Augustin Winkelhofer

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Augustin Winkelhofer, auch Winckelhofer[1] (* 7. Juli 1771 in Hallwang[2]; † 8. Jänner 1832 in St. Michael im Lungau)[3], war ein katholischer Priester und Geschichtsforscher.

Leben

Johann Augustin Winkelhofer war der Sohn des Hallwanger Mesners und Schulleiters Felix Winkelhofer und seiner Frau Magdalena, geborene Oberholzer. Er wurde am 14. Juni 1794 zum Priester geweiht. 1795 war er Koadjutor in Uttendorf, 1797 in Hallwang, 1798 in Wagrain, 1805 an der Dompfarre in Salzburg, 1805 bis 1811 war er Vikar in Koppl, dann in Tengling, 1812 Pfarrer zu Altenhofen im Hausruckviertel und 1816 in St. Michael im Lungau, wo er im Alter von 61 Jahren starb. Dort befindet sich Ruine seines Hauses.

Neben seiner priesterlichen Tätigkeit erforschte er die Geschichte des Lungaus, insbesondere die von St. Michael. Als solcher war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste und Wissenschaften in München.

Er brachte sich als Autodidakt die Kartografie bei. Dabei erreichte er eine sehr hohe Fähigkeit. 1805 wurde seine vom Kurfürstentum Salzburg angefertigte Karte als einzig gültige gedruckt und veröffentlicht. Daneben erstellte er eine Kirchenkarte mit allen deutschen Bistümern. In einer "Salzburg-Karte" vermerkte er alle bis 1200 urkundlich erwähnte Orte.

Im Biographischen Lexikon des Kaiserthums Oesterreich (BLKÖ) [1856-1891] steht:[4]

Von seinen kartographischen Arbeiten, die bei den damaligen Verhältnissen mit einer Ausnahme ungestochen und ungedruckt blieben, sind zu nennen: die Karte des Kurfürstenthums Salzburg, 1805 in Nürnberg gedruckt; eine Kirchenkarte von nahezu sämmtlichen deutschen Bisthümern, welche im königlich bayrischen Reichsarchiv zu München sich befinden soll; dann eine Karte des alten Salzburggaues, in welcher alle Orte eingetragen sind, die bis zum Jahre 1200 in Urkunden erwähnt werden. Außerdem beschäftigte sich Winckelhofer auch mit schriftstellerischen sein Vaterland betreffenden Arbeiten, und sind von ihm erschienen: „Hierarchische Verfassung von Salzburg und Berchtesgaden. Historisch dargestellt“ (Salzburg 1810), besonders abgedruckt aus Koch-Sternfeld’s Werke: „Salzburg und Berchtesgaden“; – „Der Salzachkreis, geographisch, historisch und statistisch beschrieben“ (Salzburg 1813, 8°.); – „Historische Darstellung einiger Kirchengründungen und Priesterfundirungen in Salzburg, Steiermark und Kärnthen, vorzüglich im Mittelalter“ (1828). Zahlreiche Beiträge lieferte er für das „Salzburger Intelligenzblatt“, für die „Carinthia“, für die Ersch’ und Gruber’sche „Encyklopädie“, für die „Zeitschrift für Bayern“, in welch letzterer im Juni- und Juli-Heft 1817 seine Abhandlung über das Attergau und die daraus entstandene Herrschaft Attersee abgedruckt ist. Als Pfarrer zu St. Michael im Lungau entdeckte er in den Zwanziger-Jahren des laufenden Jahrhunderts zu St. Martin, einer Filiale von St. Michael, verschiedene norische Alterthümer, über welche er eine ausführliche Darstellung verfaßte, die in Benedict Pillwein’s „Biographischen Schilderungen u. s. w.“ (Salzburg 1821) im Anhange, S. 343–356 abgedruckt steht. Während er an einer Geschichte des Lungaus arbeitete, überraschte ihn der Tod, doch befindet sich das Manuscript im Pfarrarchive zu St. Michael. Im Jahre 1815 hatte ihn die königlich bayrische Akademie der Wissenschaften zum correspondirenden Mitgliede erwählt.

Quellen

Einzelnachweise

Zeitfolge
Zeitfolge
Vorgänger

Johann Karl Münst

Pfarrprovisor von Koppl
18051811
Nachfolger

Joseph Ostner