Karl Hartwig Kaltner

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Karl Hartwig Kaltner
Bei der Enthüllung der von ihm gestalteten Glasstelen vor dem Russenfriedhof (St. Johann im Pongau)

Karl Hartwig Kaltner (* 14. Juni 1959 in Salzburg) ist Lehrer und freischaffender Künstler.

Vorgestellt

Karl Hartwig Kaltner ist in Puch bei Hallein zu Hause, wo sich seine Familie 1974 niederließ. Er besuchte zunächst das Akademische Gymnasium, dann das Musisch-Pädagogische Gymnasium in Salzburg, wo er 1979 maturierte. Anschließend studierte er an der Universität Salzburg Geschichte und Englisch, absolvierte zugleich eine Lehre als Fresko-Maler in Bozen in Südtirol und ging nach Beendigung seines Studiums an die "Accademia di Belle Arti di Brera", die Kunstakademie Mailand (Italien), die er 1988 mit Auszeichnung abschloss. Nach zwölf Jahren in Italien kehrte er 1992 nach Puch zurück. Sein täglich Brot verdient sich Kaltner einerseits durch einen Lehrauftrag an der pädagogischen Hochschule, sowie als Lehrer für Italienisch, Geschichte und Sozialkunde sowie Bildnerische Erziehung am Bundesgymnasium Nonntal. Zum anderen als freischaffender Künstler.

Oft sind es sakrale Räume, in denen er tätig wird: Er hat im Bildungszentrum des Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum in der Stadt Salzburg einen Meditationsraum eingerichtet und in der Chirurgie West des Landeskrankenhauses Salzburg einen Liturgieraum gestaltet. Auch hat er Bilderzyklen für St. Virgil und das Erzbischöfliche Palais in Salzburg geschaffen. 2018 gestaltete er die Glasstelen vor dem Russenfriedhof (Sankt Johann im Pongau).

Zahlreich sind seine Installationen mit "Fahnenbildern" im In- und Ausland. Neben seinen hochformatigen Fahnenbildern früherer Jahre sind es in letzter Zeit Triptychen, die Kaltners starken Bezug zum Spirituellen formal aufzeigen. 2011 war er mit Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2010 an seinen Studienort Mailand zurückgekehrt. Das Diözesanmuseum Mailand präsentiert großformatige Werke, in denen vielschichtig und farblich stark differenziert Weiß und Schwarz dominieren. Das österreichische Kulturforum in Mailand dagegen zeigt Entwürfe für Glasfenster von enormer farblicher Strahlkraft. Beide Ausstellungen waren bis April 2011 zu sehen gewesen.

Kaltners Bilder machen die Vergänglichkeit allen Lebens sichtbar: manchmal laut und drastisch, nicht selten auch still und elegisch wie in dunklen Wassern versinkend.

"Unsere zivilisatorische Schicht ist sehr dünn", sagt der Künstler, "darunter brodeln unerforschliche Abgründe des Bewusstseins. Die Arbeiten haben keinen Titel, aus Respekt dem Betrachter gegenüber. Es sollen Einladungen sein, sich in die Welt einzufühlen, für die man unterschiedlich Zeit braucht und die sich auch in der Zeit bewähren müssen." Was wie eruptive, machtvolle Äußerungen von Gewalt und Aggression wirkt, lässt Kaltner indes in einem langsamen Ablauf entstehen. Er ist ein Maler mit intensivem Bezug zum Material.

Frühere Arbeiten des Künstlers waren dominiert von Verschleiertem, Verdecktem und Verstecktem. Diesmal scheint es fast, als wolle er Barrieren überwinden und einen Aufbruch ins Neue wagen. Seine Bilder sind ruhig, harmonisch und stets darauf bedacht, den Betrachter in den Bann zu ziehen.

Kaltner arbeitet nach wie vor mit historischen Pigmenten und Asche. Die kostspielige Farbe in ihrer Kombination mit Distelöl deutet darauf hin, welche bezeichnende Rolle Echtheit und Sinnlichkeit in Kaltners Bildern spielen. Die Asche als Bestandteil der Arbeiten hebt einerseits eine besondere Haptik hervor. Sie wird in den neueren Arbeiten allerdings sparsamer verwendet. Andererseits ist der Einsatz dieses Materials nicht ohne Anlehnung an die Beschäftigung mit der österreichischen Vergangenheit zu denken. Das offene Spiel mit der Fantasie des Betrachters ist gewiss ein Zugang zu seiner Kunst. Kaltner provoziert nicht, weil die Provokation per se eine aufdringliche Komponente beinhaltet, die sich zu seinen Arbeiten in einem Widerspruch befindet. Kaltners Bilderwelten bieten ein Hinschauen und "Sich-Hineinlassen" an. Seine Arbeiten, auch als Spiegel einer Künstlerseele verstanden, lassen Existenzielles, Wesentliches, Bedrohliches ahnen, auf Archaisches schließen.

Kaltners Bilder waren bereits in Ländern wie Italien, Deutschland, Österreich und Japan zu sehen.

Quellen

Weblinks