Brandweinbrennerhaus

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Karte

Als Brandweinbrennerhaus werden in der Stadt Salzburg zwei Gebäude in Arenbergstraße der rechtsufrigen Altstadt im Äußeren Stein bezeichnet. Sie zählen zu den denkmalgeschützten Objekte in der Stadt Salzburg.

Lage

Die beiden Häuser Arenbergstraße 17 und 19 liegen oberhalb der Straße und deren Gärten steigen steil zu den Felswänden des Kapuzinerberges auf.

Geschichte

Anfang des 13. Jahrhunderts, als in Salzburg der Weinbau nach den Römern wieder kultiviert wurde, fand man die Lage an der Südseite des Imbergs, die alte Bezeichnung des Kapuzinerbergs, für die Anlage von Weinbergen als günstig. Von da ab vergrößerte sich die Besiedelung bedeutend, da hier auch eine Hauptstraße, die Steingasse, von Süden in die Stadt führte.

1523 wurde das „Haus und der Garten zu Pyrgla“ erstmals erwähnt. Weitere Bezeichnungen waren „Ingerl“ oder „Pretzenbehausung“, da der Besitzer Wenger ein Bäcker war. 1559 wurde der Domherr Johann Ramminger neuer Hausherr.

1650 erwarb es Johann Kellenberger, ein Salzburger Handelsmann, Ratsherr und Bürgermeisteramtsverwalter. Kellenberger hatte bereits 1635 die Villa Blumenstein erbaut. Er errichtete 1662 oberhalb des Hauses in halber Höhe des Gartens die barocke Franziskuskapelle mit einem Vorbau. Im Garten, der bis zur Befestigungsmauer reicht, ließ er in Etagen mit Mauern gestützte Plattformen anbringen, um das Abrutschen des Erdreichs verhindern und dem Garten ein Aussehen ähnlichem einem Weingarten zu geben. Die Erben von Kellenberger verkaufen das Anwesen.

1701 wurde Guidobald Rudolf Kiene, Pfarrer zu Waging Besitzer, 1707 Baron Pranckh, 1736 Franz Anton Spangler, der erste der in Salzburg ansässigen Kaufmanns-Familie Spängler. 1752 gehört der Besitz den Erben von Spängler, die 1794 (oder 1803?) an "von Helmreich" [1] verkauften. 1800 (?) erwarb es der Branntweinbrenner Johann Holztrattner, der eine Konzession zum Branntweinbrennen erhalten hatte. Von da wurde es "Brandweinbrennerhaus" oder "Branntweinmacher-Haus" genannt. 1810 erstand Anton Zellner, der Besitzer des Kuglbräu, das Haus um 4.600 Gulden und richtete eine Gartenausschank von Kugelbräu-Bier ein.

1832, nach einer Versteigerung, erfolgte der Kauf durch Gertraud und August Grubinger. 1839 war August Grubinger Alleinbesitzer. 1841 kauften es Anton und Anna Schachinger um 5.000 Gulden. 1844 gab es eine weitere Versteigerung und Kauf durch Johann Holzegger um 5.301 Gulden.

1851 erwarb Dr. Heinrich Losy von Losenau das Haus um 5.602 Gulden. Losenau laborierte an einem Magenleiden und nahm nur kalte Nahrung zu sich. Deshalb nannte man ihn der "kalte Baron" und das Haus damals auch "Kalte-Baron-Haus". Losenau widmete 1856 das Haus einer Stiftung[2] zu Gunsten für arme Handwerker im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Losenau wurde 1858 in der im Garten befindlichen Franziskuskapelle in einer Gruft, erbaut von Ferdinand Laschenzky, begraben.

1864 kam Heinrich Losy von Losenau der Jüngere, der Sohn gleichen Namens, in den Besitz. Danach führte die Administration lange Jahre der Postkontrollor Jasansky. 1924, nach Erlöschen der männlichen Linie von Losenau, wurde die Handwerkerstiftung am Haus gelöscht.

1930 kaufte das Haus die Schriftstellerin Johanna Schuchter, die Gattin des Obermedizinalrates Dr. Franz Schuchter. Als nächster Besitzer folgte der Sohn Gilbert Schuchter, ein Salzburger Dirigent, Pianist und Klavierpädagoge.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Anmerkung: Wenzel von Helmreich (* 1722; † 1803) ?
  2. wikisource.org/Losy von Losenau, Heinrich