Adi Jüstel

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Adi Jüstel

Adi Jüstel (* 8. September 1939 in Wagrain, Pongau) ist Gastronom und Jazzliebhaber.

Leben

Im von US-Soldaten besetzten Elternhaus hörte er mit sechs Jahren erstmals die Musik, die ihn seither stets begleitet: Jazz. Von 1973 bis 1996 führte Jüstel das Hotel Blaue Gans in der Stadt Salzburg und sorgte dort im Mexicano Keller als Gastronom und Musiker für das Gedeihen einer Salzburger Jazzszene. Danach wurde der Salzburger Altstadtkeller unter Jüstels Leitung zu einem Treffpunkt für Swing- und Volksmusiker. Am 15. Mai 2005 schloss auch dieses Lokal.

Vorgestellt

In das große Album mit dem braunen Ledereinband hat sich die halbe Musikwelt eingeschrieben: Die große Jazzdame Ella Fitzgerald ist mit einem Autogramm verewigt, Pianist Friedrich Gulda ebenso. Ob Popstar José Feliciano oder Gitarrist Barney Kessel: "Alle, die bei mir im Mexicano Keller zu Gast waren, haben sich hier eingetragen", erzählt Adi Jüstel.

Den leer stehenden Keller des Hotels verwandelte er in ein legendäres Musiklokal. Jazz war in Salzburg lange Zeit vor allem im Mexicano Keller daheim. Hier spielte eine kleine lokale Szene, hier schauten aber auch internationale Stars auf eine Session vorbei. Und der Hausherr? Der saß am Klavier – oder spielte Trompete. Auch als Musiker war Jüstel stets mitten im Geschehen. In den Vordergrund spielen wollte er sich nie. "Ich habe Glück gehabt, mit so vielen guten Musikern Kontakt zu haben. Ich war der Wirt, mich haben sie immer mitspielen lassen", sagt Adi Jüstel bescheiden.

Seine Erinnerungen will der Jazz-Gastronom, der sich seit seiner Pensionierung ganz der Musik widmet, dokumentieren. Aus der Idee, sein illustres Gästebuch einfach nachdrucken zu lassen, ist aber mittlerweile ein 350 Seiten starkes Buchprojekt entstanden. Jüstel erzählt darin nicht nur seine eigene Biografie, sondern ein lebendiges Stück Salzburger Musikgeschichte. Den Bogen spannt er von den Helden einer kleinen Nachkriegs-Jazzszene bis zur Volksmusik. Nachzulesen ist in den "Anekdoten mit und ohne Noten" auch, wie Jüstel am 19. Mai 1977 (mit Hilfe von SN-Herausgeber Max Dasch) Ella Fitzgerald erstmals nach Salzburg holte. Oder wie ihn Louis Armstrong bei einer Zugfahrt zum Vorspielen aufforderte.

Quelle

Weblinks