Gerhard Mitter

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gerhard Mitter als Sieger des Gaisbergrennens 1960

Gerhard Karl Mitter (* 30. August 1935 in Schönlinde; † 1. August 1969 in Nürburg) war ein sympathischer, deutscher Automobilrennfahrer, der auch in Salzburg fuhr und sehr bekannt war.

Mitter und Salzburg

1959 gewann Mitter auf Porsche erstmals den Europabergmeisterschaftslauf am Gaisberg beim Gaisbergrennen, der als Großer Bergpreis von Österreich veranstaltet wurde. In den beiden darauf folgenden Jahren, 1967 und 1968, kehrte er ebenfalls siegreich vom Gaisberg heim.

Auch beim Alpenbergpreis Berchtesgaden, einem internationalen Bergrennen für Automobile im Berchtesgadener Land auf der Roßfeld-Panoramastraße, das auch zur Europabergmeisterschaft zählte, war er ebenfalls vertreten gewesen. Vier Mal gewann er dort das Rennen:

  • 1960: auf Mitter-DKW, 3:49,8 min, 93,995 km/h
  • 1961: auf Mitter-DKW, 3:43,3 min, 100,793 km/h
  • 1965: auf Porsche, 3:07,59 min, 113,020 km/h
  • 1966: auf Porsche, 3:00,43 min, 117,519 km/h

1966, 1967 und 1968 war Gerhard Mitter Bergeuropameister[1].

Beim Training zum Formel-2-Lauf des "Großer Preis von Deutschland" auf dem Nürburgring 1969 verunglückte Mitter tödlich am Steuer seines BMW Monoposto F 269 bei Tempo 250.

Ergebnisse beim Gaisbergrennen

  • Gaisbergrennen am 16. August 1959: Sieger in der Klasse Rennwagenklasse "Formula Junior" (05:39,2 min., 05:35.9 min.) mit einer Gesamtzeit beider Läufe von 11:15,1 min. = 11:15,1 min., Schnittgeschwindigkeit 91,986 km/h
  • Gaisbergrennen am 11. September 1960: Sieger in der Klasse Rennwagenklasse "Formula Junior" auf Lotus DKW im gewerteten Lauf mit 05:05,8 min., Schnittgeschwindigkeit 101,536 km/h
  • Gaisbergrennen am 9. September 1962: Sieger in der Klasse Rennwagenklasse "Formula Junior" auf Lotus Mitter DKW (04:26,3 min., 04:25,9 min.) gesamt 09:02,7 min., Schnittgeschwindigkeit 114,426 km/h

Erinnerungen

"Er war ein ruhiger, besonnener Fahrer, dem das Publikum gerne und ausgiebig zujubelte, wenn er nach einem Lauf auf den Gaisberg langsam im Konvoi mit den anderen Rennwagen, mit hochgeklappter Brille - Vollvisierhelme gab es damals noch nicht - hinunter zum Start rollte. In weißem Overall war er vor dem Start für das Publikum noch "angreifbar", was sich ja leider später sehr geändert hat. Wenn Mitter zum zweiten Lauf startete, spürte man eine eigenartige Atmosphäre am Gaisberg: beim zweiten Lauf starteten die Teilnehmer, soweit ich mich erinnere, in der umgekehrten Startfolge wie sie im ersten Lauf gereiht waren: also letzter des ersten Laufes als erster des zweiten Laufes. So entschied sich der Bergmeistertitel am Gaisberg, oft auch der Europabergmeistertitel, also in den letzten Minuten des zweiten Laufes. Schaffte es Mitter (wieder einmal), Zehntelsekunden schneller als Rolf Stommelen oder Peter Schetty zu sein? Über Bundesheer-Telefonverbindungen erhielt mein Vater, der von der Zistelalpe aus die "Platzreportage" machte, die Zeiten durchgegeben. Dann brauchte es etliche Sekunden, bis über die zwölf Kilometer langen Verstärkerkabeln die Meldung über Sieg oder Niederlage bis nach Guggenthal gelangte" erinnert sich Benutzer:Peter Krackowizer, der seit seinem vierten oder fünften Lebensjahr die letzten Jahren dieses großartigen Bergrennens noch miterlebte.

Literatur

Siegfried C. Strasser, der schon das Buch Der Rennberg über die Gaisbergrennen geschrieben hat, brachte im Herbst 2010 im Verlag Schneider Media ein Buch über Gerhard Mitter unter dem Titel Rennsportlegende Gerhard Mitter heraus.

Quellen

Einzelnachweise