Heribert Weber

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Heribert Weber
2013 als Sky-Experte

Heribert Weber (* 28. Juni 1955 in Pöls, Steiermark) ist ein in Graz-Seiersberg lebender ehemaliger Fußballnationalspieler, Spieler und Trainer von Austria Salzburg.

Karriere als Spieler

Sein erlernter Beruf - Buchdrucker - brachte den aus Pöls bei Judenburg stammenden Weber zum Profifußball. Bei einem Freundschaftsspiel einer Mannschaft der Buchdruckerlehrlinge gegen das Unter-21-Team von Sturm Graz fiel der 18-Jährige, noch in der Mittelstürmerposition, dem Sturm-Graz-Trainer Karl Schlechta auf. Heribert wechselte zum Bundesligaklub. Den Durchbruch brachte sein erstes Spiel in der Startformation: Im Frühjahr 1974 erzielt Weber bei einem 1:0-Sieg über Rapid das einzige Tor. Nach einer Verletzungspause begann Weber sein Comeback in der Verteidigung und sollte fortan in dieser Formation bzw. defensiver Mittelfeldspieler bleiben. 1976 wurde Weber erstmals ins Nationalteam berufen, 1978 gehörte er dem WM-Kader für das Turnier in Argentinien an.

Nach der WM 1978 wechselte Weber zu Rapid Wien, wo er vier Mal Meister und vier Mal Cupsieger wurde, das Europacupfinale der Cupsieger 1985 erreichte und Kapitän sowie "Ehrenkapitän" des Hütteldorfer Klubs wurde. Ein Streit mit der Klubführung bedeutete 1989 den Abschied aus Wien. Bundesligaaufsteiger Austria Salzburg sicherte sich die Dienste des bereits 34 Jahre alten Weber. Er sollte zu einer der Schlüsselfiguren in der Erfolgssaison 1993/1994 werden. Als Kapitän führte er das Team zum ersten Meistertitel und in sein zweites europäisches Finale. Die Karriere im Nationalteam war bereits 1989 vorbei: Nach einem Disput mit Teamchef Josef Hickersberger über die Einsatzfähigkeit Webers nach einem zahnärztlichen Eingriff war der Spieler nicht im wichtigen Qualifikationsspiel gegen die DDR dabei. Als Folge verpasste Weber die Chance, als einziger Österreicher bei drei Weltmeisterschaften mitzumachen.

Karriere als Trainer

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere war er zunächst auch als Trainer erfolgreich. 1994 begann er beim Austria-Partnerklub FC Puch, wechselte aber schon in der Winterpause nach dem Tod Bruno Pezzeys als Unter-21-Trainer zum Österreichischen Fußballbund. Im März 1996 kehrte Weber als Trainer zu Austria Salzburg zurück. 1996/1997 holte er mit einer unterschätzten Mannschaft, aus der nahezu alle Stars des alten Erfolgsteams abgewandert waren, überraschend den dritten Meistertitel und vor Beginn der neuen Spielzeit auch den Supercup. Nachdem der Start in die nächste Saison nicht glückte und Salzburg auch den Aufstieg in die Champions League verpasste, nahm Weber im Herbst 1997 den Hut und heuerte im Mai 1998 bei Rapid Wien als Trainer an. Er erreichte in den kommenden beiden Jahren zwei Vizemeistertitel. Weitere Trainerstationen in Saarbrücken und Untersiebenbrunn folgten, bevor sich Weber auf einen Kommentatorposten als Experte bei Sky Österreich konzentrierte.

Von August 2008 bis Sommer 2010 war Heribert Weber Sportdirektor des FC Trenkwalder Admira.

Vorgestellt

Vier Mal Meister mit Rapid, 68 Länderspiele inklusive zwei WM-Teilnahmen und dann mit 34 Jahren Übersiedlung in die Fußballprovinz Salzburg: Warum tat sich Heribert Weber im Sommer 1989 das an? "Weil ich gespürt habe, es geht noch etwas! Gemütliche Jahre wollte ich in Salzburg keine verbringen."

Es ging nicht nur etwas. Es wurden Salzburger Fußballfestspiele als Krönung einer großen Spielerkarriere. Es wurde ein Blitzstart als Meistermacher auf der Trainerbank. Es bleibt die Erinnerung an wunderschöne Tage.

"Ich bin in Salzburg unglaublich freundlich aufgenommen worden", schildert Heribert Weber, geboren 1955 in Pöls in der Steiermark und bei Sturm Graz fußballerisch gereift, ehe er zu Rapid ging, "vom ersten Tag an hat alles gestimmt. Ich war ziemlich verblüfft, weil ich ja von Rapid gekommen bin. In der Stadt haben mich die Leute angeredet. Herr Weber brauchen's was? Kann ich helfen? Ich habe wirklich oft das Gefühl gehabt, dass die Leute hier auf mich gewartet haben. Auch bei der Mannschaft und beim Trainer Kurt Wiebach, den ich vorher gar nicht gekannt habe, war ich gleich akzeptiert."

Weber musste sich umstellen. Bei einem Bundesliga-Wiederaufsteiger weht ein anderer Wind als beim Rekordmeister Rapid. "Es wurde im Vergleich zu Wien in vielen Bereichen amateurhaft gearbeitet, aber es änderte sich viel." Bald sprach niemand mehr vom Abstieg. Bei den Violetten unter ihrem umtriebigen Klubchef Rudi Quehenberger lag Größeres in der Luft.

"Dann kam Otto Baric als Trainer, Wiebach wurde Manager", erzählt Weber, "und wir hatten so viele Rohdiamanten. Feiersinger, Hütter, Pfeifenberger, Winklhofer, Amerhauser, Aigner, Fürstaller, hoffentlich vergess' ich jetzt niemand. Ilsanker, auch wenn Konrad öfter im Tor stand. Dann die Älteren. Garger, Willfurth, Lainer, Stadler. Bis auf vier, fünf Spieler waren alle aus dem Salzburger Raum. Das gab einen Zusammenhalt. Da hat sich bei den Fans etwas für Österreich völlig Neues entwickelt. Wir waren plötzlich Popstars. Die Mädels kamen in Scharen in das Stadion. Wir haben gemerkt: Du kannst alles erreichen, wenn du den Willen hast, über dich hinauszuwachsen." Austria Salzburg wurde in dieser Zeit zu Österreichs heimlichem Nationalteam.

Heribert Weber siedelte sich in seinen Salzburger Jahren mit Frau und zwei Töchtern in Seekirchen an. Damals geknüpfte Freundschaften pflegt er immer noch. "Ich komm' noch oft nach Seekirchen. Dann gehen wir in der Runde essen und haben Spaß wie früher."

Als Trainer wirkte Weber auch bei Rapid, beim FC Saarbrücken, beim SC Untersiebenbrunn und war bis Sommer 2010 Sportdirektor beim FC Admira Wacker Mödling. Weber: "Jetzt konzentriere ich mich ganz auf die Arbeit als TV-Analytiker beim Sender Sky." Privat lebt er in Graz-Seiersberg. Mit den steirischen Volksmusikern Kernbuam und deren Hotel ist er durch seine Heirat mit der Tochter des heuer verstorbenen Gründungsmitglieds Sepp Kern verbunden.

Im Vergleich zu seiner aktiven Zeit vermisst Weber Vereinstreue bei der aktuellen Fußballspieler-Generation. "Das heißt nicht, elf Freunde müsst ihr sein, das wäre ein Blödsinn. Aber vielen Spielern fehlt eine emotionelle Nähe zum Verein, für den sie spielen. Gespräche mit den Klubverantwortlichen führen Berater und Manager."

Webers Einschätzung von Red Bull Salzburg? "Jeder Klub bestimmt seine Philosophie selbst. Aber die Kluft zwischen Verein und Fans ist zu groß. Dieses gemeinsame Feiern und auch gemeinsame Trösten ist verloren gegangen. Läuft es nicht, bleiben die Fans aus."

Statistik

  • 577 Spiele in der höchsten Liga (Rekord in Österreich, davon 149 für Austria Salzburg)
  • 58 Ligatore (9 für Austria Salzburg)
  • 59 Europacupspiele (10 für Austria Salzburg)
  • 3 Europacuptore (0 für Austria Salzburg)


Erfolge als Spieler

  • 5x österreichischer Meister (Rapid Wien 1982, 1983, 1987, 1988, Austria Salzburg 1994)
  • 4x österreichischer Cupsieger (Rapid Wien 1983, 1984, 1985, 1987)
  • 1x Europacupfinale der Cupsieger (Rapid Wien 1985)
  • 1x UEFA-Cup-Finale (Austria Salzburg 1994)

Erfolge als Trainer

  • 1x österreichischer Meister (Austria Salzburg 1997)

Auszeichnungen

  • Österreichischer Fußballspieler des Jahres 1987
  • "Bruno" - Trainer des Jahres 1997

Nationalteam

Quellen