Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg

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Alte Eistechnik mit Pickel
Höhlenforscher um 1920
Aufstieg in die Tantalhöhle um 1950

Der Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg hat sich dem Schutz der Höhlen und Karstlandschaften im Bundesland Salzburg verschrieben.

Allgemeines

Der Salzburger Höhlenverein ist in der Stadt Salzburg beheimatet und hat aktuell etwa 200 Mitglieder. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Subventionen des Landes Salzburgs und ist politisch unabhängig. Für das Land Salzburg führt der Verein einen Kataster, in dem Daten von fast 4 000 Höhlen archiviert sind, und erweitert diesen auch jährlich mit neuen Forschungsergebnissen. Außerdem gibt der Salzburger Höhlenverein seit 1957 zweimal jährlich die Vereinszeitschrift Atlantis heraus und hat seit 1977 sechs Salzburger Höhlenbücher verfasst.

Geschichte

Im August 1911 gründete eine Gruppe junger Höhlenforscher im Café Tomaselli in der Stadt Salzburg die Sektion Salzburg des Vereins für Höhlenkunde in Österreich. Dieser war 1907 in Graz aus der Taufe gehoben worden. Der Maler Alexander von Mörk zählte zu den Pionieren der Höhlenforschung in Salzburg. Er war an Entdeckungen in der Dachsteinhöhle und der Eisriesenwelt im Tennengebirge beteiligt, fiel aber mit nur 27 Jahren im Ersten Weltkrieg. Kurz nach Ende des Kriegs begann unter besonderem Einsatz der Brüder Robert und Friedrich Oedl der Ausbau der Eisriesenwelt. 1920 erfolgte die offizielle Eröffnung der Schauhöhle.

Den Pionieren des Salzburger Höhlenvereins gelang 1911 in der Kolowratshöhle auf dem Untersberg der erste Abstieg in den Eisschlund der "Richtergalerie" und der Aufstieg mit Steckleitern zum "Rabenfenster" in der Decke der Halle. Entdeckt wurde die Eishöhle bereits 1842 – in den darauffolgenden Jahrzehnten war sie so populär, dass sich sogar Eisläufer auf das damals noch glatte Eis wagten. Als fatale Entscheidung sollte sich die Vergrößerung des Eingangsportals herausstellen. Ehrenobmann Walter Klappacher sagt: "Alte Eismesspunkte sind sechs Meter über dem jetzigen Eispegel, tausende Kubikmeter sind abgeschmolzen." Die alten Steige sind verfallen, die Kolowratshöhle ist aber nach wie vor zentrales Forschungsgebiet. "Mittlerweile ist das Höhlensystem auf 36 Kilometern Länge bis auf das Quellniveau der Fürstenbrunnquelle erkundet." Weitere Forschungsschwerpunkte des Höhlenvereins liegen im Tennengebirge, im Hohen Göll und im Hagengebirge.

Es gebe immer noch Neuland zu entdecken, sagt Obmann-Stellvertreter Edgar Dachs. Er spricht vom "letzten unentdeckten Kontinent". "Es ist faszinierend, diese Höhlen zu durchwandern und die Naturschönheiten zu erleben." Die Höhlenforschung leistet seinen Worten nach einen wichtigen Beitrag zur Untersuchung und zum Schutz der großen Karstquellen, deren Bedeutung für die künftige Trinkwasserversorgung kaum abzuschätzen sei.

Obmänner

Quellen

Weblinks