Karl Freiherr von Schwarz

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Karl Freiherr von Schwarz, 1871, Büste von Franz Pönninger

Karl Freiherr von Schwarz (* 23. Juni 1817 in Söhle, tschechisch Žilina bei Neu-Titschein, tschechisch Nový Jičín, Mähren[1]; † 21. Oktober 1898 in Gnigl[2]) war ein Bauunternehmer der Gründerzeit.

Leben

Als Sohn eines Schneidermeisters und Gemeindeschreibers einer mittellosen Familie entstammend, hatte sich Schwarz – nach Absolvierung der Hauptschule und einer Maurerlehre sowie eines Studiums an der Technischen Akademie in Olmütz – zu einem der größten Eisenbahnbauunternehmer der Monarchie emporgearbeitet. So hatte sich in Böhmen und Mähren, aber auch später im heutigen Österreich eine rege Bautätigkeit des Unternehmers Schwarz entwickelt, die sich nicht nur auf den Eisenbahnbau beschränkte.

1859 ließ er sich in der Gemeinde Gnigl nieder und wohnte in der Baron-Schwarz-Villa im heutigen Baron-Schwarz-Park. 1866 gab er den Auftrag zum drei Tonnen schweren Schiller-Denkmal, das er bei seiner Villa im Park aufstellen ließ.

Schwarz betätigte sich auch als großzügiger Mäzen. So unterstützte er neben sozialen und kulturellen Projekten u. a. den Maler Georg Pezolt.

Karl Freiherr von Schwarz starb 1898 als Wohltäter der Stadt Salzburg und ist auf dem Friedhof in Gnigl begraben.

Familie

Karl Schwarz heiratete am 30. Juni 1845 in Prag Barbara, geborene Keißler (* 3. Oktober 1822 in Tuschkau, tschechisch Město Touškov, Böhmen; † 16. April 1895 in Gnigl-Itzling)[3]). Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Schwarz als Bauherr

Karl Freiherr von Schwarz war einer der größten Eisenbahnbauunternehmer der Monarchie. Er war in den 1840er Jahren u. a. am Bau der nördlichen Staatsbahnstrecken Olmütz – Prag (Olomouc – Praha) und Prag – Bodenbach (Praha – Dexin) beteiligt und errichtete – nach einem Aufenthalt in England (1849) – die Strecke Bochnia – Dembica, deren solide Ausfführung Ritter von Ghega bewogen haben soll, Schwar den Bau des Teilstücks Steinbrück – Reichenburg (Zidani Most – Rajhenburg) der südl. Staatseisenbahn zu übertragen. Er leitete die Generalbauunternehmung der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn (18561861), der Kronprinz Rudolf-Bahn (ab 1866), der Vorarlberger (18701872) und der Dnjester Bahn (1871–1872) und war Konzessionär der Strecke Salzburg-Halleiner-Bahn (1869). Mit der von ihm gegründeten, 1878 liquidierten, Österreichischen Eisenbahn-Baugesellschaft errichtete er die Giselabahn (18731875) und als Mitkonzessionär die Braunau-Straßwalchener Bahn (1872–1873); beide trugen ihm allerdings große Verluste ein.

Ab 1878 ließ er verschiedene infrastrukturelle Bauten in Bosnien ausführen und beschäftigte sich darüber hinaus mit einer Vielzahl anderer Projekte, so angebeblich auch mit dem Bau von Orientbahnen.

Neben den Bahnbauten setzte Schwar auch wichtige städtebauliche Akzente in Wien (u. a. Schwarzenbergbrücke, 1864—1866, Rahlstiege, 1870, Umbau der Stiftskaserne, 1873–1875) und besonders in der Stadt Salzburg, wo er sich 1859 niedergelassen hatte. 1859 errichtete er mit dem Architekten Rudolf Bayer den Salzburger Hauptbahnhof und die erste Eisenbahnbrücke im Stadtgebiet über die Salzach. Die Brücke wurde im Zuge des Ausbaus der S-Bahn 2007/2008 dreigeleisig neu errichtet. Ab 1861, im Zuge der Schleifung der Festungsbauten, erwarb er große Verdienste um die Salzburger Stadterweiterung, u. a. regulierte er auf eigene Kosten einen Abschnitt des rechten Salzachufers, allerdings gegen Überlassung der dadurch gewonnenen Baugründe (Salzachregulierung, Elisabethkai). 1867 überließ er der Stadtgemeinde Salzburg einen Teil dieser Gründe zur Errichtung des Kurgartens, ebenso wie er ihr 1872 seine Aktien der von ihm gegründeten Salzburger Badeanstalt Aktiengesellschaft schenkte. Außerdem errichtete Schwarz das Hotel „Oesterreichischer Hof“ (1863–1866).

Auf seine Tätigkeiten gehen die Villenbauten entlang der Imbergstraße und Schwarzstraße zurück.

Ehrungen

Am 1. Dezember 1862 erfolgte seine Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Salzburg.

1867 wurde ihm der Titel „Baurat“ verliehen. Mit 16. Juli 1869 erfolgte für Karl Schwarz die Erhebung in den österreichischen Adel und Adelsstand; den 10. Juli 1872 jene in den österreichischen Freiherrenstand – der Wahlspruch des freiherrlichen Wappens lautete „Arbeit ehrt“.

1869 wurde er in den Ritterstand erhoben.

1872 wurde ihm der Titel Baurat verliehen und im Kurgarten ein – im Zweiter Weltkrieg abgetragenes – Denkmal gesetzt.

In der Stadt Salzburg wurde die Schwarzstraße nach ihm benannt, in Hallein erinnert die Ritter-von-Schwarz-Straße an ihn.

Weblink

Quellen und Literatur

  • Artikel „Schwarz, Karl“ in Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL), Band 11, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, S. 442 [1] und S. 443 [2] und dortige Quellen
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Teil B, 92. Jahrgang, 1941, Gotha, Justus Perthes
  • Typoskript von Peter Schindler: Karl Freiherr von Schwarz, Biographie, 2. ergänzte und erweiterte Fassung, Salzburg 2010 (Landesarchiv Salzburg u. Stadtarchiv Salzburg)
  • Typoskript von Peter Schindler: Der Stadlhof in Salzburg Itzling/Schallmoos über seine Geschichte und seine Bedeutung durch Karl Freiherr von Schwarz, 2. ergänzte und erweiterte Fassung, Salzburg 2010 (Landesarchiv Salzburg u. Stadtarchiv Salzburg)
  • Wikipedia

Einzelnachweise

  1. Geburtsbuch von Söhle, Band II, S. 183
  2. Sterbebuch der Pfarre Salzburg-Gnigl, Band VII, S. 259.
  3. Sterbebuch der Pfarre Gnigl, Band VII, S. 164.
  4. Taufbuch der Pfarre Salzburg-Gnigl, Band XIII, S. 50.
  5. Sterbebuch der Pfarre Salzburg-Itzling, Band II, S. 25.
  6. Taufbuch der Dompfarre St. Pölten, Band X, S. 218.
  7. Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche seit 1750 in den österreichischen Kronländern geboren wurden oder darin gelebt und gewirkt haben. 32. Theil. Wien 1876. S. 306.