Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft

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‎Landeshypothekenbank Salzburg, Stammhaus, Residenzplatz
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Landeshypothekenbank Salzburg, Kundencenter, Petersbrunnstraße Nr. 3

Die Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft oder Landeshypothekenbank Salzburg, auch kurz Hypo Salzburg genannt, ist eine österreichische Bank mit Sitz und Stammhaus am Residenzplatz in Salzburg.

Geschichte

Am 20. Oktober 1908 fasste der Landtag den Beschluss zur Gründung einer Landes-Hypothekenanstalt. Gemäß ihrer Satzung hatte die Landes-Hypothekenanstalt die Aufgabe, den ländlichen und städtischen Grundkredit sowie den Kommunalkredit zu fördern, also neben Einzelpersonen auch Gemeinden zu finanzieren, damit diese Schulen, Krankenhäuser, Elektrizitätswerke, Brücken usw. – also Bauten, die im öffentlichen Interesse liegen – errichten können. Das besondere Merkmal der Landes-Hypothekenanstalt war ihr gemeinnütziger Charakter, die Erzielung von Gewinnen stellte nicht den Hauptzweck ihrer Geschäftstätigkeit dar.

Am 20. Oktober 1917 fasste der Landtag den Beschluss, die Geschäftstätigkeit auf Kommunalkredite zu erweitern, und gründete dazu die Landes-Kommunalkreditanstalt Salzburg[1], damit Gemeinden und das Land selbst auch direkte Kredite aufnehmen konnten.

Mit Beschluss des Salzburger Landtages vom 19. Dezember 1924 wurde die Landes-Hypothekenanstalt eine öffentlich-rechtliche Kreditunternehmung des Landes Salzburg im Sinne des Kreditwesengesetzes sowie des Gesetzes über Pfandbriefe und verwandte Schuldverschreibungen öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten und wurde eine eigene Rechtspersönlichkeit.

Am 1. Juli 1919 erwarb das Land Salzburg das Hotel "Goldenes Schiff", um darin Ämter, die Landes-Hypothekenanstalt und die Salzburger Landes-Brandschaden-Versicherungsanstalt unterzubringen. Nach einem Brand im Jahr 1928 wurde das Gebäude 1929/1930 umgebaut und diente beiden Institutionen. 1941 entzog die damalige Reichsstatthalterei den beiden im Hause untergebrachten Landesanstalten – "Hypo" und "Brandschaden" – das seinerzeit verliehene Recht der "immerwährenden Benutzung" und zwang beide Anstalten zu einem Mietvertrag. Nach dem Einzug der amerikanischen Truppen wurde die Salzburger Landes-Brandschaden-Versicherungsanstalt evakuiert, und Dienststellen der Besatzungsmacht etablierten sich im Haus. Die Landes-Brandschaden-Versicherung zog in den 1950ern in einen Neubau in der Auerspergstraße. 1956 konnte die Landes-Hypothekenanstalt die beiden Objekte Residenzplatz 7 und Waagplatz 4 ankaufen und in den Jahren 1968/1970 durch eine Generalsanierung zum Geschäftssitz der Landes-Hypothekenanstalt Salzburg umgestalten.

Im Jahr 1992 wurde die Rechtsform der Landes-Hypothekenanstalt vom Land Salzburg in eine Aktiengesellschaft überführt und wurden deren Eigentümer-Funktionen an die gleichzeitig errichtete Salzburger Landes-Holding übertragen.[2]

Alleiniger Aktionär war bis zum 16. Dezember 1998 die Salzburger Landes-Holding. Seit dem 17. Dezember 1998 gibt es mehrere Aktionäre.

Seit 2003 ergeben die direkten und indirekten Beteiligungsanteile zusammengerechnet eine Stimmrechtsmehrheit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft.

Geschäftsfelder

Die Geschäftstätigkeiten der Landeshypothekenbank Salzburg umfassen aktuell das gesamte Leistungsspektrum einer Bank vom Einlagen- und Kreditgeschäft bis hin zum Wertpapiergeschäft gemäß den Bestimmungen des § 1 Abs 1 Ziffern 1 bis 11, 15 bis 18 und 22 Bankwesengesetz.[3]
Die Bank ist insbesondere zur Ausgabe von Pfandbriefen und öffentlichen Pfandbriefen gemäß Pfandbriefgesetz[4] berechtigt.

Begriffe

Ein „Hypothekarkredit“ ist ein langfristiger Geldkredit (Darlehen), der auf eine feste Kreditsumme lautet und durch ein Grundpfand-Recht an einer Immobilie (= Hypothek, Grundschuld, Rentenschuld; vergleiche mit § 448 und 469 ABGB[5] ) zu Gunsten der kreditgebenden Bank gesichert ist.

Das „Pfandrecht“ stellt eine dingliche Sicherstellung an einer Immobilie dar, sodass die Tilgung und Zinszahlung gewährleistet und eine primäre Haftung zu Gunsten des Gläubigers sichergestellt ist. Die Höhe des Hypothekarkredits hängt vom nachhaltigen Wert des Objektes und davon ab, welche nachhaltigen Erträge aus dem Objekt erwirtschaftet werden können.

Eine „Hypothekenbank“ oder „Pfandbriefbank“ ist eine auf diese Kreditform besonders spezialisierte Bank. Insbesondere ist eine Hypothekenbank als Herausgeber (Emittent) von Hypothekenanleihen und Kommunalobligationen (Wertpapieren) tätig. Hypothekarkredite sind ein typisches Aktivgeschäft von Pfandbriefbanken.

Geschäftsführung

Vorstand

Mag. Helmut Praniess, Vorsitzender des Vorstandes, Generaldirektor
Mag. Otto-Ernst Menschl, Mitglied des Vorstandes, Vorstandsdirektor

Die Liste der bisherigen Generaldirektoren umfasst Helmut Praniess (seit 2015), Reinhard Salhofer (2002 – 2015), Kurt Adelsburg‎ (1990 – 2002), Kurt Schmalzl (1982 – 1990) und Jakob Neuhofer (bis 1982).

Aufsichtsrat

Dr. Heinrich Schaller, Vorsitzender des Aufsichtsrates, Generaldirektor, Raiffeisenlandesbank OÖ AG, Linz
Mag. Reinhard Schwendtbauer, Vorsitzender-Stellvertreter des Aufsichtsrates, Vorstandsdirektor, Raiffeisenlandesbank OÖ AG, Linz

Mitglieder des Aufsichtsrates:

KR Markus Friesacher, Unternehmer, Salzburg
Dr. Andreas Mitterlehner, Generaldirektor KR, Oberösterreichische Landesbank AG, Linz
Mag. Thomas Wolfsgruber, Vorstandsdirektor, Oberösterreichische Landesbank AG, Linz
Mag. Othmar Nagl, Generaldirektor-Stellvertreter, Oberösterreichische Versicherung AG, Linz
Dr. Walter Antosch, Steuerberater, Hallein
Dr. Michael Glaser, Vorstandsdirektor, Raiffeisenlandesbank OÖ AG, Linz

Vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat entsandt:

Dr. Michael Glarcher, Vorsitzender des Betriebsrats
Arne Suppan, 1. Vorsitzender-Stellvertreter des Betriebsrats
Mag. Josef Eder, 2. Vorsitzender-Stellvertreter des Betriebsrats
Andrea Neher-Fössleitner

Filialbetriebe

Filialen

Die Landeshypothekenbank Salzburg unterhält insgesamt 24 Filialen und Kompetenzcenter für Firmenkunden und Private Banking. Acht Geschäftsstellen befinden sich in der Stadt Salzburg und 16 Geschäftsstellen in den anderen Bezirken Salzburgs.

Romanischer Keller (Hypo Kultur)

Der Romanische Keller ist ein Ausstellungs- und Veranstaltungsraum der Landeshypothekenbank Salzburg – Hypo Kultur, gelegen im Kellergeschoss des Hauses Waagplatz Nr. 4.

Landeswappen

Die Landeshypothekenbank Salzburg ist zur Führung des Landeswappens berechtigt.

Daten

Grundkapital

Das Grundkapital der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2018 insgesamt 18.375.000,00 € und ist wie folgt aufgeteilt:

Anteilshalter Prozent Stückelung Euro-Wert
HYPO Holding GmbH rund 50,02 % 1.225.499 Stück zu 9.191.242,50 €
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft rund 25,00 % 612.501 Stück zu 4.593.757,50 €
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft rund 24,98 % 612.000 Stück zu 4.590.000,00 €

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft ist übergeordnetes Kreditinstitut der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft.

Tochtergesellschaften

Beteiligung 100%
Tochtergesellschaft Euro-Wert
HYPO Beteiligung Ges.m.b.H. Eigenkapital: € 3.110.497
HYPO Liegenschaftsverwertungs Ges.m.b.H. Eigenkapital: € 7.335.550
OMEGA Liegenschaftsverwertungs-Ges.m.b.H. Eigenkapital: € 1.058.180
OMEGA Liegenschaftsverwertungs-II Ges.m.b.H. Eigenkapital: € 323.897
Gesellschaft zur Förderung des Wohnbaus GmbH Eigenkapital: € 2.418.000

Kontakt

Salzburger Landes-Hypothekenbank AG
Residenzplatz 7
Telefon: (06 62) 80 46
Telefax: (06 62) 80 46–6 46 46
E-Mail: office@hyposalzburg.at
BLZ: 55000
BIC: SLHY AT 2S
Gerichtsstand: Landesgericht Salzburg
Aufsichtsbehörden: Bundesministerium für Finanzen, Oesterreichische Nationalbank und Finanzmarktaufsicht
Firmenbuch: FN 35678v
DVR-Nummer: 0007919
UID-Nummer: ATU 33939904

Weblinks

Quellen

Literatur

  • Broschüre "Landes-Hypothekenanstalt", ca. 1970, herausgegeben von der Geschäftsführung der Landes-Hypothekenanstalt Salzburg aus Anlass der Fertigstellung der Renovierung des Verwaltungsgebäudes am Residenzplatz Nr. 7,
  • Broschüre "Mit der Hypo durch Nonntal", ca. 1970, herausgegeben von der Geschäftsführung der Landes-Hypothekenanstalt Salzburg aus Anlass der Fertigstellung der neuen Zweigstelle in der Petersbrunnstraße Nr. 1
  • Broschüre "Erich Sauer", 1995, herausgegeben von der Geschäftsführung der Landes-Hypothekenanstalt Salzburg aus Anlass von 25 Jahren Kulturarbeit in der Hypo Galerie im Romanischen Keller am Waagplatz.

Einzelnachweise