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Tauernbahn

Imhof 1907 Schutterer im Tauerntunnel
Das ursprüngliche Nordportal in Böckstein als Denkmal der eisenbahntechnischen Ingenieurskunst
Fassadendetail des Bahnhofs in Bad Gastein: die Initialen Kaiser Franz Josephs I.

Die Tauernbahn verbindet Schwarzach im Pongau mit Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon zur Bauzeit der Erzherzogin-Giselabahn (1875) hatte man den Plan, von Lend hinauf ins Gasteinertal eine Zahnradbahn zu errichten. Zunächst sollte es eine Zahnradbahn sein, dann ab dem Talausgang eine Schmalspurbahn. Aber diese Pläne wurden wegen der zu hohen Kosten erstmals wieder verworfen. Dann aber führten wirtschaftliche, geopolitische und militärische Gründe zur Unterzeichnung der Gasteiner Variante von Kaiser Franz Joseph I. am 7. Juli 1901[1]. Die Spatenstichfeier zum Bau der Tauernbahn fand im Anlauftal nahe Böckstein am 23. Juni 1901 statt. Die Bahn sollte eine Nord-Süd Verbindung von Österreich zum Mittelmeerhafen Triest in Italien schaffen.

Die Strecke wurde von k.k. Eisenbahningenieur Carl Wurmb geplant. Ein Denkmal in der Schwarzstraße in der Stadt Salzburg und eine nach ihm benannte Straße nahe dem Salzburger Hauptbahnhof erinnern heute noch an einen der wichtigsten Eisenbahnpioniere Österreichs. Rund 7 000 Arbeiter waren während der Bauzeit mit dem Bau der Bahn beschäftigt, die Teil eines großen Maßnahmenpakets mit dem gleichzeitigen Vorantrieb mehrerer Nord-Süd Verbindungen (Pyhrn-, Karawanken- und Wocheiner-Bahn) war. Das Material musste mit Pferdefuhrwerken herangeschafft werden.

Am 1. September 1905 erfolgte die Betriebseröffnung[2], am 20. September 1905 fand dann die offizielle Eröffnung des Streckenabschnitts von SchwarzachSt. Veit bis Bad Gastein statt. Kaiser Franz Joseph I. reiste persönlich im Hofsalonzug an und wurde in den neuen Bahnhöfen entlang der Strecke von der örtlichen Prominenz begrüßt. Um 10:25 Uhr traf der Kaiser schließlich in Bad Gastein ein und wurde von Bürgermeister Carl Straubinger empfangen.

Am 7. März 1909 kamen am südlichen Ende des Gasteinertals 26 Menschen bei einem schweren Lawinenunglück ums Leben. Es waren Arbeiter aus vielen Teilen der Habsburger-Monarchie, die beim Bau der Tauernbahn und des Tauerntunnels beschäftigt waren.

Am 5. Juli 1909 erfolgte die Inbetriebnahme der Südrampe - einschließlich des 8 551 m langen, zweigleisigen Tauerntunnels - nach Spittal an der Drau, Kärnten. Der Tunnel war zu Beginn der einzige Bauabschnitt der Tauernbahn, der zweigleisig ausgelegt war. Beim Bau des Tauerntunnels hat sich Dipl. Ing. Karl Imhof besondere Verdienste erworben, für die er von Kaiser Franz Joseph I. ausgezeichnet wurde.

Die Nordrampe der Tauernbahn von Schwarzach bis Mallnitz konnte ab 1. Dezember 1933 elektrisch befahren werden, die Südrampe bis Spital ab 26. April 1935.

Ausbau zur zweigleisigen Strecke

Zur Zeit (2018) sind noch 21 Kilometer der Tauernbahn - also rund ein Viertel der Gesamtstrecke - eingleisig.

Seit 1969 wird am zweigleisigen Ausbau der Strecke gearbeitet. Während dieser auf der Südrampe in Kärnten Ende 2009 vollendet werden konnte, wird er nach dem neuen Rahmenplan für Schiene und Straße des Verkehrsministeriums im Gasteinertal erst nach 2020 realisiert werden. Als bislang letztes Teilstück der Nordrampe wurde am 24. Juni 2005 der rund fünf Kilometer lange Abschnitt von Brandstatt bis Loifarn oberhalb von Schwarzach im Pongau zweigleisig eröffnet. Nach einer Bauzeit von fünf Jahren konnte mit der Fertigstellung von zwei neuen Tunnels (dem 960 Meter langen Birgltunnel und dem 314 Meter langen Kenlachtunnel) und fünf neuen Eisenbahnbrücken eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit von 70 km/h auf 100 km/h auf dem bis zu 28 ‰ steilen Abschnitt erreicht werden.

Das ursprüngliche Nordportal in Böckstein als Denkmal der eisenbahntechnischen Ingenieurskunst, im Hintergrund der heutige Tunnelbeginn

Im Zuge der Optimierung der Sicherheitseinrichtungen und der verbesserten Streckenführung im Tauerntunnel wurde ab 2001 auch ein Teil der Tunnelstrecke bei Böckstein freigelegt, sodass sich die Tunnellänge von ehemals 8 550 m um 179 m auf 8 371 m verkürzte. Das ursprüngliche Nordportal in Böckstein als Denkmal der eisenbahntechnischen Ingenieurskunst steht heute auf freiem Gelände südlich der Auffahrtsrampe für die Tauernschleuse (Autotransport) der ÖBB von Böckstein nach Mallnitz.

2018: Sanierungsarbeiten

Von 6. bis 28. Oktober 2018 wurden Gleisanlagen erneuert und andere Sanierungsarbeiten an der Strecke vorgenommen. So wurden das Portal des unteren Klammsteintunnels und die Entwässerungskanäle in St. Veit im Pongau erneuert. In Dorfgastein wurde eine neue Fahrdraht-Kette angebracht und in Bad Hofgastein waren Adaptierungen im Bereich der Schlossalmbahn nötig. Außerdem wurde im Angertal die Unterführung beim Vogel- und Naturlehrpfad erneuert. Zudem werden zwischen Bad Gastein und Böckstein die Gleisanlagen auf einer Länge von 300 Metern ausgetauscht.[3]

Angertalbrücke

Hauptartikel Angertalbrücke

Technische Details

  • Länge: 81 Kilometer, davon noch 21 eingleisig
  • Scheitelpunkt: 1.226 m im Tauerntunnel
  • maximale Steigung: 28‰
  • Länge des Tauerntunnels: ursprünglich 8550 m, seit 2004 nur mehr 8371 m

Weblinks

Quellen

  • ÖBB
  • Heinrich Zimburg: Die letzte Fahrt der Pferdepost nach Bad Gastein und die Eröffnung der Nordrampe der Tauernbahn im Jahre 1905 [1]
  • Gobiet, Ronald (Hrsg.): "Der neue Salzburger Hauptbahnhof. Stationen seiner Geschichte von 1860 bis 2014. Salzburger Beiträge zur Kunst und Denkmalpflege Bd. VI", Verlag Anton Pustet, 2012

Fußnoten

  1. Quelle Salzburger Woche, Ausgabe Pongauer Nachrichten, 2. Dezember 2010: Heimatbuch Dorfgastein von Sebastian Hinterseer, er spricht dort auch von nur 4 000 Arbeitern, nicht von 7 000, wie hier im Artikel
  2. Quelle ANNO, abgefragt am 12. August 2017
  3. Quelle Salzburg24 online, abgefragt am 28. September 2018