Karl Freiherr von Schwarz

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Karl Freiherr von Schwarz, 1871, Büste von Franz Pönninger

Karl Freiherr von Schwarz (* 23. Juli 1817 in Söhle bei Neutitschein,heute Žilina, nicht mehr bei, sondern Teil von Nový Jičín, Mähren; † 21. Oktober 1898 in der Gemeinde Gnigl) war ein Bauunternehmer der Gründerzeit.

Leben

Als Sohn eines Schneidermeisters und Gemeindeschreibers einer mittellosen Familie entstammend, hatte sich Schwarz – nach Absolvierung der Hauptschule und einer Maurerlehre sowie eines Studiums an der Technischen Akademie in Olmütz – zu einem der größten Eisenbahnbauunternehmer der Monarchie emporgearbeitet. So hatte sich in Böhmen und Mähren, aber auch später im heutigen Österreich eine rege Bautätigkeit des Unternehmers Schwarz entwickelt, die sich nicht nur auf den Eisenbahnbau beschränkte.

Karl Schwarz heiratete am 30. Juni 1845 in Prag Barbara Keißler (auch Keissler) (* 3. Oktober 1822 in Tuschkau, Böhmen; † 16. April 1895 in Salzburg). Aus dieser Ehe gingen eine Tochter Bertha und die drei Söhne Julius (* 12. Juni 1853; † 23. November 1935), August (* 22. Juni 1855 in Loka; † 13. Dezember 1925 in Salzburg), Besitzer des Gutes Kasern bei Salzburg, k. u. k. Leutnant der Reserve a. D., und Richard (* 1858; † 1926) hervor.[1] 1859 ließ sich die Familie Schwarz in Salzburg nieder.

Auf seine Initiative erfolgte 1860 der Bau der Salzburg-Halleiner-Bahn, die 1871 eröffnet wurde und Salzburg über Elsbethen und Puch - Oberalm mit Hallein verband.

Dann engagierte er sich für die Stadterweiterung von Salzburg. Dabei musste er gemäß einem mit der Stadt geschlossenen Vertrag die Salzach regulieren. Die durch diese Salzachregulierung gewonnenen Grundstücke durfte er behalten und weiterverkaufen. Es sind dies die Bereiche am Gisela- und Elisabethkai (Kaivillen).

Auf seine Tätigkeiten gehen die Villenbauten entlang der Imbergstraße und Schwarzstraße zurück. Auch das Hotel Österreichischer Hof (jetzt: Hotel Sacher) wurde von ihm erbaut. In Hallein erinnert die Ritter-von-Schwarz-Straße an ihn.

Am 1. Dezember 1862 erfolgte seine Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Salzburg.

1859 errichtete er mit dem Architekten Rudolf Bayer den Salzburger Hauptbahnhof und die erste Eisenbahnbrücke im Stadtgebiet über die Salzach. Die Brücke wurde im Zuge des Ausbaus der S-Bahn 2007/2008 dreigeleisig neu errichtet.

Er wohnte in der Baron-Schwarz-Villa im heutigen Baron-Schwarz-Park. 1866 gab er den Auftrag zum drei Tonnen schweren Schiller-Denkmal, das er bei seiner Villa im Park aufstellen ließ.

1867 wurde ihm der Titel „Baurat“ verliehen. Mit 16. Juli 1869 erfolgte für Karl Schwarz die Erhebung in den österreichischen Adel und Adelsstand; den 10. Juli 1872 jene in den österreichischen Freiherrenstand – der Wahlspruch des freiherrlichen Wappens lautete „Arbeit ehrt“.

Schwarz betätigte sich auch als großzügiger Mäzen. So unterstützte er neben sozialen und kulturellen Projekten u. a. den Maler Georg Pezolt.

Karl Freiherr von Schwarz starb 1898 als Wohltäter der Stadt Salzburg und ist auf dem Friedhof in Gnigl begraben.

Weblink

Quellen und Literatur

  • Artikel „Schwarz, Karl“ in Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL), Band 11, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, S. 442 [1] und S. 443 [2]
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Teil B, 92. Jahrgang, 1941, Gotha, Justus Perthes
  • Typoskript von Peter Schindler: Karl Freiherr von Schwarz, Biographie, 2. ergänzte und erweiterte Fassung, Salzburg 2010 (Landesarchiv Salzburg u. Stadtarchiv Salzburg)
  • Typoskript von Peter Schindler: Der Stadlhof in Salzburg Itzling/Schallmoos über seine Geschichte und seine Bedeutung durch Karl Freiherr von Schwarz, 2. ergänzte und erweiterte Fassung, Salzburg 2010 (Landesarchiv Salzburg u. Stadtarchiv Salzburg)
  • Wikipedia

Einzelnachweis

  1. Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche seit 1750 in den österreichischen Kronländern geboren wurden oder darin gelebt und gewirkt haben. 32. Theil. Wien 1876. S. 306.