Corona-Splitter

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Corona-Splitter sind kurze Nachrichten, die während des Jahres 2020 gesammelt wurden.

Corona-Schnelltest aus Salzburg

Am 11. Februar 2020 wurde bekannt, dass die in Thalgau im Flachgau beheimatete Firma Procomcure selbst entwickelten Corona-Schnelltest auf den Markt bringen will. Geschäftsführer Kamil Önder hatte mit seinen zehn Mitarbeitern diesen Schnelltest schneller entwickelt als milliardenschwere Pharmariesen. Bereits im Stadium des Zulassungsverfahren lag eine Bestellung aus Wuhan, China, über 50 000 Schnelltests vor. Das Produkt namens „Phoenix Dx“ werde knapp über dem Selbstkostenpreis abgegeben, sagt Önder. Mitte Februar 2020 erhielt dann das Unternehmen die Zulassungsgenehmigung für den Schnelltest.

Dass die Salzburger Landeskliniken (SALK) auf die Produkte aus Thalgau verzichten, bezeichnet Önder als tragikomisch. „Das Produkt ist gut genug für das Ausland, aber nicht für die Region.“ Er habe den SALK angeboten, kostenlos so viele Packungen zu liefernwie gewünscht. Das sei abgelehnt worden. Stattdessen habe man von ausländischen Pharmafirmen alle Präparate zugekauft, um weitaus umständlicher im Labor testen zu können. Eine SALK-Sprecherin sagt, das Angebot sei zu spät gekommen. „Wir hatten uns zu diesem Zeitpunkt schon für einen anderen Weg entschieden.“ Procomcure habe nicht kostenlos, sondern nur verbilligt angeboten.

"Ich heiße Corona"

Zwei Salzburgerinnen mit dem seltenen Vornamen Corona erlebten im März allerhand.

"Es ist die Hölle auf Erden", sagte die Corona aus Straßwalchen. Seit Ausbruch des Corona-Virus müsse sie sich ständig dumme Scherze und abfällige Sprüche wegen ihres Vornamens anhören. "Ich werde zum Beispiel gefragt, ob ich ansteckend bin." Wo immer sie hinkomme, sei ihr Name Thema - ob bei der Führerscheinkontrolle, beim Zugfahren oder zuletzt bei der Lehrabschlussprüfung. Sie verfolge die Berichterstattung zu dem Virus nicht mehr. "Ich habe auch mein Profil auf Facebook und Instagram gelöscht." Viele Leute würden sie schief anschauen und einen Bogen um sie machen, schildert Corona. "Sie verhalten sich so, als ob nicht das Virus die Lungenkrankheit übertragen würde, sondern mein Name." Bei der Benennung des Virus habe offenbar kein Mensch an die Frauen mit diesem Vornamen gedacht.

Auch Corona vom Forum Familie Tennengau wird dieser Tage oft auf ihren Taufnamen angesprochen. Beleidigende Bemerkungen habe sie bisher aber nicht zu hören bekommen, sagt die gebürtige Abtenauerin. Im Gegenteil. "Ich bekomme von Freunden und Bekannten täglich nette Videos, Sticker und Memes auf mein Smartphone geschickt." Scherzhafte Bemerkungen nimmt Corona mit Humor. "Bisher waren sie alle lustig oder akzeptabel." Wenn sie sich derzeit bei Terminen in der Runde vorstelle, folge Gelächter. "Ich sehe das als Art Aufwärmer."

Der Landesstatistik stehen Vornamen bei den Geburten ab 1984 zur Verfügung. "Seither wurde in Salzburg nur ein Mädchen so genannt, in ganz Österreich waren es seit 1984 fünf Mädchen und eine Anna-Corona", sagt Leiter Gernot Filipp.

Freitag, 13. März 2020: Hamsterkäufe

Am Freitag, den 13. März, wurden in ganz Österreich Hamsterkäufe gemeldet. Auch im Bundesland Salzburg gingen Bilder durch die sozialen Netze, die komplett leergeräumte Regale in Hofer-Geschäften in Grödig und der Stadt Salzburg sowie in Merkur-Geschäften in der Stadt Salzburg zeigten. Neben Nudeln und Dosengerichten wurde vor allem Toilettenpapier wurde gehamstert. Auch Gemüse soll in manchen Einkaufsmärkte komplett ausverkauft gewesen sein. Im Laufe des Tages tauchten auf der Internetseite "willhaben.at" Toilettenpapierangebote auf, etwa zwei Packungen Klopapier um 100 Euro oder auch einzelne Rollen zu Preisen zwischen 10 und 50 Euro das Stück.[1] Die Hamsterkäufe setzten sich Samstagfrüh österreichweit fort. So wird von einer Hofer-Filiale in Wien berichtet, die eine Stunde nach Öffnung bereits leer gekauft war.[2]

Sonntag, 22. März 2020: Mann droht Nachbarin mit dem Umbringen

Im Pongau schienen bei einem 58-jährigen Mann in einem Mehrparteienhaus die Nerven in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie bereits blank gelegen sein. Er drohte seiner 65-jährigen Nachbarin verbal mit dem Umbringen, da diese ständig Hustenanfälle habe, berichtete die Polizei Salzburg am Sonntag. Der Mann wird bei der Staatsanwaltschaft Salzburg angezeigt.[3]

März 2020: Zweitwohnungsbesitzer "besuchten" Gemeinden, die unter Quarantäne gestellt waren

31. März: In den sechs mit 19. März unter Quarantäne gestellten Salzburger Gemeinden waren Besuche von Zweitwohnsitzen bei Einhaltung der allgemeinen Kontakt- und Abstandsregeln zuletzt weiter erlaubt. Doch nach Kritik schärfte das Land nun nach. Laut den aktuellen Verordnungen der zuständigen Bezirkshauptmannschaften im Pinzgau und Pongau dürfen Personen nicht mehr zu ihren Nebenwohnsitzen fahren. Bewohner einzelner gesperrter Gemeinden hatten der APA zuletzt von auffallend vielen Fahrzeugen mit Wiener Kennzeichen, aber auch Autos aus Deutschland oder Schweden berichtet.

Für Gerhard Steinbauer, ÖVP-Bürgermeister der von den Quarantänemaßnahmen betroffenen Gemeinde Bad Gastein, hatte die adaptierte Verordnung sogar Vorteile. "Die Zunahme der positiven Corona-Fälle im Gasteinertal war zuletzt nur halb so hoch wie im restlichen Pongau. Wenn das schon so ist, dann wollen wir uns nicht wieder mehr neue Fälle ins Tal ziehen, schon gar nicht mit Zweitwohnsitzbesitzern, die vielleicht aus der Stadt fliehen."

Juli 2020: Debatte um Flugverbote

Seit Donnerstag, den 16. Juli durften auch Flugzeuge aus Bosnien-Herzegowina, Serbien und Rumänien nicht mehr in Salzburg landen. Damit waren es 18 Länder, von denen Flüge nach Österreich vom Gesundheitsministeriums in Wien (Minister Rudolf Anschober, Grüne) verboten waren. Besonders Reisen vom Balkan, wo es viele Neuinfektionen geben soll, sollten damit verhindert werden. Das Management des Salzburger Flughafens kritisierte, dass nun Personen aus diesen Ländern sowie den ebenfalls gesperrten Großbritanien und Schweden nach München fliegen und von dort mit Mietwagen, Taxi oder Bahn nach Salzburg reisen. Und somit wäre der Sinn der Flugverbote - das Einschleppen des Corona Virus nach Österreich - umgangen und nichtigt.[4]

18. Juli 2020: SALK klagt über Missachtung von Corona-Regeln

Nach den Lockerungen Mitte Juni für Besuche in Krankenhäusern, klagte ein Sprecher der SALK am Samstag, den 18. Juli, dass die Besuchsregeln im Spital oft nicht eingehalten würden. Es komme vor, dass ein Patient von fünf Personen gleichzeitig besucht werde, auch unter Missachtung der Abstands- und Hygieneregeln. Pro Tag und Patient sei aber nur ein Besuch für die Dauer von einer Stunde erlaubt.

Die Besuchsregeln sind in fünf Sprachen an allen Stationen ausgehängt. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist verpflichtend. Der Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken, Paul Sungler, appellierte am Samstag, sich unbedingt an die Vorgaben zu halten. "Diese sind mit Bedacht gewählt und zum Schutz der gesamten Bevölkerung."

20. Juli 2020: Tochter einer Patientin kritisiert Umgang der SALK mit Corona-Verdachtsfall

Diese Aussage des Sprechers bzgl. Besucherregeln brachte Anja Bachl dazu, sich bei den Salzburger Nachrichten zu melden. Ihre Mutter sei Patientin im LKH, wo aber ganz andere Besucherregeln aushängen. Ein aktuelles Handyfoto zeigte, dass Besuche wochentags von 14 bis 17 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen zusätzlich von zehn bis zwölf Uhr erlaubt sind. Eine Beschränkung auf eine Stunde ist nicht erwähnt.

Bachl kritisiert darüber hinaus auch den Umgang der SALK mit Corona-Verdachtsfällen. Ihre Mutter sei in einem Zweibettzimmer untergebracht gewesen, die Toilette werde mit einem anderen Zweibettzimmer geteilt - in dem die am 17. Juli positiv auf Corona getestete 71-Jährige Frau mit bosnischen Wurzeln untergebracht war. "Erst ein Anruf des Gesundheitsamts bei meiner Mutter und unser Nachhaken haben dazu geführt, dass meine Mutter abgesondert und getestet wird", sagt Bachl.

SALK-Pressesprecher Wolfgang Fürweger sagte im SN-Gespräch, man werde dem Fall nachgehen. Sollte bei der Absonderung etwas schiefgelaufen sein, werde man nachbessern. Bei den Besuchszeiten verweist Fürweger auf die Homepage und die Plakate am Eingang. "Im Prinzip sollten diese Regeln auf jeder Station einheitlich gehandhabt werden."

Quellen

  • aufgrund der Vielzahl von Daten im Verlauf der Corona Pandemie werden nicht alle Detail-Quelllinks angeführt, als Quellen dien(t)en - sofern nicht anders angeführt - die Salzburger Nachrichten online
Übersicht über die Beiträge zum Thema Infektionskrankheit Covid-19
  1. futurezone.at/digital-life, abgefragt am 13. März 2020 und www.sn.at
  2. Quelle Facebook, abgefragt am 14. März 2020
  3. Salzburger Nachrichten vom 22. März 2020
  4. salzburg.orf.at, 16. Juli 2020