Tauernschleuse

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Bahnhof Böckstein 01
Eine entladene Garnitur in Böckstein
Tauernschleuse in Mallnitz in Kärnten
Tauernschleuse in Mallnitz

Die Tauernschleuse ist eine Autoschleuse auf der Tauernbahn und verbindet durch den Tauerntunnel das Mölltalin Kärnten mit dem Gasteinertal in Salzburg.

Geschichte

Die Tauernschleuse ist seit 1947 in Betrieb und stellt heute eine Alternative zum Tauerntunnel auf der Tauernautobahn (A 10) dar.

Am 2. August 1964 hatte die Schleuse mit 4 704 Pkw in Nord-Südrichtung die höchste Transportfrequenz. In Süd-Nordrichtung erreichte sie diese am 21. August 1964 mit 3 432 Pkw. Damals konnten 90 Pkw pro Zug in zehn Minuten geschleust werden.

Nach der Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun im Jahr 2000 wurde die Tauernschleuse zwischen 2000 und 2004 modernisiert. 61 Millionen Euro wurden in den Umbau investiert, Ziel war vor allem die Erhöhung der Sicherheit sowie die Modernisierung der Technik. So wurden die Kommunikationsmöglichkeiten im Tunnel verbessert, Fluchtwege mit Orientierungsbeleuchtung geschaffen und eine fixe Löschwasserleitung integriert. Vor den Tunnelportalen wurden Hubschrauber gerechte Rettungsplätze errichtet. Um die Tunnelsicherheit zu erhöhen, gibt es seither im Tunnel keine einzige Weiche mehr. Die Schienenstränge verlaufen voneinander unabhängig.

Im April 2005 wurde ein Tunnelrettungszug in Böckstein stationiert: Entwickelt und gebaut wurde der Rettungszug von der Firma Dräger Safety AG. Mit Überdrucktechnologie gegen das Eindringen von Rauch und Gasen, autarker Energieversorgung und Atemluftregeneration kann er sechs Stunden im Tunnel zu Rettungsmaßnahmen eingesetzt werden. Der Zug besteht aus einer Feuerwehreinheit mit Niederflurwaggons für die Feuerwehrfahrzeuge, einem Energie-, Löschmittel- und Mannschaftscontainer und einer Rettungseinheit mit einem Container für 60 Personen. Das Containersystem bietet vor allem Schutz vor Hitze. Zwischen beiden Einheiten treibt eine Diesellokomotive den Zug an.

Im Herbst 2006 wurden 31 neue Garnituren angeschafft: Die neuen Schleusen-Garnituren ermöglichen neben dem Pkw-Transport auch wieder die seit 2000 verboten gewesene Mitnahme von Reisebussen, Wohnwägen, Wohnmobilen und einspurigen Kraftfahrzeugen. Jede Garnitur kann bis zu 50 Pkw transportieren, zu Spitzenzeiten wird in jede Richtung ein Verkehrsaufkommen von 1 500 Autos täglich bewältigt.

Im Zuge der Einstellung des Zugverkehrs aufgrund der Infektionskrankheit Covid-19 und des unter Quarantäne gestellten Gasteinertals kam das Gerücht auf, dass die Bundesbahnen die Tauernschleuse aus wirtschaftlichen Überlegungen für immer geschlossen lassen. Am 22. April 2020 wurde dann aber mitgeteilt, dass die Tauernschleuse ab Montag, 4. Mai, wieder geöffnet sein wird. Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Verkehrslandesrat Stefan Schnöll hatten sich für eine rasche Öffnung eingesetzt. Der Betrieb soll in der bisherigen Taktung erfolgen, also mit stündlichen Fahrten in beide Richtungen. Die Tauernschleuse war wegen der Verhängung der Quarantäne über das Gasteinertal vorübergehend eingestellt und nicht gleich nach der Öffnung wieder in Betrieb genommen worden. Die beiden Politiker konnten mit dem Ministerium auch vereinbaren, dass sie jedenfalls am Vertrag bis 2028 festhalten.

Schleuse vor allem für Pendler wichtig

Die Verbindung ist vor allem für Pendler von großer Bedeutung. „Sie sind auf die Autoverladung angewiesen, weil sie von den beiden Bahnhöfen mit ihren Autos weiter zur Arbeit fahren“, so Schnöll. Im Normalfall gibt es jeden Tag 18 Schleusenfahrten in beide Richtungen. Die Fahrt durch den Bahntunnel dauert dabei zwölf Minuten. Mit dem Auto wäre man zwischen Böckstein (Bezirk St. Johann im Pongau) und Mallnitz (Bezirk Spittal an der Drau) derzeit mehr als zwei Stunden unterwegs – ein Umweg von rund 180 Kilometern über die Tauernautobahn.

2019 wurden nach ÖBB-Angaben insgesamt 180 000 Fahrzeuge transportiert, darunter 13 500 Fahrräder.

Betrieb

Die Shuttle-Züge verkehren grundsätzlich im Stundentakt vom Bahnhof Böckstein aus in Südrichtung zur Minute 20 und vom Bahnhof Mallnitz aus in Richtung Norden zur Minute 50. Die erste Abfahrt von Böckstein erfolgt dabei um 06:20 Uhr, die letzte um 22:50 Uhr. In entgegengesetzter Richtung führt die erste Abfahrt um 06:20 Uhr nach Böckstein und die letzte um 23:20 Uhr (Datenstand 2017). An verkehrsstarken Tagen finden die Abfahrten in beiden Richtungen jeweils im Halbstundentakt statt.

Ladebeginn ist jeweils 15 Minuten vor Abfahrt, Ladeschluss fünf Minuten vor Abfahrt. Die Fahrzeit beträgt elf Minuten.

Die Anreise zur Verladestelle erfolgt von der Tauernautobahn-(A 10)-Abfahrt bei Bischofshofen über die Pinzgauer Straße (B 311) bis Lend und dann über die Gasteiner Straße (B 167) nach Böckstein. Auf Kärntner Seite geht es durch das Mölltal und in Richtung Süden wieder zur A 10 zum Anschlussknoten Spittal.

Beförderungsrichtlinien

Erlaubte Fahrzeugabmessungen:

  • Maximale Höhe Lkw: 3,60 Meter
  • Maximale Höhe Busse: 3,80 Meter
  • Maximale Breite: 2,50 Meter
  • Maximales Gewicht: 25 Tonnen

Nicht zugelassen sind:

  • Flüssig- und erdgasbetriebene Kraftfahrzeuge
  • Gefahrguttransporte RID/ADR

Nur gegen Vorbestellung werden befördert:

  • Reisebusse über 2,1 Meter Breite
  • Motorradgruppen

Sonstige Daten

Jährlich nutzen mehr als 400 000 Reisende und 180 000 Fahrzeuge die Schleuse.

Information

E-Mail: autoschleuse@pv.oebb.at
ÖBB-Kundenservice, Telefon: 05-1717

Bilder

 Bahnhof Böckstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Weblinks