Kirche St. Nikola

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Schifferkirche St. Nikola von 1769

Die Kirche St. Nikola (auch: St. Nicola) stand in Oberndorf bei Salzburg (Flachgau), einem ehemaligen Stadtteil von Laufen. Die einst hochangesehene „Schifferkirche“, eine Filiale der Pfarrkirche Laufen, war ab 1816 Seelsorgestelle, ab 1850 Pfarrkirche von Oberndorf gewesen und wurde 1906 demoliert.[1]
Auf ihrem Schuttkegel steht jetzt die 1937 eingeweihte Stille-Nacht-Kapelle.

Geschichte

Eine im Jahr 1120 urkundlich nachweisbare Kirche wurde 1160 erstmals als Nikoleikirche aktenkundig. Später wird sie als hochangesehene „Schifferkirche“ St. Nikola (auch: St. Nicola) bezeichnet und als Filiale der Pfarrkirche Laufen geführt. Nach einem Brand wurde sie 1769 neu aufgebaut. Ab 1816 diente sie als Seelsorgestation Österreichisch-Laufens, ab 1850 als Pfarrkirche, 1906 wurde sie abgerissen.
Zu Weihnachten 1818 erklang in ihr zum ersten Mal das weltberühmte Lied Stille Nacht, Heilige Nacht.
Immer wieder bedrohte Hochwasser der Salzach die Kirche, insbesondere eine Folge der Flussregulierungen 1851 - 1873 stromaufwärts, die Baron Schwarz durchgeführt hatte. Nach dem Hochwasser 1899 fiel der Entschluss zur Verlegung der Kirche an eine höher gelegene Stelle bzw. zum Bau einer neuen Nikolauskirche durch Architekt Matthäus Schlager. Obwohl schon im Bau befindlich, erfolgte die offizielle Grundsteinlegung erst am Montag, den 19. März 1906, durch Kardinal Johannes Baptist Katschthaler. Am Montag den 25. November 1907 wurde sie dann von Weihbischof Balthasar Kaltner konsekriert.

Orgel

Karl-Mauracher-Orgel von 1825

Die alte Orgel war laut dem Tiroler Orgelbauer Karl Mauracher, der sie 1821 untersuchte, wurmstichig und teileweise unbrauchbar, er riet zu einem Neubau. Sie konnte dennoch um 140 fl. nach Elixhausen verkauft werden und wurde 1828 in der dortigen Vikariatskirche aufgestellt, sie ist nicht erhalten.

1825, im gleichen Jahr wie in Faistenau, stellte dann Karl Mauracher (* 1789; † 1844) eine von ihm geschaffene Orgel auf, das Gehäuse fertigte der Laufener Tischler Johann Hacksteiner an. Sie war das erste Instrument mit chromatischer Klaviatur im Land - damals Herzogtum - Salzburg.[2] Conrad Franz Xaver Gruber war 1816 – 1829 Organist in Oberndorf und spielte ab 1825 auf diesem Instrument.

Disposition

Manual
Principal 8'
Copel 8'
Gamba 8'
Octav 4'
Flauto Ottavo 4'[Anm. 1]
Flauto duodez 3'
Superoctav 2'
Mixtur V 2'
Pedal
Subbaß 16'
Oktavbaß 8' (von Holz)
Posaun 8' (von Zinn)[3]
Anmerkungen
  1. in der Tiefe von Holz in der Höhe von Zinn. Dieß klingt sehr schön

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Quellen

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 185.
  2. Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 266.
  3. Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 170.