Daniel, Edgar, Ludwig und Gertrude Bonyhadi

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Stolperstein für Daniel Bonyhadi, Edgar Bonyhadi, Ludwig Bonyhadi und Gertrude Bonyhadi; in der Rainerstraße Nr. 4

Daniel Bonyhadi (* 23. Dezember 1863 in Loipersdorf auf der Schütt (Csütörtök oder Stvrtok na Ostrove), im damaligen Komitat Pressburg (Pozsony oder Bratislava) des Königreichs Ungarn; † 5. November 1939 in Wien); Edgar Bonyhadi (* 23. Mai 1888, Sohn aus der 1. Ehe Daniels mit Klothilde (geborene Kronberger); † 26. Mai 1942, Maly-Trostinec (bei Minsk) (ermordet) ), Ludwig Bonyhadi (* 30. November 1899, Sohn aus der 2. Ehe Daniels mit Sarah (geborene Gross); † um/nach 1939); und Gertrude Bonyhadi (geborene Löwit), (* 26. Jänner 1906 in Wien), Ludwigs Gattin; † 1. Mai 1945) waren Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.

Leben

Bonyhadi gehörte dem jüdischen Glauben an. Er war zweimal verheiratet. Aus erster Ehe hatte er vier Söhne und eine Tochter (die jedoch im Kindesalter starb), aus zweiter Ehe hatte er drei Söhne. Ab 1896 lebte Bonyhadi in Salzburg, wo auch seine Kinder aus zweiter Ehe zur Welt kamen. Die Wohnadresse lautete Rainerstraße 4.

Bonyhadi arbeitete in vielen Branchen. Zunächst als Lederhändler, danach als Versicherungsinspektor, später als Generalagent der Viktoria zu Berlin, ferner als Obmann des jüdischen Kranken- und Beerdigungsvereines Chewra Kadischa sowie als Tempelvorsteher und Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Bonyhadis zweite Gattin Sarah schied am 7. Mai 1931 aus dem Leben und fand ihre letzte Ruhestätte auf dem jüdischen Friedhof in Salzburg-Aigen.

Bonyhadis Söhne hatten zwar das Elternhaus in Salzburg verlassen, kehrten jedoch später wieder dorthin zurück, so zum Beispiel Ludwig, der inzwischen mit Gertrude (geborene Löwit) (* 26. Jänner 1906 in Wien; † 1. Mai 1945 in Salzburg), verheiratet und Vater einer Tochter Ruth (* 18. Juni 1928 in Wien; † 11. Oktober 2001 in Richmond, Virginia ,USA ), war.

Über Ludwigs Halbbruder Manfred bestand eine entfernte Verwandtschaft zu Amalie Löwy, die ebenfalls in Salzburg wohnte. Im November 1938 mussten Bonyhadis Söhne ihre Wohnung in der Franz-Josef-Straße 8, umgehend verlassen. Manfred und sein Schwager Isidor Fuchs wurden verhaftet und nach KZ Dachau gebracht. Sie hatten Glück und reisten, über den Schiffsweg, nach New York, wo sie am 17. November 1939 eintrafen.

Bonyhadi selbst musste Salzburg bereits Anfang Juni 1938 verlassen. Er starb nach längerer Krankheit am 5. November 1939 in Wien und fand seine letzte Ruhestätte in der israelitischen Abteilung des Wiener Zentralfriedhofs.

Bonyhadis ältester Sohn Edgar, kam am 20. Mai 1942 nach Maly-Trostinec (bei Minsk) und wurde dort am 26. Mai des gleichen Jahres ermordet.

Bonyhadis jüngerer Sohn Ludwig wurde am 20. Oktober 1939 von Wien nach Nisko (Polen) deportiert und dort ermordet. Das genaue Todesdatum ist nicht eruierbar. Seine Witwe Gertrude und seine Tochter Ruth kamen am 15. Oktober 1941 nach Lodz, von dort aus weiter am 23. August 1944 nach Bergen-Belsen, wo sie am 15. April 1945 von britischen Truppen befreit wurden. Gertrude überlebte die Befreiung nur um wenige Wochen und starb am 1. Mai des gleichen Jahres an einer Seuche.

Zum Andenken an Daniel Bonyhadi, Edgar Bonyhadi, Ludwig Bonyhadi und Gertrude Bonyhadi wurde am 22. August 2008 in der Rainerstraße Nr. 4 ein Stolperstein verlegt.

Quelle