Angelo Saullich

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Angelo Saullich (* 1815 Lublinitz, Preußisch-[heute: Polnisch-]Schlesien; † 10.?/ 11.? Jänner[1] 1892 Salzburg) war ein Salzburger Unternehmer.

Leben

Saullich war nicht italienischer Herkunft, sondern der Sohn des Stadtrichters seiner Geburtsstadt Lublinitz.

Nach dem Besuch des Gymnasiums wandte er sich dem Kaufmannsberuf zu. Zuerst war er als Praktikant in Troppau (Österreichisch-Schlesien), dann in Breslau (Preußisch-[heute: Polnisch-]Schlesien) tätig. Im November 1838 kam er nach Salzburg und nahm eine Stellung als Buchhalter bei der Firma Andre Hofer an.

Im Jahr 1846 heiratete er die von Ludwig Thury (* 1808; † 1845), dem Eigentümer von Mozarts Geburtshaus, hinterlassene Witwe und übernahm er die Führung des hier betriebenen Geschäftes, das nun einen großen Aufschwung nahm.

Im Jahr 1858 wandte er sich einem anderen Wirtschaftszweig zu: Er trat in ein Gesellschaftsverhältnis zur Kufsteiner Firma Alois Kraft, die hydraulischen Kalk erzeugte und seit 1857 ein Privileg zur Erzeugung von Portland-Zement besaß. Das Erzeugnis wurde zunächst "Kufsteiner-Cement", bald aber "Perlmooser-Portland-Cement" genannt; es bewährte sich im Jahr 1859 beim Bau der Salzburger Eisenbahnbrücke besser als der englische Zement und wurde bald in der Fachwelt als diesem ebenbürtig anerkannt. Auch durch die Erzeugung von Fertigteilen wie Zementplatten, -verzierungen und –rohren ging es aufwärts. Eine im Jahr 1868 eröffnete Fabrik lieferte jährlich eine halbe Million Zentner Zement. 1872 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, an deren Spitze Saullich trat.

Auch in politische Funktionen wurde er gewählt, und zwar 1861 und 1865 (bis 1867) in den Salzburger Gemeinderat und 1866 bis 1867 zum Präsidenten, 1867 bis 1875 zum Vizepräsidenten der Salzburger Handelskammer.

Saullich galt als der reichste Bürger Salzburgs. Den 50. Jahrestag seiner Ankunft in Salzburg Salzburg beging er durch großzügige Spenden.

Saullich hatte mit seiner Ehefrau Therese geb. Leithner (* 1815/16; † 23. Juli 1877; Tochter von Michael Leithner und Waldburga Holnsteiner) drei Töchter, die bei seinem Tod verheiratet waren.

Quelle

Einzelnachweise

  1. Der Quelle (Nekrolog) ist das Datum der Todesnachricht (11. Jänner 1892), nicht aber das des Todes zu entnehmen.