Plácido Domingo

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Plácido Domingo.
Plácido Domingo, Salzburger Festspiele.
Titelseite der „Halleiner Zeitung“ vom 7. Jänner 1977 mit dem Bericht Placido Domingo, der in der Christmette 1976 Stille Nacht! Heilige Nacht!‎ in Hallein sang

Plácido Domingo (* 21. Jänner 1941 in Madrid, Spanien) ist ein international angesehener Sänger (Tenor) und Dirigent. Mit José Carreras und Luciano Pavarotti bildete der die Drei Tenöre.

Salzburgbezug

Plácido Domingo sang mehrmals im Rahmen der Salzburger Festspiele (erstmals 1975). Mit Galakonzerten beging er im Juli 2015 sein 40. Bühnenjubiläum bei den Festspielen und im Mai 2017 seine 50. Bühnenjubiläen an der Wiener Staatsoper sowie an der Berliner Staatsoper. Plácido Domingos jüngste Opernrollen bei den Salzburger Festspielen waren 2014 Graf Luna, 2016 Athanaël in einer konzertanten Aufführung von Thaïs und 2017 Francesco Foscari in konzertanten Aufführungen von I due Foscari. Von 25. bis 31. August 2019 stand Domingo in der Verdi-Oper "Luisa Miller" als Miller auf der Bühne.

Domingo und die Halleiner Orgel

Am 24. Dezember 1976 sang der Weltstar in der Dekanatskirche zum hl. Antonius Einsiedler, der Halleiner Stadtpfarrkirche, das Lied Stille Nacht! Heilige Nacht!‎ während der Christmette. Domingo, der zu dieser Zeit am Vollererhof in Puch weilte, wurde spontan angefragt, ob er sänge und er sagte zu. Später erteilte er der Initiative "Neue Halleiner Stille-Nacht-Orgel" das Recht, seinen Namen und sein Konterfei im Zusammenhang mit der Orgelinitiative verwenden zu dürfen. Domingo unterstützte die Reparatur der Halleiner „Stille Nacht Orgel bisher mit 10.000 Euro.

Aus Anlass des 70. Geburtstages von Placido Domingo am 21. Jänner 2011 ließ Michael Neureiter, Obmann der Initiative "Neue Halleiner Stille-Nacht-Orgel", über Domingos Wiener Verbindungsmann Peter Hofstötter alle guten Wünsche zu dessen 70. Geburtstag übermitteln. Dabei hatte Hofstötter Domingo auch ein symbolträchtiges „Orgel-Bschoadpackl“ angekündigt, das ihm Neureiter bei nächster Gelegenheit als Zeichen seines Dankes und der Bitte um weitere Unterstützung übergeben werde. Placido Domingo feierte in seiner Heimatstadt Madrid, Spanien, seinen 70. Geburtstag, an dem er in der „Iphigenie in Tauris“ sang.

Mit dem „Orgel-Bschoadpackl“ erinnert die Initiative "Neue Halleiner Stille-Nacht-Orgel" an den Heiligen Abend 1976, an dem Placido Domingo sich spontan bereit erklärte, in der Halleiner Stadtpfarrkirche bei der Christmette das Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zu singen. Als „Gage“ erhielt er seinerzeit ein Bschoadpackl zum Dank. Bei bei der Heimfahrt auf der steilen Schneefahrbahn zum „Vollererhof“ erhielt er für seinen VW-Käfer auch noch „tierische Hilfe“ durch eine Kuh.

Das „Orgel-Bschoadpackl“, das für Herrn Domingo vorbereitet wurde enthält neun Kostbarkeiten:

#MeToo: Sängerinnen werfen Placido Domingo sexuelle Belästigung vor

Im August 2019 berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press (AP), der spanische Tenor soll seine Macht missbraucht und Frauen sexuell belästigt haben. Die Vorfälle liegen demnach zum Teil mehrere Jahrzehnte zurück. In einer Stellungnahme teilte der 78-jährige Tenor und Dirigent unterdessen der AP mit, dass die Vorwürfe "zutiefst beunruhigend" und nicht korrekt seien. Dennoch sei es "schmerzlich zu hören", dass er einzelne Personen verstört oder ihnen Unbehagen bereitet haben könnte. Er könne behaupten, dass all seine Beziehungen und Interaktionen stets einvernehmlich gewesen seien.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler sagte am 13. August 2019 auf eine Salzburger Nachrichten-Nachfrage: Placido Domingo werde "wie geplant singen". Sie kenne den Tenor "seit über 25 Jahren", sagte Rabl-Stadler. "Zu seiner künstlerischen Kompetenz hat mich von Anfang an sein wertschätzender Umgang mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Festspiele beeindruckt. Er kennt jeden Namen, vom Portier bis zur Sekretärin, er bedankt sich für jede kleinste Dienstleistung. Würden die gegen ihn erhobenen Vorwürfe auch im Festspielhaus ausgesprochen worden sein, hätte ich sicher davon erfahren." Zudem gelte für die Festspielpräsidentin als ausgebildete Juristin der Leitspruch: "In dubio pro reo" - im Zweifel für den Angeklagten.

Tage später ergriffen jedoch immer mehr Stimmen für ihn Partei. etwa Violeta Urmana, Teresa Berganza ("Niemand hat das Recht, jemanden zu verurteilen, ohne zu wissen, was passiert ist").

Insgesamt neun Künstlerinnen erklärten Mitte August, Domingo habe sie in den 1980er-Jahren gegen ihren Willen umarmt, geküsst, angefasst oder mit nächtlichen Telefonaten bedrängt. Außer der Mezzosopranistin Patricia Wulf wollten sämtliche Frauen anonym bleiben. In Spanien hatte die Sache vor allem bei der Regenbogenpresse viel Staub aufgewirbelt. Unterdessen stellten sich aber fast alle bekannten spanischen Opernsängerinnen öffentlich hinter Domingo.

Derzeit gibt es weder polizeiliche Ermittlungen gegen Placido Domingo noch wurden Beweise für seine angeblichen Belästigungen vorgelegt. Doch erste Konsequenzen muss der Opern-Weltstar bereits tragen. Das Philadelphia Orchestra und die Oper von San Francisco sagten Auftritte des spanischen Tenors im September und Oktober ab. Die von Domingo geleitete Oper in Los Angeles will zumindest Ermittlungen einleiten, während die Hamburger Elbphilharmonie, die New Yorker Met Opera, die Mailänder Scala und die Wiener Staatsoper derzeit an den mit Domingo geplanten Konzerten im Herbst und Winter festhalten.

Domingo ist seit 57 Jahren (2019) mit der mexikanischen Sopranistin Marta Ornelas verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

Weiterführend

Für Informationen zu Plácido Domingo, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen

vom 14. August 2019 metoo-saengerinnen-werfen-placido-domingo-sexuelle-belaestigung-vor-was-die-salzburger-festspiele-sagen und anschuldigungen-gegen-placido-domingo-ziehen-kreise
vom 16. August 2019 vorwuerfe-gegen-placido-domingo-immer-mehr-stimmen-ergreifen-fuer-ihn-partei
vom 23. August 2019 causa-placido-domingo-heftige-debatte-ueber-den-opernstar-in-seiner-heimat