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Othmar Eiterer

HR Othmar Eiterer
Hofrat Othmar Eiterer (* 6. April 1937 in Salzburg) war Lehrer, Leiter der Allgemeinen Sonderschule Thalgau, Landesschulinspektor für Sonderpädagogik im Bundesland Salzburg und lebt als freischaffender Künstler (Maler, Schriftsteller und Buchautor) in Thalgau.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ausbildung

Othmar Eiterer, am 6. April 1937 in Salzburg geboren, ist in einer eingesessenen Lehrerfamilie in Thalgau aufgewachsen. Nach dem Besuch der Volksschule Thalgau (1943–1948) trat er 1948 in das Bundesrealgymnasium Salzburg ein. Von 1952 bis 1957 besuchte er die Lehrerbildungsanstalt Salzburg, die er mit dem Zeugnis der Reife für das Lehramt an Volksschulen abschloss. 1961 erhielt er das Lehrbefähigungszeugnis für Volksschulen einschließlich der Befähigung zur Erteilung des Religionsunterrichtes, 1969 das Lehramtszeugnis für Hauptschulen, 1972 das Lehramtszeugnis für Werkerziehung an Hauptschulen, 1973 das Lehramtszeugnis für Allgemeine Sonderschulen und 1982 das Lehramtszeugnis für Sonderschulen für sprachgestörte Kinder.

Berufliches Wirken

Seine Lehrtätigkeit begann er 1958 an der Guldbergskolen in Nystadt in Dänemark, wirkte dann von 1959 bis 1963 an Volksschulen in Wien und von 1963 bis 1973 an der Hauptschule Thalgau. Von 1973 bis 1992 war er Leiter der Allgemeinen Sonderschule Thalgau. 1993 wurde er zum Landesschulinspektor für Sonderpädagogik im Bundesland Salzburg ernannt. Diese Funktion übte er bis 1999 aus.

Sein beruflicher Schwerpunkt galt der Sonderpädagogik sowie den Anliegen der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen, die er auch aktiv in zahlreichen Veranstaltungen zur Lehrerfortbildung und Studienfahrten sowohl in Salzburg als auch auf internationaler Ebene seit 1982 vermittelte. Als Schulaufsichtsorgan war er maßgeblich an der Schulgesetzgebung zur Überführung der Schulversuche zur Integration in das Regelschulwesen beteiligt und war Mitbegründer der Sonderpädagogischen Zentren (SPZ) in Österreich (erstes Zentrum in Österreich: Sonderpädagogisches Zentrum in Thalgau). Bei der UNESCO-Konferenz 1994 in Salamanca, Spanien, stellte er im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst als Vertreter Österreichs das SPZ Thalgau als sonderpädagogische Neuerung vor.

Von 1994 bis 1999 vertrat er Österreich bei der „European Agency for Development in Special Needs Education“.

  • 1995 Gründung der Zeitschrift „Der Spitzer“ (hrsg. vom Zentrum für Schulentwicklung, Klagenfurt)
  • 1999 Verleihung des Berufstitels „Hofrat
  • 2008 Auszeichnung der „Melvin Jones Foundation“ (USA) für jahrzehntelanges Engagement im Dienste benachteiligter und behinderter Menschen.

Seit April 1999 ist er im Ruhestand.

Weitere Tätigkeiten

1984–1992 Besuchsschullehrer der Pädagogischen Akademie Salzburg: Tages- und Blockpraktikum
1965–1973 Zweigstellenleiter und Kursleiter der Salzburger Volkshochschule
1975–1976 sportlicher Leiter des HC Salzburg (1. Division)
1978–1985 Leiter des Bildungswerkes in Thalgau des Salzburger Bildungswerkes
1980–1990 Leiter des Kulturkreises Wartenfels in Thalgau
1963–1973 Jugendleiter des Unionsportvereines Thalgau
1988–1989 Kursleiter im Kunst- und Bildungszentrum Geras
1984–1989 Kursleiter der Volkshochschule Freilassing
1985–1987 logopädische Betreuung behinderter Jugendliche im Berufsvorschulungszentrum St. Gilgen
1987–1992 Leiter der Pädagogischen Werkstatt des Berufsvorschulungsheimes St. Gilgen.

Familie

Othmar Eiterer lebt und arbeitet in Thalgau bei Salzburg und in Montecatini V.C., in der Nähe von Volterra, Toskana. Er war mit Helga Eiterer verheiratet und hat sechs Kinder (davon ist ein Kind verstorben). Othmar Eiterer ist ein Enkel von Paul Eiterer.

Künstlerisches Wirken

Seit 1972 ist Othmar Eiterer freischaffender Künstler als Maler, Schriftsteller und Buchautor tätig. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann er als Autor von Jugendbüchern (1972 „3-2-1 Pröll“, 1977 „Ich kauf mir einen Mittelstürmer“, 1984 „Das Endspiel“ und 1991 „22 Beine und ein Ball“, illustriert von Helga Eiterer). 1998 folgte sein erster Prosaband „Requiem für Anton P.“ (eine Auseinandersetzung mit seiner Kindheit während des Nationalsozialismus und mit der NS-Euthanasie).

Danach folgten 2002 der Roman „Meilen gehen bevor ich schlafen kann“ (eine Beziehungsgeschichte mit dem Schauplatz Toskana) und 2005 der dritte Roman „La morte di Lorenzo M.“ in italienischer Sprache über Don Lorenzo Milani, Lehrer und Priester von Barbiana, der im Sterben liegt. 2007 veröffentlichte den Roman „Rendezvous mit dem Tod“ , 2008 das Schauspiel „Höllenkreis“ nach dem Roman „Der Tod des Lorenzo Milani“ und schrieb 2009 das Schauspiel „Eismann, Eismann“.

Ausstellungen

1978 Wien, Galerie am Rabensteig; 1979 Graz, Galerie Moser; 1980 Venedig, Galleria d`Arte Moderna
1981 Salzburg, Wüstenrot-Initiative; Passau, St. Anna-Kapelle; 1982 Innsbruck, Österreichischer Grafikwettbewerb; Salzburg, Residenz
1984 Berlin, Humboldt-Universität; 1986 Wien, Galerie Zentrum

Publikationen

  • „Requiem für Anton P.“, Bibliothek der Provinz, Weitra, . 1998, Prosa
  • „Meilen gehn bevor ich schlafen kann“, Bibliothek der Provinz, Weitra 2002, Prosa
  • „La morte di Lorenzo M.“, Edizioni Polistampa Firenze, 2005, Prosa
  • „Der Tod des Lorenzo Milani“, Bibliothek der Provinz, Weitra 2005, Prosa
  • „Rendezvous mit dem Tod“, Bibliothek der Provinz, Weitra 2007, Prosa
  • „Höllenkreis“, Drama nach dem Roman „Der Tod des Lorenzo Milani“, Schauspielhaus Salzburg
  • „Eismann, Eismann“, Schauspiel in drei Teilen (unveröffentlicht)
  • „Lebenslinien“, Helga Eiterer, Hrsg. Othmar Eiterer, Bibliothek der Provinz, Weitra 2008
  • „Die Register des Orgelspielers“, Randbemerkungen, erschienen 2014; Verlag für Kommunikation Dominikus Guggenberger A-5110 Oberndorf
  • „Umkehrschub“, Edition Tandem, 2012

Veröffentlichungen

  • Eltz Lieselotte, Othmar Eiterer: Erforschung der Lesegewohnheiten in Thalgau, in: Erwachsenenbildung in Österreich, 31 (1980) 9, S. 576-578, Hrsg. Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Wien
  • Endstation Sonderschule? Zur Integration behinderter Kinder. in: Lion, Internationales Mitteilungsblatt einer Vereinigung im Dienste der Menschheit, Karlsruhe 1985, Heft 1
  • Schule – Versuch einer Standortbestimmung. in: Schule heute, Christlicher Landeslehrervereines für Salzburg, III/87
  • Das verhaltensgestörte Kind - eine Herausforderung, die die Grenzen des traditionellen Schulsystems sprengt. Versuch einer kritischen Standortbestimmung. in: Heilpädagogik, 31 (1988) 3, S. 74-79
  • Abnormal behavior in disturbed children poses a challenge which goes beyond the limit of the traditional schoolsystem. in: Defektologija, Zagreb 1988, Vol. 24, Br.1
  • Behinderung in der kindlichen Entwicklung: Aspekte der Stichprobe im ländlichen Raum. in: Behinderung und Umwelt – Umwelt und Behinderung, Kongressbericht, Heilpädagogischer Kongress 1990
  • Don Lorenzo Milani – Drei Jahrzehnte nach Barbiana: Sind wir eine offene Gesellschaft? In: Schule heute (Christlicher Landeslehrerverein für Salzburg), Salzburg II/91
  • Wann, wenn nicht jetzt? Grenzüberschreitungen – am Beispiel Berlin – Thalgau. in: Schule heute (Christlicher Landeslehrerverein für Salzburg), Salzburg III/91
  • Integration von Behinderten in Schulen – ein übereilter Schritt?, Salzburger Nachrichten, 9. Juli 1992
  • Integration – das Thema. In: Schule heute (Christlicher Landeslehrerverein für Salzburg), (1993) 2, S. 15-16
  • Die Kassandra-Rolle. Bildungssackgasse Behinderung? in: Schule heute, Hrsg. Verband Bildung und Erziehung, NRW, (1996) 5, S. 10-12
  • Othmar Eiterer, Jelle Kahlhammer: Neue Inhalte von großer Tragweite. Leitlinien für die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs. in: Schule heute (Christlicher Landeslehrerverein für Salzburg), (1993) 3, S. 12-14
  • European Agency for Development in Special Needs Education - eine Herausforderung im Dienste behinderter Menschen. in: Erziehung & Unterricht, 149 (Wien 1999) 9-10, S. 788-790

Gemeinsam mit Helga Eiterer (Illustrationen):

  • Arbeitsmaterialien zur Verwendung in der Berufsvorschulung behinderter Jugendlicher, Eigenverlag: Berufsvorbereitungszentrum St. Gilgen bzw. WWP-Verlag, Kufstein (1987 – 1992)
  • MITSCHAUEN – MITDENKEN – MITDENKEN <--zwei Mal mitdenken?-->– MITTUN, Kunsterziehung für zehn- bis 14-jährige, WWP-Verlag, Kufstein (1991)
  • MITSCHAUEN – MITDENKEN – MITREDEN, Jahresplanung und Materialen für den Erstunterricht unter besonderer Berücksichtigung des Sprachaufbaues, WWP-Verlag, Kufstein 1988
  • Lehrfilm (Video) über Kunst und Rehabilitation, Eigenproduktion 1986

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

  • Private Mitteilungen, Othmar Eiterer, Thalgau
  • Jellka
Zeitfolge
Vorgänger

Paul Eiterer (junior)

Familienfolge
1937
Nachfolger

N.N.


Zeitfolge
Vorgänger


Leiter der Allgemeinen Sonderschule Thalgau
1973–1993
Nachfolger

Peter Kroiß