Gustav Adolf Zinke

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Gustav Adolf Zinke
Gustav Adolf Zinke an seinem Klavier

Gustav Adolf Zinke (* 17. November 1854 in Pardubice, Tschechien; † 23. November 1931 in Salzburg) war ein böhmischer Geiger und Musikpädagoge.

Leben

Gustav Adolf Zinke wurde als Sohn des k. u. k. Militärkapellmeisters Franz Josef Zinke geboren. Seinen ersten Geigenunterricht erhielt er mit acht Jahren. 1867 kam er an das Prager Konservatorium, wo er bis 1873 bei Anton Bennewitz Violine und bei Josef Krejčí Musiktheorie studierte. Nach Beendigung seines Studiums ging er nach Brünn, wo er von 1873 bis 1881 am dortigen Stadttheater als Konzertmeister tätig war. Im selben Jahr wurde er von Josef Friedrich Hummel als Konzertmeister und Violin-Ausbildungslehrer an das Mozarteum in Salzburg verpflichtet. Er war somit der erste Konzertmeister des Orchesters der Internationalen Stiftung Mozarteum. 1887 gründete er das Mozarteum-Quartett, in dem er in den fünfzehn Jahren des Bestehens die wesentlichsten Werke der klassischen und romantischen Literatur aufführte. Einen 1895 erfolgten Ruf an das Prager Konservatorium durch seinen früheren Lehrer Bennewitz nahm er nicht an. Stattdessen blieb er bis zu seiner Pensionierung am 30. Juni 1922 am Mozarteum. Er starb am 23. November 1931. Begraben ist er am Salzburger Kommunalfriedhof.

Zinke galt als hervorragender Solist, Kammermusiker und Pädagoge. Zwischen 1877 und 1881 trat er in Brünn gemeinsam mit Leoš Janaček in Kammerkonzerten auf. In Salzburg wirkte er in über hundert Konzerten des Mozarteum Orchesters unter der Leitung Josef Friedrich Hummels mit, häufig auch als Solist.

Zinke war Leiter des Schülerorchesters des Mozarteums, von 1886 bis 1917 Mitglied des Orchesters des Dommusikvereins, Mitglied der Salzburger Liedertafel und Lehrer an der Lehrerbildungsanstalt.

Zu seinen Schülern zählten Carmen Polacco-Ziffer, Viktor Keldorfer, Ludwig Möchel und Ernst Sompek.

Sein Sohn Dr. Gustav Zinke (* 1885; † 1954) war ein anerkannter Geowissenschafter und Pädagoge.

Auszeichnungen

1910 erhielt er das goldene Verdienstkreuz mit der Krone, 1914 den Titel Professor.

Werke

1901 verfasste er ein Werk über Tonleiterstudien für Violine, das in den Lehrplan des Mozarteums aufgenommen wurde.

Quellen

  • Josef Schröcksnadel Salzburgs musikalische Botschafter: Das Mozarteum-Orchester, Verlag Alfred Winter
  • Karl Wagner Das Mozarteum: Geschichte und Entwicklung einer kulturellen Institution, Edition Helbling, Innsbruck
  • Salzburger Volksblatt vom 24.11.1931 (Nachruf von Dr. Bernhard Paumgartner)
  • Josef Schröcksnadel Verein der Freunde des Mozarteum Orchesters Salzburg, Nachrichten Nr. 26, April 1995
  • Erich H. Müller Deutsches Musiker-Lexikon, Wilhelm Limpert-Verlag, Dresden 1929
  • Walter Hummel Chronik der Internationalen Stiftung Mozarteum, 41. Jahresbericht, Salzburg 1951