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Evangelische Kirche (Gemeinschaft)

Die Evangelische Kirche im Bundesland Salzburg ist Teil der Diözese Salzburg-Tirol, die von Superintendent Mag. Olivier Dantine geleitet wird.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Evangelische Kirche Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses in Österreich sowie die in dieser zusammengeschlossene Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich und die Evangelische Kirche Helvetischen Bekenntnisses in Österreich – sämtliche Evangelische Kirche genannt – sind gesetzlich anerkannte Kirchen (Religionsgesellschaften) im Sinne des Artikels 15 des Staatsgrundgesetzes vom 21. Dezember 1867, RGBl. Nr. 142, über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger.

Die Evangelische Kirche genießt die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.[1]

Im Gebiet der Evangelische Diözese Salzburg-Tirol leben ca. 30 000 bekennende Mitglieder. Davon ist der überwiegende Teil Augsburgischen Bekenntnisses, nur etwa 300 zählen sich zu den Evangelischen Helvetischen Bekenntnisses. Für die evangelische Diözese Salzburg-Tirol befindet sie sich in Innsbruck. Die Geschäftsstelle der Superintendentur in Salzburg ist im Evangelischen Schulamt in der Sinnhubstraße 10 untergebracht.

Geschichte

Bereits kurz nach Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts fasste die Lehre Martin Luthers auch in Salzburg Fuß. Der aus Schwaben stammende Paul Speratus verbreitete die neue Glaubenslehre in der Stadt Salzburg.

Speratus wurde später von Fürsterzbischof Matthäus Lang des Landes verwiesen, zahlreiche Bauern und Bürger hatten jedoch am neuen Glauben Gefallen gefunden und probten nun den Aufstand gegen den Erzbischof.

Unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (15871612) verließen die ersten verfolgten Bürger, oftmals aus angesehenen Familien, aus Glaubensgründen die Stadt Salzburg. Innergebirg hielt sich der Protestantismus trotz aller Versuche seitens der Fürsterzbischöfe ihn auszurotten.

Unter Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian (17271744) setzte die folgenschwerste Verfolgung der Protestanten ein: 1731/32 wurden zahlreiche Bauern, die sich nun offen zum neuen Glauben bekannten, des Landes verwiesen. Etwa 22 000 Protestanten wanderten damals zum Großteil nach Ostpreußen, aber auch in die Niederlande und nach Amerika, nach Eben-Ezer aus.

Mitte des 19. Jahrhunderts fassten langsam wieder Protestanten im nun säkularisierten Salzburg Fuß. In den Jahren 1863 bis 1868 wurde das erste evangelische Gotteshaus in der Stadt Salzburg, die Christuskirche am Elisabethkai, errichtet. Erster Pfarrer der Evangelischen Gemeinde wurde der aus Coburg (Deutschland) stammende Geistliche Heinrich Aumüller.

In Bad Gastein entstand bis 1872 die Evangelische Christophoruskirche Bad Gastein unter dem Patronat des Königs von Preußen und deutschen Kaisers Wilhelm I..

1902 kam es zur Gründung des Vereins Salzbund, der sich um die neuen Glaubensbrüder bemühte. Zu dieser Zeit erhielt die Gemeinde starken Zuwachs durch die "Los-von-Rom-Bewegung".

Die 1904 als Predigtstation gegründete Gemeinde in Hallein erhielt 1925 den Status einer Pfarrgemeinde.

1935 wurde in Neumarkt bei Salzburg die erste Predigtstation außerhalb der Landeshauptstadt und Halleins gegründet, hier entstand 1956 auch die Rupertuskirche.

Am 25. Juni 1960 wurde die Heilskirche eingeweiht und damit auch Gastein zur eigenständigen Pfarre erhoben.

1994 wurde die Pfarrgemeinde Salzburg in zwei Teile, links und rechts der Salzach, aufgegliedert. Neben der Christuskirche fanden die Protestanten nun in der Matthäuskirche in Taxham ein neues Zuhause. Auch die Friedenskirche in Saalfelden wurde von Zell am See losgelöst und damit zur Pfarrkirche der Evangelischen Pfarrgemeinde Saalfelden erhoben.

1999 wurde die Auferstehungskirche der Evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg-Süd in Gneis eingeweiht. Im selben Jahr entstand auch, durch die Trennung von der Mutterpfarrgemeinde Hallein, in Bischofshofen die jüngste Salzburger Pfarrgemeinde.

Pfarrgemeinden in Salzburg

 
Evangelische Christuskirche Salzburg

Im Bundesland Salzburg bestehen aktuell neun Pfarrgemeinden der Evangelischen Diözese A.B. Salzburg-Tirol:

Die Evangelische Tochtergemeinde A.B. Radstadt-Altenmarkt ist eine Filiale der Evangelischen Muttergemeinde Schladming, der Lungau wird durch die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Murau-Lungau betreut. Beide gehören zur Evangelischen Diözese A.B. Steiermark.

Ferner gibt es eine Personalgemeinde der Evangelischen Kirche A.u.H.B.: „Salzburg International Christian Church – SICC“ (gegründet mit Wirkung vom 1. März 2007) mit Sitz in 5020 Salzburg, Schwarzstraße 25.

Für eine Auflistung der aktuellen Gottesdienstzeiten in diesen Gemeinden siehe: Evangelische Gottesdienste.

Statistik

  • Gemeindemitglieder: 29 336
  • davon Augsburgischen Bekenntnisses: 29 024
  • davon Helvetischen Bekenntnisses: 312
  • Pfarrgemeinden: 16

Superintendent

Die Stellung des Superintendenten entspricht dem Rang eines Diözesanbischofs in der römisch-katholischen Kirche. Im Gegensatz zu diesem wird sie durch eine Wahl besetzt. Wählbar ist, wer ein abgeschlossenes Theologiestudium hat, mindestens 35 Jahre alt ist sowie die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Das Amt wird in einer Amtszeit von 12 Jahren ausgeübt. Es besteht die Möglichkeit zur Wiederwahl. Das Amt besteht zu gleichen Teilen aus geistlichen und administrativen Tätigkeiten.

Mit dem Amt sind bischöfliche Aufgaben verbunden:

  • Ordination von Pfarrern,
  • Visitation und
  • andere.

Bilder

  Bilder der evangelischen Kirche in Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  • Homepage der Evangelischen Kirche Salzburg-Tirol

Weblinks

Einzelnachweise