Josef Mühlbacher

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Das Portrait von Josef Mühlbacher im Festungs- und Heimatmuseum Kufstein wurde von J.J. Weiß geschaffen.
Der Stille-Nacht-Forscher Martin Reiter, Reith im Alpbachtal, und Michael Neureiter beim Grab Josef Mühlbachers in Kufstein-Zell.

Josef Mühlbacher (* 4. März 1868 in St. Margarethen im Lungau-Oberbayrdorf[1]; † 23. Dezember 1933 in Kufstein-Zell[2]) war römisch-katholischer Pfarrer von Zell, heute Teil von Kufstein, und Diözesankonservator von Salzburg sowie der Schöpfer des Reliefs von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber.

Leben

Josef Mühlbacher war der jüngere Zwillingssohn von Maria Mühlbacher. Er studierte am Borromäum und an der Theologischen Fakultät in Salzburg.

Er wurde 1890 zum Priester geweiht und kam dann nach Hofgastein als Kooperator (1891 bis 1895) und von 1895 bis 1916 als Benefizat in Radstadt.

Kardinal Johannes Katschthaler, Salzburger Erzbischof von 1900 bis 1914, erfuhr von seiner künstlerischen Begabung und schickte ihn 1909 bis 1914 zur Ausbildung an die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er den Grad eines akademischen Malers und Bildhauers erlangte. Dabei gab Mühlbacher mit Prof. Ignaz Seipel ein Buch „Das katholische Kirchenjahr in Bildern“ heraus. Die österreichische Regierung sagte ihm ein Stipendium zur weiteren Ausbildung bei Meister Rodin in Paris zu, was der Ausbruch des Ersten Weltkriegs jedoch verhinderte.

Mühlbacher wurde dann 1915 Diözesankonservator und am 1. Oktober 1916 Pfarrer in Kufstein-Zell, wo er bis zum 1. Oktober 1932 aktiv war.

1917 wurde er Mitglied des fürsterzbischöflichen Denkmalrats.

Das Original-Relief von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber von Josef Mühlbacher: Das Relief vor der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Oberndorf bei Salzburg, in einer Kopie auch bei der Stille-Nacht-Kapelle

Für Oberndorf schuf er Darstellungen von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr.[3] Zum Lebensende stürzte er in eine gesundheitliche Krise. 1927 traf ihn während des Gottesdienstes ein Schlaganfall, der ihn fast lähmte. Mühlbacher verstarb 1933 und ist in Kufstein-Zell begraben.

Die Reliefs von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber

Schon in seiner Radstädter Zeit erhielt Mühlbacher aus Wagrain den Auftrag, eine Büste von Joseph Mohr anzufertigen. Da von Mohr jedoch kein authentisches Porträt vorhanden war, bat er um Exhumierung des Schädels von Mohr, um diesen als Vorlage benutzen zu können. Dies wurde genehmigt, das Grab in Wagrain wurde unter Leitung von Pfarrer Josef Rosenstatter geöffnet. Mühlbacher begann in Wien am Relief zu arbeiten, dabei empfand er die Züge dem Schädel nach. Er ließ 1912 auf eigene Kosten das Mohrrelief in Bronze für die Marktkirche in Wagrain gießen, diese konnte jedoch wegen des hohen Preises von Wagrain nicht angekauft werden und blieb in den Händen des Künstlers. Schließlich wurde das Relief durch die hochherzige Spende des bayrischen Bildungsbeamtenvereines in München in der Höhe von 6.000 Mark im Jahre 1928 erworben und in Oberndorf an einer rückwärtigen Kapelle der neuen Pfarrkirche angebracht.[4]

„Werkbuch“ von Joseph Mühlbacher im Heimatmuseum Kufstein

Neues zu den Reliefs von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber und ihrer Entstehung

Der Zufall führte Regie: Der Stille-Nacht-Forscher Martin Reiter, Reith im Alpbachtal, wurde im Herbst 2017 beim Heimatverein Kufstein um Leihgaben für die nächstjährige Stille-Nacht-Ausstellung im Schloss Fügen vorstellig. Und Michael Neureiter, Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, bat um Bilder von Josef Mühlbachers Mohr-Relief, das auf der Festung Kufstein ausgestellt ist. Das Ergebnis: Im Fundus des Festungs- und Heimatmuseums Kufstein fand sich das „Werkbuch“ von Josef Mühlbacher mit zahlreichen bisher nicht bekannten Abbildungen aus der Werkstatt des Priesters und Bildhauers.

Das „Werkbuch“ Josef Mühlbachers

Reiter hatte in einem alten „Reimmichlkalender“ einen Bericht über den „Kufsteiner Mohr“ gefunden, ein von Josef Mühlbacher geschaffenes Relief. Er stieß dabei auch auf den angeblich im Werkbuch des künstlerisch tätigen Geistlichen abgebildeten Schädel Joseph Mohrs. Er bat daraufhin Kustos Hugo Oberkofler um Nachschau. Dieser fand im Werkbuch Mühlbachers, das dieser als Benefiziat in Radstadt begonnen hatte, tatsächlich ein Bild des in Wagrain exhumierten Schädels des Stille-Nacht-Textdichters Joseph Mohr.

Michael Neureiter hatte im Gespräch mit der Kufsteiner Autorin Brigitte Weninger um Bilder des „Kufsteiner Mohr“ im Stille-Nacht-Gedenkraum in der Festung Kufstein gebeten, der dann im Oberndorfer Relief um Franz Xaver Gruber ergänzt wurde.

Bilder aus dem Werkbuch

Quellen

Einzelnachweise

Zeitfolge
Vorgänger

Kaspar Hain

Pfarrer von Kufstein-Zell
1916−1932
Nachfolger

Johann Baptist Hofinger