Alfred Adrowitzer

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Alfred Adrowitzer (* 28. Juni 1916 in Salzburg; † 24. Jänner[1] 1982 ebenda) war ein Salzburger Journalist.

Leben

Der Sohn des Notariatsanwärters Dr. Max Rossberger und der aus Galizien stammenden Maria Andruszewicz wuchs in Salzburg bei Zieheltern auf. Er besuchte das Salzburger Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum, an dem er im Jahr 1936 maturierte. Ursprünglich wollte er den Priesterberuf ergreifen, nahm jedoch im Oktober 1936 das Studium der Philosophie an der philosophisch-theologischen Fakultät der Universität Salzburg auf; dieses verdiente er sich teilweise selbst als Erzieher und Vizepräfekt am Collegium Rupertinum. Im Herbst 1937 wechselte er nach Wien, wo er zwei Semester lang Rechtswissenschaften studierte und bis März 1938 journalistisch für die Zeitung „Salzburger Chronik“ tätig war. Nach dem „Anschluss“ 1938 musste er dem Studium aus finanziellen Gründen entsagen. Bis 1939 war er in Salzburg als Sekretär im Dompfarramt, 1939–40 als Buchhalter und Geschäftsführer in einem Großhandel für Häute und Felle beschäftigt. Im März 1941 erlangte er eine Anstellung als Buchhalter beim Salzburger Bankhaus Carl Spängler & Co..

Dem NS-Regime kritisch gegenüberstehend, wurde er auf Betreiben des NSDAP-Ortsgruppenleiters von Salzburg-Itzling verhaftet, saß von Februar bis Juni 1944 in Polizeihaft, wurde im Oktober neuerlich verhaftet und danach als Zwangsarbeiter verwendet; im Jänner 1945 wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert.

Nach der Befreiung des Konzentrationslagers durch die US-Streitkräfte kehrte er nach Salzburg zurück. Er nahm nach der Wiederzulassung einer freien Parteipresse im Oktober 1945 bei der vom Katholischen Preßverein herausgegebenen Salzburger Volkszeitung erneut seine journalistische Tätigkeit auf.

Im Jahr 1947 verehelichte er sich mit Gertrude Adrowitzer, geb. Feistauer. Aus der Ehe gingen die beiden bekannten Journalisten Hans (* 14. März 1949 in Salzburg) und Roland (* 18. März 1957 in Hallein) hervor.

Bei der „Salzburger Volkszeitung“ – in deren Redaktion zeitweise auch Gerd Bacher, Karl Gruber, Karl Polly und Heinz Nußbaumer tätig waren – führte er von 1945 bis 1957 das Lokalressort. Im Februar 1957 folgte er Friedrich Sommer, den er schon seit April 1956 krankheitshalber vertreten hatte, als Chefredakeur des Blattes nach. Er leitete die unter dem Zwiespalt zwischen kirchlicher Ausrichtung und Parteiorientierung leidende Zeitung, bis diese im März 1968 als Tageszeitung eingestellt wurde. Selbst Opfer des NS-Regimes, trat Adrowitzer als Journalist in der Nachkriegszeit entschieden für einen demokratischen Neubeginn und die Erziehung zu österreichischem Staatsbewusstsein, für die Aussöhnung zwischen den beiden großen politischen Lagern und für wohlfahrtsstaatliche Eingriffe in die Wirtschaft ein.

Nach seinem Rücktritt von der Chefredaktion war er in verschiedenen Funktionen im Verlag des Salzburger Pressvereins tätig. Er redigierte etwa den „Salzburger Bauernkalender“ und von 1969 bis 1981 das „Österreichische Klerus-Blatt“.

Außerhalb seines Berufes engagierte sich Adrowitzer in der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten. Von 1948 bis 1968 war er Obmann der Landesgruppe Salzburg und von 1962 an stellvertretender Präsident der österreichischen Journalistengewerkschaft. Ab 1971 fungierte er als Präsident des Salzburger Presseclubs.

Auszeichnungen

Quellen

Zeitfolge
Vorgänger

Friedrich Sommer

Chefredakteur der SVZ
19571968
Nachfolger

Horst Friedrich Mayer