Adolf Hütter

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Adi Hütter

Adolf "Adi" Hütter (* 11. Februar 1970 in Hohenems, Vorarlberg) war ein erfolgreicher österreichischer Fußballspieler und war in der Saison 2014/15 Trainer bei FC Red Bull Salzburg.

Leben

Schon mit 17 war Hütter bei Altach Stammspieler in der Regionalliga West; er verdiente 800 Schilling pro Punkt und 1600 Schilling pro Sieg. Hütter schloss eine Lehre zum Großhandelskaufmann ab − und wurde mit 18 vom GAK verpflichtet. Nach Stationen beim LASK und noch einmal Altach wechselte er 1993 zu Austria Salzburg und bestritt mit dem Vizemeister die erfolgreiche UEFA-Cup-Kampagne. Sein Weitschusstor im Lehener Stadion in der Nachspielzeit am 7. Dezember 1993 ermöglichte erst die Verlängerung, in der sich Salzburg gegen Sporting Lissabon durchsetzte. Auch im Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt gelingt ihm ein Tor zum 1:0-Sieg im Hinspiel, das im Wiener Praterstadion ausgetragen wird.

Hütter dringt mit Salzburg in dieser Saison ins UEFA-Cup-Endspiel vor, das mit einem Gesamtscore von 0:2 gegen Inter Mailand verloren geht. Außerdem gelingt 1993/94 der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte. Er zählt auch in der darauffolgenden Saison, die Salzburg als erste österreichische Mannschaft in der Hauptrunde der Champions League sieht und mit dem zweiten Meistertitel endet, zu den Stützen. Unter Neo-Coach Heribert Weber wird Hütter 1997 zum dritten Mal Meister, diesmal als Kapitän.

Hütter spielte 14-mal in Österreichs Nationalteam. Eine Enttäuschung erlebte er, als ihn Teamchef Herbert Prohaska 1998 nicht zur WM nach Frankreich mitnahm. 1996 und 2000 hatte Hütter Angebote aus dem Ausland (1860 München, Duisburg, Patras), zuerst blieb er in Salzburg, im Juni 2000 wechselte er allerdings innerhalb der österreichischen Bundesliga zurück zum GAK, mit dem er 2002 Cupsieger wurde.

Nach dem Cupsieg mit den Steirern spielte Hütter drei Jahre für Kapfenberg in der Red Zac Erste Liga, um dann im Sommer 2005 ein Angebot von Red Bull Salzburg anzunehmen und in die Regionalliga West zu wechseln. In der Saison 2006/07 erlebte Hütter zum Abschluss seiner Karriere noch einmal seinen zweiten Frühling. Er führte die Red Bull Salzburg Amateure als Leitfigur in die 2. Bundesliga (Red Zac Erste Liga) und nebenbei noch ins Halbfinale des ÖFB-Cups.

Am 4. April 2007 ging eine außergewöhnliche Fußballkarriere zu Ende, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht einmal der Beteiligte wusste. Adi Hütter setzte als Kapitän der Red Bull Amateure im ÖFB-Cup-Halbfinale gegen Austria Wien im Elfmeterschießen den ersten Strafstoß an die Querlatte. Es sollte der letzte Schuss seine Karriere gewesen sein. Eine hartnäckige Entzündung an der Achillessehne machte dem einstigen Europacuphelden derart zu schaffen, dass er am 20. August 2007 offiziell seine Karriere beenden musste. Er vollzog einen fliegenden Wechsel ins Trainerlager. Hütter wurde sofort ins Trainerteam der Red Bull Juniors in der Red Zac Liga integriert. Er war neben Gerald Baumgartner zweiter Co-Trainer von Lars Søndergaard und für das Spezialtraining zuständig. Mit Beginn der Saison 2008/09 rückte Søndergaard zum Nachwuchsleiter auf und Hütter wurde Cheftrainer der Juniors.

Am 26. Mai 2009 gab Red Bull Salzburg bekannt, dass der Vertrag mit Hütter nicht über den Sommer hinaus verlängert wird. Dafür kehrte er Anfang Juni als Trainer zu seinem Stammverein SC Altach zurück. Dort verfehlte er das Ziel, den Wiederaufstieg in die Bundesliga, mit den Rängen drei (2010) und zwei (2011). Als sich im Frühjahr 2012 abzeichnete, dass Altach erneut scheitern würde, beendete der Klub die Zusammenarbeit. Wenige Tage später unterzeichnete Adi Hütter einen Vertrag beim SV Grödig, mit dem er gleich im ersten Jahr die große Überraschung schaffte und als Meister der Ersten Liga in die Bundesliga aufstieg. Die Bundesligasaison 2013/14 wurde für den SV Grödig zu einem Erfolgslauf. Von Anfang an spielten sie an der Tabellenspitze mit und beendeten die Saison als Tabellendritter, was bedeutete, dass der SV Grödig sich für die Qualifikation zur Europa-League qualifizierte. Am Ende der Saison gab Hütter bekannt, dass er den Verein verlassen wird.

Am 12. Mai 2014 wurde er als Nachfolger von Roger Schmidt als Trainer beim FC Red Bull Salzburg vorgestellt, nachdem es schon lange Gerüchte gegeben hatte, dass er diesen Posten bekommen würde. Unter Hütter verteidigte der Club 2014/15 das Double aus Meisterschaft und Cup. Ein Wermutstropfen war das Aus in der Qualifikation zur Champions League gegen Malmö FF. In der Europa League gelang der Gruppensieg, ehe die Salzburger in der K.o.-Phase an Villarreal scheiterte. Am 15. Juni 2015 gab Red Bull Salzburg bekannt, dass man sich wegen strategischen Auffassungsunterschieden von Adi Hütter trennt. Am 7. September 2015 übernahm Hütter den Posten des Cheftrainer beim BSC Young Boys Bern in der Schweizer Super League. In der Saison 2017/18 gelang es Hütter mit den Young Boys nach 35 Jahren wieder Schweizer Meister zu werden und die jahrelange Vorherrschaft des FC Basel zu beenden.

Statistik

  • Bundesliga: 230 Spiele (19 Tore), davon 201 Spiele (17 Tore) für Austria Salzburg
  • Europacup/Champions League: 24 Spiele (3 Tore), davon 19 Spiele (3 Tore) für Austria Salzburg
  • Nationalteam: 14 Spiele (3 Tore) von 1994 bis 1997

Erfolge

  • 3x österreichischer Meister (1994, 1995, 1997) mit Austria Salzburg
  • 1x österreichischer Cupsieger (2002) mit dem Grazer AK
  • 3x österreichischer Supercupsieger (1994, 1995, 1997) mit Austria Salzburg
  • 1x UEFA-Cup-Finalist (1994) mit Austria Salzburg
  • 1x Champions-League-Teilnahme (1994/1995) mit Austria Salzburg

als Trainer

  • Meister und Cupsieger 2014/15
  • Meister der Heute für Morgen Erste Liga 2012/13
  • Dritter der Fußballbundesliga 2013/14 (Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb)

Auszeichnungen

Am 9. April 2015 wurde Adi Hütter bei der Leonidas Sportgala als Salzburgs Trainer des Jahres ausgezeichnet. Als Teil des SV Austria Salzburg hatte er 1994 den Titel Beste Mannschaft Österreichs errungen.

Literatur

  • Adolf Hütter, Jörg Zeyringer: Die 11 Gesetze der Motivation im Spitzenfußball. Orell Füssli Verlag, Zürich 2006

Quelle

  • Salzburger Nachrichten