Religionen

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Bunter Glaubensmix beim Religionstreffen 2018 mit Vertretern der römisch-katholischen Kirche, der Bahá'í- und der Sikh-Religionsgemeinde, der islamischen Moschee-Gemeinden und der buddhistischen Religionsgemeinschaft.
2019, sieben christliche Konfessionen sind hier beim ökumenischen Stadtgottesdienst in der serbisch-orthodoxen Kirche vereint. V.l. Paul Punnackal George (syrisch-orthodox), Generalvikar Pfarrer Martin Eisenbraun (altkatholisch), Gabriele Rehbogen (evangelisch-methodistisch), Bischof Andrej Cilerdzic und Pfarrer Jovan Govidarica (serbisch-orthodox), Superintendent Olivier Dantine (evangelisch AB), Weihbischof Hansjörg Hofer (römisch-katholisch), Erzpriester Dumitru Viezuianu (rumänisch-orthodox), Pfarrer Zoran Vrbaski (serbisch-orthodox);

Mehr als 20 Gemeinschaften leben in Salzburg ihre Religion.

Übersicht

Anfang 2018 waren in Salzburg 338 418 Menschen oder 61,2 Prozent römisch-katholisch und 2,9 Prozent evangelisch. Seit 2001 dürfen die Statistiker nicht mehr das Religionsbekenntnis abfragen, deshalb gibt es für andere Religionsgemeinschaften nur Schätzungen. Größte Gruppe sind hier die Muslime mit rund 5,6 Prozent, rund zehn orthodoxe Glaubensrichtungen machen zusammengefasst einen Anteil von 3,7 Prozent aus, also immer noch mehr als die Evangelischen. Die serbisch-orthodoxe Kirche mit drei Priestern zieht inzwischen zahlenmäßig mit den Salzburger Evangelischen gleich.

Wir sind Kirche

In Österreich sind 16 Kirchen- und Religionsgemeinden von Aleviten bis Syrisch-Orthodoxe gesetzlich anerkannt. Weiters gibt es bundesweit aktuell neun staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaften von Bahá'í bis zur Vereinigten Pfingstkirche, sieben davon sind in Salzburg aktiv. Dafür sind mindestens 300 Gläubige Voraussetzung, nach 20 Jahren Bestand und einem Bevölkerungsanteil von mehr als 0,2 Prozent ist ein „Upgrade“ zur staatlichen Anerkennung möglich.

Hindus, Sikhs und Buddhisten

Rund 700 Hindus leben im Bundesland, vornehmlich in der Landeshauptstadt, wo in Lehen ein kleiner Tempel das religiöse Zentrum bildet. Sikhs sind sowohl vom Islam als auch vom Hinduismus beeinflusst und praktizieren ihren Glauben hierzulande unter anderem in einem Tempel in Schallmoos. Eine Buddhistische Gemeinschaft gibt es seit 1977 im Land, es haben sich seither einige Mediationszentren gebildet.

Weltanschauungen, nicht Sekten

Und wie sieht es aus mit den Zeugen Jehovas, Mormonen, Scientology-Anhängern und Anthroposophen, die auch hier aktiv sind? „Sekten ist bei vielen religiösen Gruppierungen aufgrund ihrer staatlichen Anerkennung teilweise nicht mehr zutreffend, wir bezeichnen sie als Weltanschauungsgruppen“, sagt Matthias Hohla, Referent für Ökumene und Weltreligionen in der Erzdiözese Salzburg.

Juden mit Männermangel

Nur etwa 70 Menschen in Salzburg bekennen sich zum jüdischen Glauben. Nicht immer finden sich die erforderlichen zehn Männer in der seit 1900 bestehenden jüdischen Synagoge an der Lasserstraße ein, um die Thorarolle aus dem Schrein zu nehmen. Ersatzweise wird aus anderen Büchern vorgetragen, berichtet Hannah Feingold von der israelitischen Kultusgemeinde.

Arbeiterpriester in Alterspension

Der rumänisch-orthodoxe Erzpriester Dumitru Viezuianu war früher in einer Druckerei angestellt. Jetzt kann er sich neben dem Religionsunterricht am Gymnasium voll „seiner Herde“ widmen. Die umfasst bis zu 3 000 Gläubige und reicht bis nach Vöcklabruck und Kufstein. Von anderen orthodoxen Kirchen unterscheidet sie nur die Sprache, die Gottesdienste und Predigt werden teilweise rumänisch und Deutsch gefeiert. Wie in allen orthodoxen Kirchen gibt erfolgt die Finanzierung mit Spenden, einen gesetzlich verpflichtenden Kirchenbeitag heben nur die römisch-katholische, die evangelische und die altkatholische Kirche ein. Viezuianu verzichtete auf eine Entlohnung von der Pfarre, damit die Gemeinschaft in einer Holzkirche in Salzburg-Schallmoos feiern kann.

Priester, katholisch, verheiratet

Minderheit sind die Katholiken, was die Ehelosigkeit ihrer Priester angeht. Doch nicht alle müssen auf ein Familienleben verzichten – ganz offiziell. Vitaly Mykytyn und John Reeves von der Ukrainisch Griechisch-Katholische Gemeinde Salzburg sind Priester und verheiratete Familienväter. Pfarrer Mykytyn darf beispielsweise auch Krankensalbungen vornehmen und Messen im Unfallkrankenhaus Salzburg nach römisch-katholischem Ritus feiern. Die Ehe muss in dieser Glaubensgemeinschaft vor der Priesterweihe geschlossen worden sein. Und evangelische oder anglikanische verheiratete Pastoren, die zum Katholizismus konvertieren, können vom Pflichtzölibat entbunden und dann ebenfalls katholischer Priester werden. Überhaupt stehen die Katholiken den Orthodoxen manchmal theologisch näher als den Evangelischen. Beide Konfessionen kennen dieselben sieben Sakramente, bei den Evangelischen gelten nur Taufe und Abendmahl.

Exotisches und exklusives Theologiestudium

Die Universität Salzburg bietet für die syrisch-orthodoxe Kirche ein Unikum: Weltweit einmalig kann man hier in einem Lehrgang ihre Theologie studieren. Das Angebot wird von Studierenden aus dem Nahen Osten, Indien und weltweit verstreuten Gläubigen genutzt, aber auch von Studenten aus dem Westen, die sich in Salzburg akademisch vertiefen wollen.

Weitere Daten (alt)

Die Zahlen entsprechen dem Stand Frühjahr 2009 (Ausnahme Rumänisch-Orthodoxe Kirche - Herbst 2011)

Die größte Glaubensgemeinschaft im Bundesland Salzburg war die Katholiken mit 366 000 Mitgliedern. Die Evangelische Kirche folgt mit mehr als 22 000 Gläubigen.

Die orthodoxen Kirchen teilten sich in die serbisch-orthodoxe Kirche mit 14 000 Mitgliedern, die rumänisch-orthodoxe Kirche mit etwa 4 000 Gläubigen sowie in die russisch-orthodoxe Kirche mit etwa 50 Mitgliedern und die griechisch-orthodoxe Kirche mit etwa 80 Mitgliedern. Die altkatholische Kirche Salzburg wurde am 16. Mai 1922 mit Erlass des Ministeriums staatlich anerkannt.

Daneben gab es auch (protestantische) Freikirchen, etwa die Pfingstgemeinden, deren es vier Gruppen mit zwischen 120 und 200 Mitgliedern in Salzburg gab. Weitere Freikirchen waren die Christliche Gemeinschaft Loig, die Gemeinde Unterwegs, die Baptisten und die Nazarener.

20 000 Muslime mit zwölf Moscheen im Stadtgebiet von Salzburg, vier davon türkischsprachig, zwei bosnischsprachig, zwei albanischsprachig und eine arabischsprachig. Weiters gab es 700 Buddhisten, deren Zugehörigkeit vom tibetischen bis zum Zen-Buddhismus reicht. Dem Hinduismus gehörten etwa 600 bis 700 Personen an, Sikhs gab es etwa 300, der Bahai-Religion gehörten 20 Mitglieder an und in der Israelitischen Kultusgemeinde waren um die 70 Personen aktiv. Darüber hinaus registrierte die Erzdiözese Salzburg rund 200 bis 300 Sekten im Land Salzburg.

Quellen