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Josef Hinterstoisser

Regierungsrat[1]Dr. med. Josef Hinterstoisser, er dürfte sich aber mit ß geschrieben haben[2] (* 26. Jänner 1844 in der Stadt Salzburg; † 23. November 1921 ebenda), war Psychiater und Kunstsammler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Josef Hinterstoisser kam aus ärmlichen Verhältnissen, sein Vater war Geldbriefträger. Nach Absolvierung des Gymnasiums fuhr er auf einer Plätte nach Wien um dort ein Medizinstudium zu beginnen, das er sich durch Nachhilfe finanzierte. Seine Verhältnisse waren so prekär, dass er kein eigenes Zimmer hatte, sondern als Bettgeher[3] unterkam. 1868 promovierte er zum Doktor der Medizin und kam als Aspirant ins Allgemeine Krankenhaus. Eine Vertretung eines Kollegen weckte in ihm das Interesse an der Psychiatrie.

Hinterstoisser war von 1875 bis 1905 am Oberlandesgericht in Wien tätig. In dieser Zeit bewahrte er als Gutachter auf Bitten der Schauspielerin Katharina Schratt den Wiener Volksschauspieler Alexander Girardi (der möglicherweise mit dem Salzburger August Girardi verwandt war) vor dem Irrenhaus.

Er zählte zahlreiche Prominente des Fin de Siecle zu seinen Freunden, so Hans Makart, Franz von Suppé und Alexander Girardi. Auch mit Katharina Schratt pflegte er vertrauten Umgang.

Seine Sammlung von Salzburger Münzen und Medaillen sowie seine Villa in Mattsee stiftete er für Stipendien zugunsten Salzburger Gymnasiasten und Medizinstudenten.

Hinterstoisser war mit Ida (* 1872; † 21. Mai 1961 im Alter von 89 Jahren) verheiratet, die erheblich jünger war als er. Hinterstoisser war 1921 im Alter von 77 Jahren verstorben.

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 8. Dezember 1921, Seite 3
  2. sämtliche zeitgenössische Zeitungsartikel, insbesondere Nachrufe, u. a. in den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, schrieben Hinterstoißer
  3. siehe Wikipedia Bettgeher