Benutzer:Archiv/Internationaler Edelweiß-Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
2013: eine Stunde 11 Minuten Video
Plakat 2017: es zeigt zwei Europa-Bergmeister und zwei Siegerfahrzeuge aus dieser Epoche: Im Hintergrund fährt Peter Schetty den Ferrari 212E Montagna, mit dem er 1969 nicht nur am Roßfeld, sondern bei allen sieben Läufen gewann und souverän Europa-Bergmeister wurde. Im Porsche 910/8 wurde Gerhard Mitter im Jahr 1968 Europameister und gewann neben dem Alpen-Bergpreis noch weitere sechs von insgesamt acht Läufen. Auf dem Bild sieht man aber auch Lodovico Scarfiotti (Europa-Bergmeister 1962 und 1965 in der Sportwagenklasse), der am 8. Juni 1968 bei einem Trainingslauf am Roßfeld tödlich verunglückte. Ihm widmet der Veranstalter 2018 eines der beiden Schwerpunktthemen.
Jochen Mass und Joachim Althammer vor dem Mercedes SSK bei der Pressekonferenz im September 2012
Alfred Hartmann aus Berchtesgaden 1958 mit seinem Hartmann-Spyder
Edgar Barth 1964 mit Elva-Porsche
Goggo Coupe vor herrlicher Alpenkulisse
Uli Detscher und Andreas Laidig mit dem Werkmeister-BMW

Der internationale Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden ist eine Veranstaltung mit historischen Automobile auf der Roßfeld Panoramastraße im Berchtesgadener Land in Erinnerung an den Alpenbergpreis Berchtesgaden, einem ehemaligen internationalen Bergrennen für Automobile, das zur Europa-Bergmeisterschaft zählte (wie auch Rennen des Gaisbergrennens). Sie fand erstmals vom 27. bis 29. September 2013 statt.

Allgemeines

Veranstalter ist der Ainringer Joachim Althammer, der bereits seit Jahren die Edelweiß Classic-Rallye im Rupertiwinkel sowie eine Bergprüfung auf der Ennstaler Stoderzinken Alpenstraße veranstaltet. Althammer legt bei der Schreibweise von "Roßfeld" auf die Schreibweise mit dem "ß" wert, da ein "ss" nach der neuen Rechtschreibreform den historischen Charakter der Veranstaltung stören würde.

Benefizgedanke

Das Schönste und Sinnvollste am „Internationalen Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden“ ist jedoch der Benefizgedanke (wie auch bei der "Edelweiß Classic"). Der komplette Reinerlös kommt geistig behinderten Menschen im Berchtesgadener Land zugute und hilft mit, deren Leben zu erleichtern und zu verschönern.

Termin 2017

28. - 30. September 2017

Frühere Termine

23. bis 25. September 2016 25. bis 27. September 2015, siehe Internationaler Edelweiß-Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden 2015 26. bis 28. September 2014 27. bis 29. September 2013

Internationaler Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden 2013

Der „Mythos Roßfeld-Bergrennen“ erwacht 2013 zu neuem Leben

Motorendonner am Roßfeld. 170 Fahrer aus sechs Nationen hatten sich für das Roßfeld-Bergrennen am 16. Juni 1960 angemeldet, in dessen Rahmen auch der 4. Lauf zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft ausgetragen wurde. Der Deutsche Gerhard Mitter gewann dieses Rennen und fuhr im zweiten Lauf mit 3:49,8 min. die Tagesbestzeit, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 93,99 km/h auf der sechs Kilometer langen Bergrennenstrecke entsprach.

Nach dem „Aus“ für dieses zwischen 1958 und 1977 fünfzehn Mal stattgefundene internationale Bergrennen, erweckte es Joachim Althammer 2013 als „Internationalen Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden“ zu neuem Leben. Der Bergpreis 2013 wird vor der grandiosen Kulisse der Berchtesgadener Alpen eine nostalgische Zeitreise in die 1960er Jahre mit ihren unvergesslichen Berg-Europameisterschaftsläufe am Roßfeld. Diese Neuauflage wird eine einmalige Bühne für die faszinierenden Sport-, Touren-, Renn- und Formelwagen dieser Zeit.

Historische Servicefahrzeuge, Renntransporter, Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagen stellten das Bühnenbild für die beiden Fahrerlager dar. Viele Automobilhersteller und Sammler öffneten ihre Schatzkammern und brachten ihre (Chrom-)Juwelen nach Berchtesgaden. Zeitzeugen - wie Rennfahrer, Sprecher und Funktionäre - trugen neben der authentischen Dekoration zu einer beeindruckenden Atmosphäre bei.

Die Besucher wurden mit der passenden nostalgischen Bekleidung und ihren Oldtimern Bestandteil der Veranstaltung, wo sie historische Omnibusse zu den einzelnen Stationen an der Strecke, bzw. in die beiden Fahrerlager brachten. Es gab drei Präsentationsläufe auf Gleichmäßigkeit und ein Demonstrationslauf von Motorrädern der Baujahre vor 1930 pro Tag sowie regelmäßige Vorführungen mutiger Steilwandfahrer mit ihren alten Indians.

Dieter Quester, Karl Wendlinger, Martin Braxenthaler, Walter Röhrl und Jochen Mass werden an den Start gehen

Über 130 Starter wies die Nennliste auf. Darunter war auch jener Mitter-BMW, mit dem Gerhard Mitter das eingangs erwähnte Rennen 1960 gewann. Sowohl die Namens- als auch Fahrzeugliste las sich wie das „Who is Who“ des historischen Rennsports.

Eberhard Mahle, der selbst mehrmals bei den historischen Rennen mitfuhr, nahm mit einem Porsche 911, Baujahr 1966, die Strecke in Angriff. Mit einem 300 SL ziert er auch das Titelbild des Buches "Mythos Rossfeldrennen" . Bei der Buchpräsentation am Freitag, den 27. September um 16:00 Uhr auf der Terrasse von der „Einkehr“ im Hotel Edelweiss Berchtesgaden war er dabei.

Jürgen Barth ist ein legendärer Porsche-Werksfahrer und Sohn des Edgar Barth, der bei den historischen Roßfeldrennen dabei war. Der RS Spyder, den Jürgen Barth beim Bergpreis Ende September pilotierte, ist ziemlich sicher das Originalauto, das sein Vater damals am Roßfeld gefahren hat.

Nachdem bereits Ex-Formel 1-Star Jochen Mass im Mercedes-Benz SSK von 1928 und der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl ihr Kommen zugesagt hatten – letzterer nahm am Steuer des legendären Audi Sport Quattro S1 Platz, mit dem er 1987 das berühmte Bergrennen „Pikes Peak“ gewonnen hatte – wurde die Liste berühmter Namen und unbezahlbarer Rennfahrzeuge immer länger.

Eines der wohl spektakulärsten Fahrzeuge war der Chevron BMW B21, der ab 1972 bei der Europäischen Markenmeisterschaft für zweisitzige Sportwagen eingesetzt wurde. Bereits das allererste Rennen konnte Dieter Quester damals am Salzburgring gewinnen. Kein Wunder also, dass Österreichs Motorsport-Haudegen es sich nicht nehmen lässt, die 300 PS starke Flunder auch höchstpersönlich aufs Roßfeld zu pilotieren.

Mit Prinz Leopold von Bayern war eine weitere Motorsport-Legende mit dabei sein: „Poldi“, wie er von seinen Fans genannt wird, ging standesgemäß mit einem BMW 700 RS von 1961 an den Start. Der nur 600 Kilogramm leichte und schnelle „Spider“ wurde speziell für den Einsatz bei Bergrennen entwickelt und verfügt über einen aufwändigen Gitterrohr-Rahmen und eine extrem leichte Alu-Karosserie.

Als weitere Schmuckstücke aus der BMW-Welt in München waren u. a. einer von nur 200 gebauten BMW 1800 TI/SA aus 1965 mit Ex-DTM-Pilot Marc Hessel sowie ein BMW 2002 Ti Rallye aus 1969 am Start. Am Roßfeld wurde das Fahrzeug, das 1971 Rallye-Europameister wurde, vom Chefredakteur der „Austro Classic“, Wolfgang Buchta, fachgerecht bewegt.

Der Porsche 718 RS 60 Spyder von 1960 gilt als Urahn des späteren Boxster und sammelte vor allem im Langstreckensport Erfolge. So holten Hans Herrmann und Olivier Gendebien 1960 bei den „12 Stunden von Sebring“ den ersten Porsche-Gesamtsieg in den USA. Der Porsche 718 W-RS Spyder von 1962 war Porsches erster Zwei-Liter-Achtzylinder und wurde aufgrund seinen ungewöhnlich langen Einsatzes im Motorsport (1961 bis 1964) von den Mechanikern liebevoll „Großmutter“ genannt.

Mit dem 906 Carrera 6 von 1966 war auch das Siegerfahrzeug der 50. „Targa Florio“ (Sizilien, Italien) am Start. Der Carrera 6 gilt als erstes reinrassiges Rennfahrzeug von Porsche und ist richtungsweisend für ganze Generationen nachfolgender Boliden. Mit drei Siegen bei nur vier werkseitigen Renneinsätzen ist der Porsche 908/03 Spyder nicht nur ein extrem seltenes, sondern auch erfolgreiches Rennfahrzeug, der mit einem Leergewicht von nur 545 Kilogramm die extreme Form des Leichtbaus repräsentiert. Last, but not least entsendete das Porsche-Museum mit dem Porsche 911 „Around the World“ den offiziellen Repräsentanten des 50-jährigen Jubiläums des 911 auf das Roßfeld.

Zu den zahlreichen Chromjuwelen aus der glorreichen Epoche des Motorsports kam kurzfristig ein ganz besonderer Charakterkopf dazu: So war auch jener legendäre Mercedes-Benz AMG SEL 6.8 auf dem Roßfeld zu sehen sein, der den Rennfans seit dem „24-StundenRennen von Spa“ 1971 unter dem Namen „Rote Sau“ bekannt ist. Hinter dem Steuer dieses legendären 1,5-Tonnen-Dickschiffes mit seinen 428 PS wird niemand geringerer als der Ex-Formel-1-Pilot und jetzige AMG-Botschafter Karl Wendlinger Platz nehmen.

Von A wie Abarth bis W der „Werkmeister“, der Große!

Ein Abarth 850 Bialbero Rekord Monza aus dem Jahr 1958, ein Austro Daimler ADR aus dem Jahr 1929, der von Ernst Piech gesteuert wird, Bugatti, Ferarri, ein Hartmann DKW Formel Junior (1961), ein Jaguar XK 120 OTS (1950), pilotiert von Martin Braxenthaler (mehrfacher Paralympics Weltmeister Monoski), ein NSU Wankel Spider aus dem Jahr 1964, 18 Porsche verschiedener Typen, ein Raymond‐Herbert, Kaimann, Lancia, Lotus, Maserati, Mercedes, Mini (F) R.H. 7CV Grand Sport 1926, ein Simca Rallye 2 (1973), ein Steyr Puch 650 TR (1962), ein Sunbeam 3 litre Supersport aus dem Jahr 1930 und eben der „Große Werkmeister“ aus dem Jahr 1952 von Ulrich Detscher. Der „Große Werkmeister“ ist ein Rennwagen, der nach seinem Erbauer, dem Konstrukteur Georg Werkmeister, Mitinhaber der Reparaturwerkstatt Heinrich Werkmeister und des Karosseriebauunternehmens Werkmeister & Lerch, in Dingelstädt (Thüringen) benannt wurde. Bei diesem Rennwagen handelt es sich um ein Einzelstück.

Oldtimer-Spektakel mit Volksfest-Charakter

Doch nicht nur auf dem Asphalt, auch abseits der Strecke wurde beim „Internationalen Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden“ vom 27. bis 29. September 2013 jede Menge geboten: Bereits am Freitag, den 27. September bot sich den Zuschauern die Möglichkeit, die Boliden und ihre Piloten im Rahmen der Fahrzeugpräsentation in der Fußgängerzone von Berchtesgaden zu bestaunen. Das Rahmenprogramm umfasst u. a. ein Autokino am Parkplatz Königssee, Demonstrationsfahrten von 25 Motorrädern aus den 1920er-Jahren, Autogrammstunden, historische Busse, Einsatzfahrzeuge und Renntransporter, die allesamt im historischen Fahrerlager versammelt sind.

In den Eintrittspreisen (Tageskarte Erwachsener € 15,-, Ermäßigungen Jugendliche, Familien und Wochenendkarten siehe Homepage der Veranstaltung) war enthalten: anteilige Straßenmaut, die Busfahrten von den Parkplätzen zu den Besucherpunkten entlang der Rennstrecke sowie zu den beiden Fahrerlagern, Info-Flyer und ein Programmheft (werden bei der Veranstaltung ausgegeben).

Nachlese: Einzigartige Zeitreise zu den historischen Salzberg- und Roßfeldrennen

Abarth SP, 1968, von Alfred Jodl
Bugatti 35C, 1929, gefahren von "Peter Pan"
Sunbeam_3 litre_Supersport, 1930, von Johann Kofler
Audi Sport Quattro S1 mit Walter Röhrl am Steuer
Edles Blech: 150 Renn- und Tourenwagen für den guten Zweck am Start
Porsche, Audi, Mercedes, BMW und MINI öffnen ihre „Schatzkammern“
Rennlegenden hautnah: Walter Röhrl, Hans Herrmann, Jochen Mass, Prinz Leopold von Bayern, Karl Wendlinger in der Fußgängerzone Berchtesgaden

Exakt 40 Jahre, nachdem im Jahr 1973 der letzte Lauf zur Berg-Europameisterschaft auf dem Roßfeld zu Ende gegangen war, kehrten am letzten September-Wochenende 2013 die Rennsport-Legenden von damals nach Berchtesgaden zurück. Und schon jetzt steht fest: Der Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden war ein voller Erfolg. Sowohl die rund 150 Teilnehmer aus dem In- und Ausland, als auch zahlreichen begeisterten Zuschauer und Fans entlang der legendären Strecke waren von der motorsport-historischen Veranstaltung vollends begeistert.

Neuauflage im Jahr 2014

„Die Stimmung im historischen Fahrerlager war sensationell, Teilnehmer und Zuschauer waren trotz des herbstlichen Wetters gut drauf und gaben der Veranstaltung ein ganz besonderes Flair“, zieht Initiator Joachim Althammer zufrieden Bilanz. „Bis auf einige Kleinigkeiten, die wir sicher noch verbessern werden, lief die Veranstaltung perfekt. Angesichts des überwältigenden Feedbacks gehe ich aus heutiger Sicht fest davon aus, dass der Edelweiß Bergpreis am Roßfeld auch 2014 wieder stattfinden wird.“

Rennlegenden zum Anfassen

Das erste Highlight fand bereits am Freitag in der Fußgängerzone von Berchtesgaden statt: Zahlreiche Rennlegenden wie Walter Röhrl, Hans Herrmann, Jochen Mass, Prinz Leopold von Bayern oder Karl Wendlinger nutzten die offizielle Fahrzeugabnahme für ein Bad in der Menschenmenge, schrieben unzählige Autogramme und nahmen sich sogar Zeit zur ausgedehnten „Benzingesprächen“. Die ein- oder andere bis dato noch unbekannte Anekdote und jede Menge Fakten und Geschichten rund um die unvergessenen Europameisterschafts-Bergläufe am Roßfeld gibt es im druckfrischen Buch „Mythos Roßfeldrennen“ nachzulesen, das am Rande der Fahrzeugpräsentation auf der Terrasse der Einkehr im Hotel Edelweiß präsentiert wurde.

6 000 zahlende Zuschauer im historischen Fahrerlager

So richtig spannend wurde es dann am Samstag, als erstmals seit 40 Jahren auf dem Roßfeld wieder die Motoren erklangen: Nicht nur die Automobilhersteller Porsche, Mercedes, Audi, BMW und Mini, sondern auch zahlreiche Privatfahrer brachten ihre Juwelen zum Roßfeld. Die passenden Servicefahrzeuge, Renntransporter, Polizei-, Feuerwehr und Krankenwagen und nicht zuletzt die authentische Dekoration trugen zum unverwechselbaren Flair des „Goodwood am Berg“ bei. Gewürzt wurde die gute Stimmung von Kult-Sprecher Rainer Braun, der gemeinsam mit Dirk Johae die rund 6.000 zahlenden Zuschauer im und um das historische Fahrerlager mit Fachwissen und Erfahrung begeisterte. Als erster Sieger der „Neuzeit“ sicherte sich Helmut Petrowitsch einen Eintrag in die Geschichtsbücher: Mit unglaublichen 1,2 Sekunden Zeitdifferenz aller Gleichmäßigkeitswertungsläufe gewann er auf seiner 430 PS starken Corvette C1 die Gesamtwertung.

Oldtimer-Busse als große Sympathieträger

Unumstrittener Star der Veranstaltung war jedoch der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, der erstmals seit seinem Triumph beim Bergrennen „Pikes Peak“ wieder am Steuer des legendären Siegerautos Audi Sport Quattro S1 Platz nahm. Wo immer „der Lange“ auftauchte, bildeten sich regelrechte Menschentrauben. Im Fahrerlager III im Zielgelände der sechs Kilometer langen Strecke kamen Zweiradfreunde bei der BMW-Sonderausstellung und der sogenannten „Todeswand“ auf ihre Kosten. Als große Sympathieträger erwiesen sich die von Dr. Konrad Auwärter zusammengetrommelten 25 Oldtimer-Busse, welche die Zuschauer als authentische Zeitzeugen auf den Berg und wieder zurück ins Tal chauffierten.

Siehe auch

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

  • Presseaussendung des Veranstalters (online/Presse)