt die Festung am Netz der Wasserversorgung der Stadt Salzburg. Für Besucher gibt es einen Trinkwasserbrunnen, den Burghof-Brunnen.

Historische Aborte

In Festungsanlagen wurden Plumpsklos an den Außenwänden in Erkern eingerichtet. Der Stuhlgang rann an den Außenwänden hinunter und wurde mit der Zeit von der Luft getrocknet. So befindet sich beispielsweise im Schlangengang in der Festung Hohensalzburg ein solches Beispiel. Dieser Abort ist aus Ziegeln gemauert (auch die Sitzfläche) und nach vorne in den Schlangengang offen.[3]

Notizen zu Verteidigungsdetails

Die Roßpforte als Zugang zum Festungsinnerne ist in einem Bogen ausgeführt. Dies dient im Fall eines Angriffs für die Sicherheit der Verteidiger. Denn diese werden von den Angreifern so nicht direkt gesehen und Schüsse prallen an den gebogene Innenwänden der Roßpforte ab.

In den Decke des oberen Teils der Roßpforte im Bereich der Schleudderpforte, befinden sich Öffnungen, durch die man im Fall eines Eindringens des Feindes in die Roßpforte Kampfmittel hinabschleudern kann.

Die Bodenplanken in den Wehrgängen konnten geöffent werden. So hatte ein Schütze nicht nur ein Schussfeld nach vorne durch die Maueröffnungen, sondern auch nach unten und war gleichzeitig aber vor Beschuss sicher. Schräg in die Mauer eingelassene Senkscharten würden keinen so steilen Schusswinkel ermöglichen.[3]

Brände und Brandschutz

Hauptartikel: Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg

Das bislang letzte Feuer auf der Festung gab es 1849. Damals brannte ein Holzlager, jedoch konnte das Feuer rasch gelöscht werden.

Wie sieht es im 21. Jahrhundert aus?

Die Festung verfügt auf Grund ihre exponierten Lage über eine moderne Blitzschutzanlage. Innerhalb der Festung gibt es mehr als 700 Brandmelder. Die Verfügbarkeit von Löschwasser ist auf Burgen eine große Herausforderung. Früher konnte man das Löschen nur mit Regenwasser aus Zisternen bewerkstelligen. Das Legen einer Schlauchleitung im Brandfall ist auch mit heutiger Logistik und Technik ein aufwändige und schwierige Angelegenheit. Deshalb wurden im Jahr 2017 im Burghof zwei unterirdische Löschwassertanks aus Edelstahl mit je 80 Kubikmetern Fassungsvermögen eingegraben. [6]

Museen

Ausstellung von Ritterrüstungen mit mittelalterlichem Schlachtengetümmel ...

Museumsprojekte

Die Festung Hohensalzburg war als - wenig schlüssiger - Standort für das The-Sound-of-Music-Museum im Gespräch. Kritik regte sich bei diesem Vorschlag, den der für Kultur zuständige LH-Stv. David Brenner (SPÖ) 2010 präsentierte. Er schlug vor, ein bis zu 500 Quadratmeter großes Ausstellungsareal im Speisehaus auf der Festung Hohensalzburg einzurichten. Kritiker hielten fest, dass einerseits ein zusätzlicher Eintritt für die Festung zu bezahlen gewesen wäre, andererseits meinten Fachleute, dass ein Gros der amerikanischen Touristen ein straff gehaltenes Besichtigungsprogramm für Salzburg habe und daher wohl kaum Zeit für Auffahrt auf die Festung und deren Besichtigung bliebe. Untermauert wurden diese Kritiken durch eine Umfrage unter 560 Personen, die 2010 an der Kasse umdrehten. Der Eintrittspreis von 10,50 Euro pro Person, der zwar alle in der Festung möglichen Besichtigungen inkludiert, sei für viele zu teuer. Auch sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 145 Minuten auf 120 Minuten gesunken.

2017 war die Sound-of-Music-Museums-Idee vom Tisch und man wandte sich der Planung eines seit langem geplanten Mittelalter-Museum zu. Darin sollen wichtige seit der Ars Sacra-Ausstellung im Depot verwahrte Schätze des Mittelalters in einer neuen Dauerausstellung präsentiert werden. Dazu werde das Festungsmuseum mit seinen 1 270 Quadratmetern bis Ende 2018 Schritt für Schritt umgestaltet. Es sollte dann 2019 zum 500-Jahr-Jubiläum des Amtsantritts von Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg fertiggestellt sein. Dafür werden 750.000 Euro investiert. [7]

"Festungs-Splitter"

Wem gehört die Festung?

Die Festung war von 1816 bis 2016 'Staatseigentum'. Als militärische Verteidigungsanlage gehörte sie dem Fürsterzbischof bzw. dem Fürsterzbistum, sie stand auch unter dem Oberbefehl des Fürsten. Als das Fürsterzbistum aufgelöst wurde, wechselte der "Eigentümer" mehrfach. Abgesehen von Kurfürst Ferdinand (und der Zeit der Beschlagnahmung durch die französischen Besatzungsmacht) waren die das Kaiserthum Österreich und der bayrische Staat. Ab 1816 gehörte die Festung dem Kaiserreich Österreich und wurde weiter als eine militärische Anlage genutzt. Als 1918 das Kaiserreich endete und 1920 die Republik Österreich gegründet wurde, verblieb die Festung lange weiter im Eigentum des Bundes. Die Aufteilung des Vermögens zwischen Bund und Ländern wurde kraft Verfassung aufgeschoben. Der Bund war bis auf weiteres Eigentümer.

Die Festung hatte schon nach 1861 ihre Funktion als Verteidigungsanlage verloren und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Österreich. Seit Gründung der Republik verhandelte das Land Salzburg mit dem Bund über eine Rückgabe oder Übergabe ins Vermögen des Landes Salzburg, jedoch konnte man sich nie einigen, wem die Festung gehören sollte. Macht und Finanzen spielten eine nicht unwesentliche Rolle und so änderte sich bis zum Ende des 20. Jahrhundert an den Eigentumsverhältnissen nichts und der Bund blieb unverändert Besitzer. Die Zeiten vergingen und änderten sich doch. Im Jahr 2016 übergab der Bund aus dem Anlass "200 Jahre Salzburg bei Österreich" die Festung in generalsaniertem Zustand wieder zurück ins Eigentum des Landes Salzburg.[8]

Sturmschäden 2018

Hauptartikel Sturmschaden 2018 auf der Festung Hohensalzburg

Abgetragene Schindeln, Holzteile vom Dachstuhl und Ziegelsteine: Ein Föhnsturm in der Nacht von 29. auf 30. Oktober 2018 hinterließ auf der Festung Hohensalzburg im südöstlichen Teil Spuren der Verwüstung hinterlassen. Teile der Dachkonstruktion wurden in den Burghof geweht. Die Arbeiten zur Wiederherstellung dauerten bis Mai/Juni 2019 an.

Plan der Festung und Infotafel

Plan der Festung Hohensalzburg
Infotafel, Festung Hohensalzburg

Die Festung als künstlerisches Motiv

Die Festung Hohensalzburg war stets Anziehungspunkt für Maler und Zeichner sowie in der Folge für Kupferstecher, die ihre Kunstwerke als Vorlagen verwendetet. Nachstehend einige Beispiele:

  • um 1460: Älteste erhaltene Ansicht der gotischen Burg (abgeruckt in der Schedelschen Weltchronik um 1490)
  • 1553: Die gotische Burg, Detail der Stadtansicht von St. Peter
  • 1565: Nachzeichnung von Georg Pezolt einer (nach 1945 geraubten Stadtansicht) mit der Burg
  • 1581: Die Burg auf einer Stadtansicht von Franz Hogenberg
  • 1599: "Die Stadt vom Kapuzinerberg mit der Burg von unbekannter Hand
  • 1643: Die Festung auf der Stadtansicht von Philipp Harpff
  • um 1735: "Die Festung von Osten" von Johann August Corvinus nach Anton Danreiter
  • 1819: "Nonnberg und die Vestung Hohensalzburg" von Domenico Qualogio
  • 1828: "Nonnthal in Salzburg" mit der Festung von Johann Josef Schindler

Auch die die folgenden Kupferschnitte gehören zu historischen Ansichten der Festung. Sie stammen von einer einzigen Vorlage:

Bilder

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Literatur

Quellen

  • Stefan Haslacher und Michael Günther; Unbekannte Festung Hohensalzburg, Pustet-Verlag, Salzburg, 2013

Weblinks

Einzelnachweise