Johann Hauser (Skisportler)

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Hermann Johann "Hans" Hauser (* 3. Oktober 1911 in Aigen bei Salzburg[1]; † 27. Juli 1974 in Salzburg) war ein alpiner und nordischer Skisportler und der erste Salzburger Medaillengewinner bei Alpinen Skiweltmeisterschaften.

Jugend und Herkunft

Hans Hauser wuchs gemeinsam mit seinem um ein Jahr jüngeren Bruder Max (* 5. Dezember 1912; † 27. November 1983) auf der Zistelalm am Gaisberg auf. Seine ursprünglich aus dem Zillertal in Tirol stammenden Eltern betrieben dort neben der Landwirtschaft den Gasthof Zistelalm und zählten zu den ersten Wegbereitern des damals noch nicht entwickelten Ski-Fremdenverkehrs.

Auf Grund der Abgeschiedenheit bewältigten die beiden Brüder im Winter den Weg in die Bürgerschule in Elsbethen in den Ortsteil Vorderfager auf Skiern. Diese waren damals selbstgefertigte, im Feuer gebogene schmale Bretter aus Eschen- oder Buchenholz, auf denen die hinteren Teile alter Schuhe aufgenagelt wurden und zwei Riemen, die zur Befestigung dienten. Als Jugendliche etablierten sich Hans und sein Bruder im 1910 gegründeten und aufstrebenden Salzburger Skiclub neben Pionieren wie Markus Maier und Edi Galleitner bald als fixe Größen.

Sportlaufbahn

Im Alter von 18 Jahren bestritt Hauser erstmals die Kandahar-Abfahrt in St. Anton am Arlberg und belegte den für ihn enttäuschenden 25. Rang. Zwei Jahre darauf feierte er seine ersten großen Erfolge bei den FIS-Rennen im italienischen Cortina d'Ampezzo, die von der FIS nachträglich zu Weltmeisterschaften erklärt wurden. Während er sich im Abfahrtslauf noch mit dem vierten Rang zufrieden geben musste, belegte er im Slalom den dritten und in der Alpinen Kombination, die damals noch die wichtigste Disziplin im alpinen Skizirkus darstellte, hinter dem Schweizer Otto Furrer und vor Österreichs Aushängeschild Gustav "Guzzi" Lantschner den zweiten Platz.

Die größte Enttäuschung erlebte der Salzburger im Jahr darauf bei den Heimweltmeisterschaften in Innsbruck. Noch vor dem Kombinationsabfahrtslauf bestritt er die sich über 10 km Länge ziehende Spezialabfahrt auf dem Glungezer. Der aufkommende Föhn setzte der Strecke derart zu, dass die 94 gestarteten Sportler während ihrer Läufe über mehrere Erdklumpen fahren mussten. Mit 18:05,6 min. fuhr Hauser mit der Startnummer 77 und eineinhalb Minuten Vorsprung auf Guzzi Lantschner Bestzeit. Auf Intervention der im geschlagenen Feld gelandeten Schweizer Favoriten entschied die FIS, den Spezialabfahrtslauf auf Grund der widrigen Bedingungen nicht anzuerkennen. In der Kombinationsabfahrt, die daher zugleich als Spezialabfahrt gewertet wurde, belegte er den dritten Rang hinter den Schweizern Walter Prager und David Zogg und gewann damit seine dritte Medaille bei internationalen Großereignissen.

Wie in den Anfangsjahren im Skisport durchaus üblich, startete der Salzburger auch in den Nordischen Bewerben und zeigte auch dort Talent. 1934 nahm er an den Nordischen Skiweltmeisterschaften teil und startete neben Markus Maier und Edi Galleitner als erster Salzburger am Holmenkollen in Oslo. Unerreicht blieben seine drei österreichischen Meistertitel in der damaligen Königsdisziplin, der Dreierkombination aus Abfahrtslauf, Sprunglauf (= Skispringen) und Skilanglauf.

Zur Zeit der Olympischen Winterspiele von 1936 befand sich Hauser in Hochform, wurde aber auf Grund seiner Tätigkeit als Skilehrer als Profi eingestuft und daher von der sicher scheinenden Teilnahme in Berchtesgaden ausgeschlossen. Nachdem Hauser schon vorher geholfen hatte, W. A. Harrimans Skizentrum "Ketchum" in Sun Valley aufzubauen, ging er gemeinsam mit seinem ebenfalls im Skizirkus tätigen Bruder Max in die USA.

Berufstätigkeit, Familientragödien und mysteriöser Tod

Während Bruder Max nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in die Heimat zurückkehrte, blieb Hans trotz der drohenden Internierung in Amerika und arbeitete als Leiter der Skischule in Sun Valley. Zu seinen prominenten Kunden gehörten unter anderem Henry Ford und Ernest Hemingway.

In Übersee heiratete er Virginia Hill, der von der Boulevardpresse Verbindungen zu Mitgliedern der amerikanischen Mafia nachgesagt wurden. 1950 wurde den beiden der gemeinsame Sohn Peter geboren. Hans Hauser kehrte mit seiner Familie zurück nach Salzburg auf die Zistel. Seiner Frau war diese Umgebung schnell zu eintönig. Sie verließ ihn wieder Richtung Amerika, kehrte 1964 aber neuerlich zurück. Nach einem Treffen mit Hans Hauser im März 1966 im Gasthof "Zur schönen Aussicht" am Heuberg kam Virginia Hill auf mysteriöse Weise zu Tode: sie wurde zwei Tage nach dem Treffen nahe dem Alterbach tot aufgefunden[2].

Nach dem Ableben seiner Frau Virginia zog sich Hauser aus der Öffentlichkeit zurück. Am 1. Juni 1971 heiratete er seine zweite Ehefrau Gertrud in Salzburg. Er übersetzte die Aufzeichnungen der Virginia Hill ins Deutsche, die im Jahr 1970 unter dem Titel "Virginia Hill. Memoiren einer Gangsterbraut" als Buch veröffentlicht wurden. Virginia berichtet darin über ihre Männerbekanntschaften, über ausgelassene Partys, Geld, Sex, Reisen und Nebensächlichkeiten. Die Personen des organisierten Verbrechens, zu denen sie in Beziehung stand, werden allesamt ausführlich abgehandelt, jedoch in unverbindlicher, fast freundlicher Art und Weise. Sie erinnern eher an Frauenhelden, an Glücksspieler, an gute Freunde als an jene Schwerverbrecher, die sie sind.

Im Jahr 1974 nahm Hans Hauser zu Joe Adonis Kontakt auf und teilte ihm mit, dass noch andere Aufzeichnungen seiner Frau Virginia aufgetaucht seien, Aufzeichnungen mit für die Cosa Nostra unangenehmen Inhalten. Er selbst sei im Besitz dieses verschwunden geglaubten Manuskriptes und habe vor, es zu verkaufen beziehungsweise zu veröffentlichen. Hans Hauser wurde kurz darauf in seiner Bar am Giselakai 15 in Salzburg erhängt aufgefunden, die offizielle Todesursache lautete, wie acht Jahre zuvor bei seiner Ehefrau, Selbstmord. Das Manuskript bleibt verschwunden.

Sein Bruder Max verstarb neun Jahre später, am 27. November 1983. Sein Sohn Peter verstarb am 11. Mai 1995 bei einem Autounfall nahe Toulouse, Frankreich.

Die Zistelalm am Gaisberg wird mittlerweile von der vierten Generation der Familie Hauser geführt. Die zwei Burschen "von der Zistel", wie die beiden Skistars genannt wurden, sind mittlerweile beinahe vergessen.

Hans Hauser, seine Frau und sein Sohn sind am Friedhof Aigen begraben.

Größte Erfolge

Weltmeisterschaften

  • Vizeweltmeister in der Kombination in Cortina d'Ampezzo 1932
  • 3. Platz im Slalom in Cortina d'Ampezzo 1932
  • 3. Platz in der Abfahrt in Innsbruck 1933
  • 4. Platz im Slalom in Innsbruck 1933
  • 7. Platz in der Nordischen Kombination in Vysoké Tatry 1935

Österreichische Meisterschaften

  • 3x Österreichischer Meister in der Dreierkombination
  • 2x Österreichischer Meister im Abfahrtslauf

Salzburger Landesmeisterschaften

  • 3x Salzburger Landesmeister in der Dreierkombination

Sonstige Erfolge

  • Hahnenkammsieger in der Viererkombination 1936
  • 2. Platz im Hahnenkammrennen 1932, Einzelsieger in Slalom und Kombination
  • 3. Platz beim Arlberg-Kandahar-Rennen 1932

Literatur und Quellen

Weblinks

Fußnoten

  1. Pfarramt Salzburg-Aigen, Taufbuch X, Seite 60, Digitalisat 03-Taufe_0060, lfd. Eintrag 42 Geburts- und Taufeintrag: Hermann Johann Hauser, Sohn des Hermann Hauser und der Maria, geb. Taxacher.
  2. die Umstände sind nie genau geklärt worden und ranken sich vom Freitod bis zum Auftragsmord