Michael Hofinger

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Michael Hofinger
Michael Hofinger und seine Waukerln, wie er seine Enkelinnen nannte, aufgenommen zu Weih- nachten 1936
Maria und Michael Hofinger, Besitzer des Hotels Münchnerhof, im Sommer 1928

Michael Hofinger (* 1. Juli 1870 in Steinhaus bei Wels, Oberösterreich; † 25. Mai 1944 in Salzburg) war ein Hotelier in Salzburg.

Leben

Jugendjahre und Familiengründung

Hofinger's Eltern waren Bauern, züchteten Schweine und er hatte acht Geschwister. Hofinger wollte aber kein Schweinebauer werden wie seine Eltern und hatte andere Ideen. Er sehnte sich nach Unabhängigkeit. Schon mit 17 Jahren suchte er sein Glück in Salzburg, indem er als Kellnerlehrling im Hotel Erzherzog Karl am Waagplatz anheuerte. Er erweiterte seine Erfahrungen und Kenntnisse im Hôtel de l'Europe und Hotel Österreichischer Hof. Wegen seiner kleinen Gestalt haben sie ihm den Spitznamen der 'Kleine Piccolo' gegeben. Anschließend ging er zum Militär und diente Kaiser Franz Joseph I..

So um 1897 heiratete Hofinger Maria Scherer aus Wernstein bei Schärding (Innviertel), machte sich dann dauerhaft in Salzburg ansässig und gründete seine Familie. Er interessierte sich für Gastwirtschaft und pachtete ein Kaffeehaus, das Café Sport in der Linzer Gasse 38. Maria kochte die Mahlzeiten für die Gäste und Michael servierte die Getränke. Michael und Maria Hofinger hatten drei Söhne: Rudolf, Wilhelm (er starb mit 22 Jahren an Lungentuberkulose) und Otto. Traurigerweise ist Maria, Hofinger's Frau das Opfer eines Autounfalles geworden und sie verstarb am 15. September 1928.

Michael Hofinger's Cousin, Michael Schwediauer, auch aus Steinhaus bei Wels, hatte denselben Drang für Unabhängigkeit und Schwediauer zog mit seiner Familie nach Wien. Michael Schwediauer's jüngste Tochter, Josefine, genannt Fini, heiratete im Jahre 1933 Michael Hofinger's ältesten Sohn Rudolf. Sie hatten zwei Töchter: Michaela Maria und Elisabeth Charlotte (genannt Liselotte).

Michael Hofinger wird Hotelier

Im Jahre 1900 kaufte Michael Hofinger die Häuser Dreifaltigkeitsgasse 3 und Lederergasse 8. Während der nächsten zwölf Jahre arbeitete er sehr hart und wurde von den Salzburger Bürgern und Geschäftsleuten sehr respektiert. Es war offensichtlich, dass die Häuser modernisiert werden sollten. Michael musste sich große Geldsummen ausleihen, um diese Renovierungen durchzuführen. Diese wurden im Jahre 1912 vollendet. Nach mehreren Umbauten und Zukäufen eröffnete er das Hotel Münchnerhof. Michael Hofinger war sehr beliebt bei seinen Gästen und Freunden. Täglich um 10 Uhr vormittags gab es 'a Jausn', wozu er den feinsten Speck und Bauernbrot aus Oberösterreich und Wein aus Südtirol servierte. Darum haben ihn seine Freunde dann liebevoll 'Speckmichl' genannt.

Aus Liebe und Dankbarkeit für ihre unermüdliche Mitarbeit hat Hofinger eine riesige Barock Kredenz als Weihnachtsgeschenk 1927 für seine Frau Maria anfertigen lassen. Ein Meistertischler baute dieses Möbelstück, welches durch Intarsien-Holzeinlegearbeit und geschnitzte Verziehrungen verschönert wurde. Der eingebaute Schreibtisch zeigte die Widmung an seine Frau. Es gab viele Stellagen hinter Glastüren, wo das komplette Meissner Porzellan Service und alle möglichen Gläser für Wein, Cognac usw. aufbewahrt wurden. Es beinhaltete sechs gebrauchte Laden, die das Silberbesteck, Tischtücher und Servietten beherbergten.

Sein Lebensende

Michael Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am 25. Mai 1944 an einem Schlaganfall. Da sein Sohn Rudolf viel auf Reisen war und sein Sohn Otto im Krieg war, hatte er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, den Kunstmaler Karl Reisenbichler , zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am 13. Oktober 1945 aufgehoben.

Seine Söhne

Bildergalerie

Quelle