Eröffnung des Salzburgrings 1969

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21. September: Landeshauptmann Dr. Hans Lechner.
21. September: rechts Oberamtsrat Fritz Stengl vom SAMTC.
21. September: Joseph Greger auf Porsche 910.
21. September: Rennwagen Formel Vau bis 1 300 cm³ bereit am Vorstart im Fahrerlager.
21. September: Beiwagenrennen Nr. 1 die Weltmeister Enders/Engelhardt, Sieger des Rennens.
21. September: Zieleinlauf.
Eines der Rennen am Eröffnungswochenende, 20.-21. September 1969.
21. September 1969: Eröffnung durch die Trachtmusikkapelle ?.
21. September 1969: Start!

Die Eröffnung des Salzburgrings fand am Wochenende 20. und 21. September 1969 statt.

Feuertaufe für den Salzburg-Ring

Die Salzburger Nachrichten berichteten in ihrer Ausgabe vom 22. September 1969 über die Eröffnung:

Landeshauptmann Hans Lechner übergab die erste permanente Rennstrecke Salzburgs ihrer Bestimmung + Massenbesuch beim Hauptrennen am Sonntag + Handgreiflichkeiten Funktionär–Rennfahrer

Landeshauptmann Hans Lechner übergab Sonntagvormittag die erste permanente Rennstrecke Salzburgs, den Salzburg-Ring, offiziell seiner Bestimmung. Lechner bezeichnete den Bau der Strecke als beispielhaftes Zusammenwirken zwischen privater Initiative und der öffentlichen Hand.

In seiner Eröffnungsrede kam Lechner indirekt auch auf den Vorwurf der Organisatoren der ersten permanenten Rennstrecke in Österreich, dem Österreich-Ring in Zeltweg, zu sprechen, Salzburg habe Österreich durch den Bau einer zweiten Rennstrecke keinen guten Dienst erwiesen. Lechner sagte wörtlich: "Die Landesregierung und der Landtag sind zu diesem Entschluss [den Bau der Strecke] gekommen, nicht um partout möglichst alle attraktiven Einrichtungen auf allen Gebieten auf sich zu konzentrieren. Wir haben den Entschluss vielmehr erst nach gewissenhafter Überprüfung in der Überzeugung gefasst, dass eine solche Rennstrecke nur dort erfolgreich bestehen kann, wo außer der Rennbahn auch alle sonstigen Voraussetzungen für eine optimale Inanspruchnahme und ein entsprechender Publikumsstrom besteht."

Lechner dankte abschließend vor allem Oberamtsrat Fritz Stengl vom SAMTC, dem Präsidenten des ÖASC, Willy Löwinger, und dem Vorsitzenden des ARBÖ, Oberregierungsrat Dr. Franz Bauer, für ihre Initiative bei der Verwirklichung dieses Vorhabens.

Präsident Löwinger betonte die massive Beteiligung großer Industriebetriebe beim Bau der Rennstrecke (Porsche, Mercedes-Benz, BMW, Semperit, Ford und British Leyland), SAMTC-Präsident Dr. Wolf Kap-Herr und Oberregierungsrat Bauer wiesen auf die Bedeutung der Strecke für den Motorsport hin.

Nach der Eröffnung drehte Landeshauptmann Hans Lechner, eskortiert von einem Dreischeibenwankelmotor-Versuchsmodelll C 111 von Mercedes-Benz, eine Ehrenrunde.

Dem Rennen selbst wohnten über 20 000 Zuschauer bei. In der Pause fuhren Mitglieder des ÖSV-Kaders mit den Modellen von British Leyland um den Ring.

Bedauerlicherweise gab es am Freitag einen Zwischenfall, in dem der Präsident des ÖASC, Löwinger, und der amerikanische Rennfahrer Masten Gregory verwickelt waren. Gregory, der wegen seiner spektakulären Unfälle den Spitznamen "Katastrophen-Gregory" trägt, wollte mit seinem Privatwagen in das Fahrerlager fahren. Löwinger ließ ihn nicht passieren und riss ihm, so Augenzeugen, die Plakette von der Windschutzscheibe. Gregory stieg daraufhin aus seinem Wagen und ging gegen Löwinger vor. Ein einschreitender Gendarmeriebeamter soll dem Vernehmen nach zu seiner Pistole gegriffen haben, um seinem Schlichtungsversuch mehr Nachdruck zu verleihen.

Der Preis von Salzburg 1969

Mit dem nationalen Rennen der 50-cm³-Klasse wurde am Samstag das erste Rennen am Salzburgring gefahren.

Klasse bis 50 cm³, sechs Runden à 3 039 m (kleiner Kurs)
  1. Hans Hummel, BSV-Wien, Kreidler, 09:50,6 min. = 110,526 km/h
  2. Martin Leitner, KTM, 09:51,7 min. = 80 Meter zurück
  3. Manfred Stengl, Salzburg, KTM, 10:00,0 min.
  4. Adolf Zötsch, Puch, 10:01,1 min.
  5. Werner Michawitz, Sachs, 10:09,8 min.
  6. Josef Leitner, Puch, 10:31,6 min.

Harald Bartol, Mitfavorit, schied bereits in der ersten Runde aus;

Klasse bis 125 cm³
  1. Heinz Kriwanek, Rotax, 13:38,8 min. = 133,594 km/h
  2. Gerhard Klimek, Rotax, 14:05,2 min.
  3. Werner Schmied, Rotax, 14:34,3 min.
  4. Ernst Fagerer, Salzburg, Bultaco, 14:48,5 min.
Klasse bis 250 cm³
  1. Heinz Kriwanek, Suzuki, 13:28,2 min. = 135,366 km/h
  2. Manfred Stengl, Aermacchi, 13:35,1 min.
  3. Franz Fagerer, Salzburg, Bultaco, 13:41,0 min.
Klasse bis 500 cm³
Abschlussrennen am Samstag
Tourenwagenrennen
  • 1. Gruppe Klasse 850 cm³ und bis 1 000 cm³, 15 Runden
  1. Karl Wendlinger, Fiat Abarth, 21:01,5 min. = 130,190 km/h
2. Gruppe Klasse bis 1 300 cm³ und über 1 600 cm³
  • Klasse über 1 600 cm³
  1. Eduard Krackowizer, Salzburg, im BMW 2002 mit 19:16,00 min. = 132,495 km/h
  2. Lambert Hofer, Porsche, 20:20,48 min.
  3. Hermann Bennier, BMW Alpin, 20:16,81 min. eine Runde zurück

Am Sonntag, den 21. September 1969 fanden folgende Rennen statt:

Klasse bis 350 cm³, 15 Runden à 4,238 m = 63,57 km
  1. Walter Scheimann, Deutschland, Yamaha, 23:09,78 min. = 164,678 km/h
  2. Karl Hoppe, Deutschland, Yamaha, 23:34,01 min.
  3. Eddi Lenz, Österreich, Yamaha, 24:10,87 min.
  4. Manfred Magnus, Salzburg, Yamaha, 24:13,32 min.
  5. Werner Pfirter, Schweiz, 24:18,28 min. er lag bis zur elften Runde an zweiter Stelle, fiel aber dann wegen Motorprobleme zurück
  6. Alberto Pagani, Italien, 24:28,59 min.

Schnellste Runde Walter Scheimann 01:30,3 min. = 168,994 km/h

Automobil-Rennen
Tourenwagen und Spezialtourenwagen
  • Klasse bis 1 300 cm³
  • Tourenwagen bis 1 600 cm³
  • Tourenwagen über 1 600 cm³
  • Spezialtourenwagen bis 1 000 cm³
  • Spezialtourenwagen bis 1 300 cm³
  • Spezialtourenwagen bis 1 600 cm³
  • Spezialtourenwagen bis 1 300 cm³
  • Spezialtourenwagen über 1 300 cm³
  1. Peter Reinhardt, BRD, Chevrolet-Camaro, 29:08,91 min. = 174,472 km/h
  2. Dieter Quester, Österreich, BMW 2002 TI K., 29:55,15 min.

Schnellste Runde Peter Reinhardt 01:25,2 min. = 179,068 km/h

Klasse bis 500 cm³ der Motorräder
Klasse der Beiwagen bis 500 cm³,
in der die Weltmeister Enders/Engelhardt ungefährdet mit fast einer Minute Vorsprung siegten, an 6. Stelle die Österreicher Wartbichler/Hochmuth (eine Runde zurück)
Rennwagen Formel Vau bis 1 300 cm³
hier war Niki Lauda in einem Kaimann MK 4 am Start
Sportwagen bis 2 000 cm³
hier waren der Bayern Joseph Greger auf Porsche 910 und Arturo Mercario in einem Fiat Abarth am Start
Sportwagen über 2 000 cm³
Sport-Prototypen bis 2 000 cm³
hier waren der Deutsche Kurt Ahrens und der Amerikaner Gregogy Masten, beide in Porsche 908 Spyder, am Start
Zweisitzige Rennwagen über 2 000 cm³
hier waren Dieter Quester in einem Lola T70 MK und Arturo Mercario in einem Fiat Abarth am Start

Quellen