Gaisberg-Sessellift

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Der Gaisberg-Sessellift war die letzte bis 1972 existierende Aufstiegshilfe auf den Salzburger Hausberg, den Gaisberg.

Geschichte

Schon vorher führte vom Stadtteil Parsch aus die Gaisbergbahn auf ähnlicher Trassenführung auf den Gaisberg hinauf.

Die Talstation (473 m ü. A.) lag in Parsch bei der Abzweigung Judenbergweg und Sonnleitenweg und führte auf einer Länge von 1 193 Metern innerhalb von zwölf Minuten zur 259 Meter höher gelegenen zur Judenbergalm in 732 m ü. A., wo sich das Hotel Kobenzl befindet. Die Transportkapazität der 96 Einzelsesseln betrug 240 Personen innerhalb einer Stunde.

Am 9. Jänner 1953 erteilte die Landesregierung Julius Böhacker, dem damaligen Besitzer des Hotels Cobenzl (noch mit C geschrieben) die Genehmigung zum Bau einer Einsessel-Liftanlage von Parsch zur Judenbergalm. Doch schon am 14. September beschloss der Salzburger Gemeinderat, dass sich die Stadt mit 20 Prozent an der zu gründenden Gaisberglift-Ges.m.b.H., die den Sessellift von Parsch zur Judenbergalm errichten wird, beteiligt.

Die erste Liftsektion ging dann am 22. Mai 1954 in Betrieb und existierte bis 1972. Die geplante zweite und dritte Sektion bis zur Gaisbergspitze wurden jedoch nie realisiert.

1961 übernahm die Stadtgemeinde Salzburg die Liftanlage und übertrug die Betriebsführung an die Untersbergseilbahn AG. 1961 wurden 48 000 und 1963 bereits 58 000 Fahrgäste befördert. Dann gingen die Transportzahlen zurück. 1965 ging der Lift in das Eigentum der Salzburger Stadtwerke über. Der Stadtsenat entschied sich 1971 für den Verkauf des Lifts. Das jährliche Defizit betrug damals 300.000 Schilling (das entspricht umgerechnet etwa 21.800 Euro). Die Familie Herzog, Besitzer des Hotels Kobenzl, erwarb den Lift, stellte aber den Betrieb schon Ende August 1972 ein. Denn per Gesetz wurde die Einstellung eines Betriebsleiters und eines Stellvertreters gefordert, ein Umstand, der aufgrund der schlechten Ertragslage nicht zu erfüllen war.

Quellen