Rudolf Ramek

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Dr. Rudolf Ramek
Bei der Enthüllung des Denkmals am Salzburger Kommunalfriedhof am 4. März 2019
Teschen, Rudolf Rameks Geburtsstadt in Schlesien

Rudolf Ramek (* 12. April 1881 in Teschen, polnisch Cieszyn Österreichisch-Schlesien; † 24. Juli 1941 in Wien) war ein österreichischer Jurist, Politiker der Christlichsozialen Partei und Salzburgs ersten Bundeskanzler.

Leben

Nachdem er in seiner Geburtsstadt die Schule besucht hatte, studierte Ramek von 1900 bis 1905 Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1907 zum Dr. iur. promoviert wurde. Ab 1909 war er in Salzburg als Rechtsanwaltskonzipient, von 1913 bis 1938 als Rechtsanwalt tätig.

Den Ersten Weltkrieg machte er, zuletzt als Hauptmann und Batteriekommandant, an der italienischen Front mit.

Am 1. Dezember 1918 wurde ihm von der Gemeindevorstehung Thalgau das Heimatrecht verliehen.

Politische Tätigkeit

Ramek vertrat Salzburg von 1919 bis 1934 als Abgeordneter zur Konstituierenden Nationalversammlung und zum Nationalrat, dessen 2. Präsident er von 1930 bis 1933 war. Er bekleidete kurzzeitig einige Regierungsämter, darunter 1924 bis 1926, in einer Zeit mit wesentlichen Veränderungen, von 1924 bis 1926 das Amt des österreichischen Bundeskanzlers der Ersten Republik. Sein politischer Stil unterschied sich wesentlich von dem seines Vorgängers und Nachfolgers Seipel, der polarisierend wirkte und den Sozialdemokraten verhasst war. Die neue Regierung unter Leitung Rameks bemühte sich um einen konsensualen Umgang, um die zwischen Regierung und Opposition verhärteten Fronten aufzuweichen und Blockaden im Parlament zu entschärfen, um entscheidende Beschlüsse wie eine Verfassungs- und Verwaltungsreform, das Budget für 1925, den Währungswechsel von der Krone zum Schilling u.a.m. zu erreichen. Nachdem Seipel 1926 erneut die Regierung übernommen hatte, kehrte Ramek als einfacher Abgeordneter in den Nationalrat zurück.

Von 1922 bis 1934 war er Landesparteiobmann der Christlichsozialen Partei Salzburgs (deren „starker Mann“ hingegen Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl war), von 1918 bis 1931 Mitglied des Gemeinderates der Stadt Salzburg.

Franz Schausberger bei einem Festvortrag über Bundeskanzler Rudolf Ramek am 4.3.2016 in Thalgau, mit Karrikatur von Rudolf Ramek

Kulturelles Wirken

Rudolf Ramek förderte das Kunst- und Kulturleben der Stadt und des Landes Salzburg. Von 1929 bis 1933 war er Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum. 1928/29 war er Präsident des Rotary Club Salzburg.

Er wurde auf dem Salzburger Kommunalfriedhof beigesetzt, wo am 4. März 2019 ein Denkmal für ihn enthüllt wurde.

Literatur

  • Weissensteiner, Friedrich; Weinzierl, Erika: Die österreichischen Bundeskanzler. Leben und Werk, Wien 1983;
  • Klieber, Rupert: Politischer Katholizismus in der Provinz. Salzburgs Christlichsoziale in der Parteienlandschaft Alt-Österreichs, Wien–Salzburg 1994 (= Publikationen des Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte, Band 28), ISBN 3850901483

Quellen