Pfarrkirche zu unserer Lieben Frau Mariae Geburt

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Siezenheimer Pfarrkirche mit Friedhofmauer
Pfarrkirche Siezenheim, Innenansicht
Pfarrkirche Siezenheim, südliche Ansicht
diese Aufnahme macht die Nähe der Kirche zum Salzburger Flughafen deutlich, am Kirchturm sind daher mehrere Positionsleuchten angebracht

Die Pfarrkirche zu unserer Lieben Frau Mariae Geburt ist die Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarre Siezenheim, steht im Ortsteil Siezenheim der Flachgauer Gemeinde Wals-Siezenheim und zählt zu den dortigen denkmalgeschützten Objekten.

Geschichte

Die Kirche wurde 1506 auf dem Platz der um 1500 durch einen Brand zerstörten Vorgängerkirche errichtet.

Das älteste christliche Kulturdenkmal in der Kirche ist ein romanisches Steinkreuz mit stilisierter Darstellung des Gekreuzigten, das nun im Eingangsbereich der Pfarrkirche Siezenheim zu sehen ist. Der Ortschronist Franz Müller datierte das aus Konglomeratgestein gefertigte Kreuz in das Jahr der Ungarneinfälle um 926.

Obwohl aus diesen und anderen Urkunden belegt werden kann, dass die Salzburger Kirche in Siezenheim Besitztümer hatte, kann man wahrscheinlich noch nicht von einer seelsorgerischen Betreuung der Bevölkerung sprechen, da diese möglicherweise von Wals aus oder direkt durch die Domherren erfolgte. Als Gründer der Pfarre Siezenheim gilt Erzbischof Konrad I. von Abenberg, der 1122 dem Salzburger Domstift Pfarrrechte auch in Siezenheim übertrug. Dass bereits zu dieser Zeit eine Kirche bestand oder sogar ausgebaut wurde, lässt sich zwar vermuten, ist aber baulich nicht abgesichert. Die Pfarre Siezenheim umfasste damals auch die Gebiete von Liefering, Maxglan und Wals.

1394 erfolgte wegen eines Brandes ein Kirchenneubau. Die neue Kirche wurde am 6. Mai 1397 von Weihbischof Leonhard neu eingeweiht. Papst Bonifaz IX. verlieh am 18. Oktober 1398 der neu geweihten Kirche zu „Unserer Lieben Frau in Suczenhaym“ einen Ablass von 100 Tagen. Am 9. Februar 1451 verlieh Kardinal Nikolaus von Kues der Siezenheimer Kirche für weitere Kirchenfeste einen Ablass von 100 Tagen.

1499 sollte die Siezenheimer Kirche erweitert und neu eingedacht werden; doch bevor dies in Angriff genommen werden konnte, vernichtete 1500 ein Brand die Kirche. Auch hier wurde durch die Gewährung von Ablässen die Spendenbereitschaft der Bevölkerung anzustacheln versucht. Nach juristischen Auseinandersetzungen mit dem Benediktinenstift Nonnberg, das vertraglich zur Kostenübernahme verpflichtet war, konnte innerhalb von vier Jahren ein spätgotisches Kirchengebäude errichtet und am 14. April 1506 vom Passauer Weihbischof Nikolaus Kaps geweiht werden.

Die Bestrebungen, einen hohen Kirchturm zu errichten, gehen bis auf das Jahr 1580 zurück. Aus finanziellen Gründen und weil ein spitzer Turm Blitze anziehen würde, überließ das Domkapitel den Siezenheimern den Turmbau nach „ihrem Säckel“; ein Teil der Kosten mussten von der offensichtlich besser dotierten Filialkirche in Gois ausgeliehen werden. Im März 1734 kam es in der Kirche zu einem Dachstuhl- und Kirchturmbrand, sodass ein Turmneubau notwendig wurde. 1751 wurde eine neue Glocke installiert, die bis zu ihrer Ablieferung für Kriegszwecke im Jahr 1916 die größte Glocke im Siezenheimer Glockenturm war.

Pfarrkirche Siezenheim heute

Die von weitem sichtbare Kirche ist von einem Friedhof umgeben, der sich durch stilvoll errichtete Gräber auszeichnet. Der spätgotische Kirchenbau von 1506 wurde nur mehr durch den Turmbau von 1735 entscheidend verändert. Die älteste Heiligenfigur in der Kirche ist eine gotische Marienstatue von 1480. Bemerkenswert sind die schönen Fresken aus dem 15. und dem 17. Jahrhundert, u.a. mit der Anbetung der Könige, einer Apostelmühle und einer Darstellung des Christophorus. Das spätgotische Taufbecken stammt von 1515. Die Altarblätter wurden von Johann Franz Pereth, Augsburger Bürger und Mitglied der Augsburger Malerzunft, 1677, ein Jahr vor seinem Tod, angefertigt. Der Hauptaltar stellt Maria als Königin des Himmels dar. Auf dem linken Seitenaltar ist die Enthauptung der Heiligen Katharina abgebildet, auf dem rechten ist die Sterbeszene des Heiligen Sebastian zu sehen. Das den Kirchenraum abschließende schmiedeeiserne Gitter stammt von 1694.

Die Orgel in der Pfarrkirche von Siezenheim wurde im Jahre 1905 von Albert Mauracher hergestellt. 1998 erfolgte eine Sanierung durch Orgelbaumeister Pieringer (Haag, .).

Bilder

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Quelle