Karl Hartwig Kaltner

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Karl Hartwig Kaltner
Bei der Enthüllung der von ihm gestalteten Glasstelen vor dem Russenfriedhof (St. Johann im Pongau).

Karl Hartwig Kaltner (* 14. Juni 1959 in der Stadt Salzburg) ist Lehrer und freischaffender Künstler.

Leben

Karl Hartwig Kaltner studierte an der Universität Salzburg Geschichte und Romanistik. Anschließend folgte ein Studium der Malerei von 1984 bis 1988 an der Kunstakademie „Brera“ in Mailand. Seit 1994 lebt und arbeitet Kaltner wieder in Österreich. Zahlreiche Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Italien und Japan. Auf dem Wildkogel in Bramberg im Pinzgau setzte er gemeinsam mit dem Verein TAURISKA das Projekt Friedensgarten auf 2 224 m ü. A. um.

Welche Rolle hat das Lamm in den Buchreligionen?

Welche Rolle hat das Lamm in den Buchreligionen? war der Titel eines Vortrags von Kaltner am 8. April 2022 im Rahmen des EU-Projektes SchafOhrMarke, TAURISKA-Kammerlanderstall in Neukirchen am Großvenediger. Im Anschluss an den Vortrag wurde ein elfminütiges Video von Karl Hartwig Kaltner mit dem Titel Misere (Latein für „Erbarmen“) gezeigt, welches speziell für den Karfreitag entstanden ist. Es soll dem Betrachter in sehr eindringlicher Bildsprache einen Spiegel vorführen und unseren Umgang mit der Schöpfung und mit unseren eigenen Werten hinterfragen. Es entstand in Zusammenarbeit mit "Terra Arte" in Blera und dem Verein "Tauriska" in Neukirchen am Großvenediger. Regie: Roberto Orazi, Szenenbild: Sandro Scarmiglia.[1]

Wie kaum ein anderes Tier hat uns das Schaf bei unserer Entwicklung zum Menschsein begleitet. Schon die Besiedlung vieler Erdteile aber auch die Sesshaftwerdung der Menschen wäre ohne die Domestizierung der Schafe unmöglich gewesen, man denke nur an die vielfältigen Produkte, welche dieses Tier dem Menschen liefert. Vom archaischen Filz für die Zelte der Nomaden, dem wetterfesten Loden und der feinsten Merinowolle der aktuellen Hout Couture hin bis zu Milch, Käse und Fleisch hat das Schaf eine tragende Bedeutung in unserer Kultur.

Dies schlägt sich natürlich auch in den großen Buchreligionen nieder. Das Schaf spielt sowohl im Judentum als auch bei den Christen und im Islam als Symbol und Opfertier eine bedeutende Rolle. Dieser großen symbolischen Bedeutung steht allerdings eine bestialische Realität gegenüber, in der Schafe wochenlang in rostigen Transportschiffen quer über den Erdball transportiert werden um als Ware der kapitalistischen Geldvermehrung dienen. Es spiegelt dies die Verlogenheit und Gnadenlosigkeit unserer Wertegesellschaft wider! Dennoch beten die Christen „Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünde der Welt..“ und der österliche Lammbraten lässt uralte Opferrituale auferstehen, welche sowohl im Judentum als auch im Islam eine bedeutende Rolle spielen. Dies gilt natürlich auch für den sprichwörtlichen „Sündenbock“, welcher bereits in mesopotamischen Kulturen auftritt und der als Dämon in modernen Horrorfilmen heute noch als Azazel zitiert wird.

Die Veranstaltung soll diese symbolische Ebene ins Bewusstsein rücken und uns verdeutlichen, wie lange wir schon in Symbiose mit diesem Tier leben und wie Bedeutsam seine Symbolik für unsere Kultur und unsere Zivilisation ist.

Vorgestellt

Vorgestellt ist eine Beitragsreihe in den Salzburger Nachrichten. Das Salzburgwiki hat hier den Originaltext übernommen. Dieser kann wiederholende Teile zu obigem Lebenslauf enthalten, sollte aber im Sinne eines Zeitdokuments nicht korrigiert werden.


Karl Hartwig Kaltner ist in Puch bei Hallein zu Hause, wo sich seine Familie 1974 niederließ. Er besuchte zunächst das Akademische Gymnasium, dann das Musisch-Pädagogische Gymnasium in Salzburg, wo er 1979 maturierte. Anschließend studierte er an der Universität Salzburg Geschichte und Italienisch, absolvierte zugleich eine Lehre als Fresko-Maler in Bozen in Südtirol und ging nach Beendigung seines Studiums 1984 an die "Accademia di Belle Arti di Brera", die Kunstakademie Mailand (Italien), die er 1988 mit Auszeichnung abschloss. Nach zwölf Jahren in Italien kehrte er 1992 nach Puch zurück. Sein täglich Brot verdient sich Kaltner einerseits seit 1995 durch einen Lehrauftrag an der pädagogischen Hochschule, sowie als Lehrer für Italienisch, Geschichte und Sozialkunde sowie Bildnerische Erziehung am Bundesgymnasium Nonntal. Zum anderen als freischaffender Künstler.

Oft sind es sakrale Räume, in denen er tätig wird: Er hat im Bildungszentrum des Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum in der Stadt Salzburg einen Meditationsraum eingerichtet und in der Chirurgie West des Landeskrankenhauses Salzburg einen Liturgieraum gestaltet. Auch hat er Bilderzyklen für St. Virgil und das Erzbischöfliche Palais in Salzburg geschaffen. 2018 gestaltete er die Glasstelen vor dem Russenfriedhof (St. Johann im Pongau).

Zahlreich sind seine Installationen mit "Fahnenbildern" im In- und Ausland. Neben seinen hochformatigen Fahnenbildern früherer Jahre sind es in letzter Zeit Triptychen, die Kaltners starken Bezug zum Spirituellen formal aufzeigen. 2011 war er mit Arbeiten aus den Jahren 2008 bis 2010 an seinen Studienort Mailand zurückgekehrt. Das Diözesanmuseum Mailand präsentiert großformatige Werke, in denen vielschichtig und farblich stark differenziert Weiß und Schwarz dominieren. Das österreichische Kulturforum in Mailand dagegen zeigt Entwürfe für Glasfenster von enormer farblicher Strahlkraft. Beide Ausstellungen waren bis April 2011 zu sehen gewesen.

Kaltners Bilder machen die Vergänglichkeit allen Lebens sichtbar: manchmal laut und drastisch, nicht selten auch still und elegisch wie in dunklen Wassern versinkend.

"Unsere zivilisatorische Schicht ist sehr dünn", sagt der Künstler, "darunter brodeln unerforschliche Abgründe des Bewusstseins. Die Arbeiten haben keinen Titel, aus Respekt dem Betrachter gegenüber. Es sollen Einladungen sein, sich in die Welt einzufühlen, für die man unterschiedlich Zeit braucht und die sich auch in der Zeit bewähren müssen." Was wie eruptive, machtvolle Äußerungen von Gewalt und Aggression wirkt, lässt Kaltner indes in einem langsamen Ablauf entstehen. Er ist ein Maler mit intensivem Bezug zum Material.

Frühere Arbeiten des Künstlers waren dominiert von Verschleiertem, Verdecktem und Verstecktem. Diesmal scheint es fast, als wolle er Barrieren überwinden und einen Aufbruch ins Neue wagen. Seine Bilder sind ruhig, harmonisch und stets darauf bedacht, den Betrachter in den Bann zu ziehen.

Kaltner arbeitet nach wie vor mit historischen Pigmenten und Asche. Die kostspielige Farbe in ihrer Kombination mit Distelöl deutet darauf hin, welche bezeichnende Rolle Echtheit und Sinnlichkeit in Kaltners Bildern spielen. Die Asche als Bestandteil der Arbeiten hebt einerseits eine besondere Haptik hervor. Sie wird in den neueren Arbeiten allerdings sparsamer verwendet. Andererseits ist der Einsatz dieses Materials nicht ohne Anlehnung an die Beschäftigung mit der österreichischen Vergangenheit zu denken. Das offene Spiel mit der Fantasie des Betrachters ist gewiss ein Zugang zu seiner Kunst. Kaltner provoziert nicht, weil die Provokation per se eine aufdringliche Komponente beinhaltet, die sich zu seinen Arbeiten in einem Widerspruch befindet. Kaltners Bilderwelten bieten ein Hinschauen und "Sich-Hineinlassen" an. Seine Arbeiten, auch als Spiegel einer Künstlerseele verstanden, lassen Existenzielles, Wesentliches, Bedrohliches ahnen, auf Archaisches schließen.

Kaltners Bilder waren bereits in Ländern wie Italien, Deutschland, Österreich und Japan zu sehen.

Von 2010 bis 2017 leitete Kaltner den Fachbereich '"Bildnerische Erziehung" an der Pädagogischen Hochschule Salzburg und lehrte von 2012 bis 2018 auch an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien.

Auszeichnung

1998 war Kaltner Salzburger Kulturfonds|Preisträger des Kulturfonds der Stadt Salzburg.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweis

  1. Presseaussendung Karl Hartwig Kaltner vom 31. März 2022