Gerhard Mitter

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Gerhard Mitter als Sieger des Gaisbergrennens 1960.
Gerhard Mitter 1965 auf Porsche PT auf seiner Fahrt zum Sieg. Hier passiert er gerade die Abzweigung nach Mitteregg kurz vor der Zistel.

Gerhard Karl Mitter (* 30. August 1935 in Schönlinde, Tschechoslowakei; † 1. August 1969 in Nürburg) war ein sympathischer, deutscher Automobilrennfahrer, der auch in der Stadt Salzburg Rennen bestritt und sehr bekannt war.

Mitter und Salzburg

1959 gewann Mitter auf DKW-Mitter erstmals den Europa-Bergmeisterschaftslauf der Rennwagenklasse Formula Junior' beim Großen Bergpreis von Österreich auf dem Gaisberg, der als Großer Bergpreis von Österreich veranstaltet wurde. 1960, 1962, 1963, 1965, 1966 und 1968, kehrte er ebenfalls siegreich vom Gaisberg heim. Bei den Rennen 1964 war er nochmals in der 'Formula Junior' am Start, 1965 dann in der Sportwagenklasse bis 2 000 cm³ mit einem „Porsche Spyder“ und gewann auch dieses Rennen.

1966, erneut in dieser Sportwagenklasse am Start, schleudere Mitter im Freitag-Training mit seinem 8-Zylinder-Porsche, nachdem er kurz vor der Nocksteinkehre einen Randstein touchiert hatte und es entstand Totalschaden an seinem Fahrzeug. Er selbst blieb aber unverletzt. Über Nacht wurde aus Stuttgart ein neuer Rennwagen nach Salzburg gebracht und Samstag nahm Mitter bereits wieder am Training teil. Im Rennen am Sonntag wurden dann erstmals Laufzeiten unter vier Minuten erreicht. Im ersten Lauf fuhr Mitter eine Zeit von 04:04,53 min., den er vor Hans Herrmann (04:06,1 min.) gewann. Im zweiten Lauf fuhr dann Hermann einen neuen Streckenrekord mit 03:47,27 min., was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 137,8 km/h entsprach. Mitter war nur um sechs Zehntel Sekunden langsamer, gewann aber aufgrund seines Zeitvorsprungs aus dem ersten Lauf dieses Sportwagenrennen. Mit den am heutigen Tag errungenen Punkten in der Europa-Bergmeisterschaft hatte er 45 Punkte erreicht und gewann erstmals die Europa-Bergmeisterschaft. In diesem Jahr hatte er fünf von sieben Rennen gewonnen, zwei Mal war er Zweiter geworden.

1967 sah man Mitter wieder in Salzburg mit einem „Porsche Prototpye“ in der Klasse 'Sportwagen Prototypen und zweisitzige Rennwagen bis 2 000 cm²' am Start. Er wurde hinter Rolf Stommelen (GER) Zweiter in der Rennklasse und ebenfalls hinter Stommelen Zweitbester in der Tagesgesamtwertung. In diesem Jahr wurde er zum zweiten Mal Europa-Bergmeister.

Noch einmal konnten ihn die Salzburger 1968 erleben. Allerdings kam Mitter im Training mit seinem neuen Wagen nicht zurecht und am Rennsonntag zog der im ORF Fernsehen übertragene Formel-1-Weltmeisterschaftslauf um den „Großen Preis von Italien“ in Monza ab und es kamen nur 10 000 Zuschauer auf den Berg. Obwohl Mitter bereits alle Rennen der Saison gewonnen hatte und bereits zum dritten Mal als Berg-Europameister feststand, demonstrierte er nochmals sein großes Fahrkönnen und gewann im „Porsche Prototyp 910“ mit einer Gesamtlaufzeit von 07:23,62 min. überlegen vor Dieter Quester (Österreich, auf „BWM 2000“, Zeit 07:34,60 min.) sowohl die Rennklasse als auch den Gesamttagessieg.

1969, beim letzten Gaisbergrennen, war Gerhard Mitter bereits tot. Beim Training zum Formel-2-Lauf des „Großen Preises von Deutschland“ auf dem Nürburgring 1969 verunglückte Mitter tödlich am Steuer seines „BMW Monoposto F 269“ bei Tempo 250.

Ergebnisse bei Gaisbergrennen

Gerhard Mitter und der Alpenbergpreis Berchtesgaden

Auch beim Alpenbergpreis Berchtesgaden, einem internationalen Bergrennen für Automobile im Berchtesgadener Land auf der Roßfeld-Panoramastraße, das auch zur Berg-Eurpameisterschaft zählte, war er ebenfalls vertreten gewesen. Vier Mal gewann er dort das Rennen:

  • 1960: auf Mitter-DKW, 03:49,8 min, 93,995 km/h
  • 1961: auf Mitter-DKW, 03:43,3 min, 100,793 km/h
  • 1965: auf Porsche, 03:07,59 min, 113,020 km/h
  • 1966: auf Porsche, 03:00,43 min, 117,519 km/h

Erfolge in der Übersicht

  • Auf dem Gaisberg
Sieben Mal Sieger: 1959, 1960, 1962, 1963, 1965, 1966 und 1968
  • Auf dem Roßfeld beim Alpenbergpreis Berchtesgaden
Vier Mal Sieger: 1960, 1961, 1965 und 1966
  • Drei Mal gewann er die Europa-Bergmeisterschaft
1966, Sportwagen, Porsche 906
1967 und 1968, Rennwagen, Porsche 910 Bergspyder

Erinnerungen

„Er war ein ruhiger, besonnener Fahrer, dem das Publikum gerne und ausgiebig zujubelte, wenn er nach einem Lauf auf den Gaisberg langsam im Konvoi mit den anderen Rennwagen, mit hochgeklappter Brille - Vollvisierhelme gab es damals noch nicht - hinunter zum Start rollte. In weißem Overall war er vor dem Start für das Publikum noch 'angreifbar', was sich ja leider später sehr geändert hat. Wenn Mitter zum zweiten Lauf startete, spürte man eine eigenartige Atmosphäre am Gaisberg: beim zweiten Lauf starteten die Teilnehmer, soweit ich mich erinnere, in der umgekehrten Startfolge wie sie im ersten Lauf gereiht waren: also letzter des ersten Laufes als erster des zweiten Laufes. So entschied sich der Bergmeistertitel am Gaisberg, oft auch der Europabergmeistertitel, also in den letzten Minuten des zweiten Laufes. Schaffte es Mitter (wieder einmal), Zehntelsekunden schneller als Rolf Stommelen oder Peter Schetty zu sein? Über Bundesheer-Telefonverbindungen erhielt mein Vater, der von der Zistelalpe aus die 'Platzreportage' machte, die Zeiten durchgegeben. Dann brauchte es etliche Sekunden, bis über die zwölf Kilometer langen Verstärkerkabeln die Meldung über Sieg oder Niederlage bis nach Guggenthal gelangte“ erinnert sich Peter Krackowizer, der seit seinem vierten oder fünften Lebensjahr die letzten Jahren dieses großartigen Bergrennens noch miterlebte.

Literatur

  • Siegfried C. Strasser, der schon das Buch Der Rennberg über die Gaisbergrennen geschrieben hat, brachte im Herbst 2010 im Verlag Schneider Media ein Buch über Gerhard Mitter mit dem Titel „Rennsportlegende Gerhard Mitter“ heraus.

Quellen

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