Fotografie

Aus Salzburgwiki
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das einzige erhaltene Bild der Familie Christian Doppler nach einer Daguerreotypie[1] um 1844

Das Zeitalter der Fotografie begann in Salzburg um 1840.

Geschichte

Erstmals wurde der Begriff Photographie am 25. Februar 1839 vom deutschen Astronomen Johann Heinrich Maedler verwendet. Allgemein bezeichnet man den 19. August 1839 als die Geburtsstunde der Fotografie. An diesem Tag wurde die Erfindung der Daguerreotypie(ein Fotografie-Verfahren des 19. Jahrhunderts) bekanntgegeben. Vorläufer wie Laterna magica, Panorama oder Diorama gab es bereits seit einigen Jahrhunderten. Von der Daguerreotypie berichtete die Salzburger Zeitung bereist am 28. Jänner 1839.

Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Nièpce in Frankreich angefertigt. Zunächst war das Ganze noch recht umständlich mit einem großen Holzkasten, in dem man die zu belichtende Platte steckte. Der Fotograf "versteckte" sich unter einem Tuch, um unerwünschten Lichteinfall zu verhindern. Doch trotz ihrer Primitivität muss man eines der Fotografie des 19. Jahrhunderts (und auch jener der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts) bescheinigen: die Negative waren von so hoher Qualität (Schärfe, Grautönen), dass sie teilweise noch heute unübertroffen sind.

In Salzburg begann die Fotografie etwa um 1840. Namentlich war der Magister pharmaciae Josef Schgör, ein Angestellter der Hofapotheke, der erste Fotograf in Salzburg. Berufsfotografen etablierten sich zwischen 1856 und 1890. Hier wäre der Bildhauer und Restaurator Johann Scheidl und Franz Segl zu nennen. Scheidl fotografierte1856 den jungen Hans Makart, im selben Jahr dann Segl Karl Thomas Mozart, ein Sohn von Wolfgang Amadé Mozart. Dommusiker Franz Segl eröffnete das erste glasgedeckte Atelier in Salzburg in der Kaigasse (Nr. 170).

Baldi & Würthle wurde das bedeutendste und am längsten existierende Atelier in der Stadt Salzburg. Zehn Fotografen nennt eine Zusammenstellung der Stadt Salzburg im Jahr 1868. Schon zwei Jahre früher informiert der Amtskalender vom Land Salzburg, dass in der Stadt Salzburg sechs Fotoateliers existieren, drei in Hallein, zwei in Zell am See, eines im aufstrebenden Fremdenverkehrsort Badgastein und zwei am Dürrnberg. Nach 1890 explodiert die Zahl der Fotografen in Stadt und Land Salzburg.

Mit der Eröffnung der Gewerbeschule Salzburg 1876 wurde auch eine "Abtheilung für Photographie und Reproductionsverfahren" eingerichtet - die weltweit erste staatliche Fachschule auf diesem Gebiet. Bis zu ihrer Übersiedlung 1886 nach Wien war sie Ausbildungsstätte für viele Fotografen, deren es auch etliche in Salzburg gab.

Als nächster Entwicklungsschritt folgte die Amateurfotografie. Mit dem Ersten Weltkrieg kennt man auch Pressefotografen und Luftbildfotografie.

Die Negativplatten wurden meist sehr genau beschriftet mit Datum, Uhrzeit (!), Blendenwerten und anderen Einstellung. Ja, man kann fast von wissenschaftlicher Genauigkeit sprechen, mit der die Fotografen des 19. Jahrhunderts ihre Archive anlegten.

1892 wurde der Amateur-Photographen-Club zu Salzburg gegründet, dessen Schirmherr Großherzog Ferdinand IV. von Toskana war, der im Toskanatrakt in Salzburg lebte. Er selbst war ein begeisterter Hobbyfotograf. Alle seine Bilder trugen sein Monogramm auf der Rückseite des Fotokartons[2].

Eine umfangreiche Fotosammlung konnte das Salzburger Museum Carolino Augusteum im Laufe der Zeit anlegen. Sie umfasst etwa 15 000 alte Fotografien und ca. 10 000 alte Glasplatten.

Die Motive

Sensationell für die Zeit der Anfänge der Fotografie waren Bilder aus den Hochgebirgs- und Gletscherregionen. Karl Friedrich Würthle und Gregor Baldi revolutionierten die Fotografie mit Panoramabilder. Baldi veröffentlichte 1866 vier Aufnahmen der Stadt Salzburg, die er mit einer Pantoscope-Kamera von Emil Busch aus Rathenow aufgenommen hatte. Damit konnte er 12 x 20 Zoll Weitwinkelaufnahmen (Panoramen) aufnehmen.

Jubiläums-Gruppenaufnahme im Mirabellgarten anlässlich 180 Jahre Fotografie

Gruppenaufnahme im Mirabellgarten anlässlich 180 Jahre Fotografie

Anlässlich des Jubiläumsjahres "180 Jahre Fotografie" wurde am 19. August 2019 elf Uhr das größte Gruppenbild gemacht, das bisher im Salzburger Mirabellgarten entstanden sein dürfte. „Die Aufnahme soll der feierliche Abschluss unserer Menschenbilder-Ausstellung werden" äußerte hierzu Fotografen-Fachobmann Sulzer. Zur Aufnahme hatten sich etwa 400 Personen im Mirabellgarten eingefunden. Jeder, der an der Gruppenaufnahme teilnahm, konnte sich als Erinnerung das Foto von der Homepage der Berufsfotografen kostenlos herunterladen und frei verwenden.

Siehe auch

Literaturtipps

Quellen

Einzelnachweis

  1. Die Daguerreotypie war das erste praktikable Verfahren in der Geschichte der Photographie, welches Bedeutung erlangte. Quelle
  2. Bilder der damaligen Zeit wurden auf festem Karton kaschiert