Balthasar Kaltner

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(Fürst)Erzbischof Dr. Balthasar Kaltner (1914)

Dr. theol. Balthasar Kaltner (* 12. April 1844 in Goldegg; † 6. Juli 1918 in der Stadt Salzburg)[1] war (Fürst)Erzbischof von Salzburg.

Leben

Balthasar Georg Kaltner war der Sohn des Rohrmoosbauern Balthasar Kaltner und seiner Frau Anna, geborene Mittersteiner. Er wuchs auf dem väterlichen Rohrmoosgut in Goldegg auf und besuchte ab 1857 das Borromäum, maturierte am Benediktiner-Gymnasium in Meran, Südtirol und kam 1865 an das Priesterseminar in Salzburg.

Nach seiner Priesterweihe am 26. Juli 1868 in Salzburg wirkte Kaltner als Koadjutor ab September 1969 in der Pfarre Mittersill, ab September 1872 in den Pfarren Anif und Grodig sowie von November 1873 bis 1875 in der Pfarre Gnigl. Er promovierte 1877 an der Universität Salzburg zum Doktor der Theologie und wurde 1886 ordentlicher Professor für Kirchengeschichte und kanonisches Recht an der theologischen Fakultät in Salzburg sowie 1890/91 Dekan der Fakultät. 1891 wurde er ins Domkapitel berufen. Als Domkapitular weihte er am 15. Juli 1895 die Klosterkirche der Herz-Jesu-Missionare im Salzburger Stadtteil Liefering ein.

1901 wurde er zum Weihbischof in der Erzdiözese Salzburg und Titularbischof von Agathopolis ernannt. Seine Bischofsweihe fand am 12. Mai 1901 im Salzburger Dom statt. Kaltner zeichnete für die Planung des Neubaues des Borromäums verantwortlich, nach dessen Fertigstellung der inzwischen zum Bischof von Gurk ernannte Kaltner gemeinsam mit Weihbischof Ignatius Rieder die feierliche Konsekration vornahm.

Der Salzburger Erzbischof hatte das Recht, die Bischöfe von Seckau (Graz) und Lavant (Marburg) zu ernennen und kanonisch einzusetzen. Beim Suffraganbistum Gurk gab es seit 1535 eine Neuregelung, indem von drei aufeinanderfolgenden Bischöfen die ersten zwei vom Landesherrn (Kaiser) und der dritte vom Erzbischof zu ernennen seien. Diese Regelung blieb bis 1918 in Kraft. Der Erzbischof von Salzburg, der Metropolit der Salzburger Kirchenprovinz, wurde dagegen vom Salzburger Domkapitel gewählt, heute jedoch aus einem Dreiervorschlag aus Rom.

Kaltner wurde am 2. April 1914 vom Metropolitankapitel zum Erzbischof von Salzburg gewählt und am 5. Juli im Salzburger Dom installiert. Zugleich übernahm er das Amt des Präsidenten des Katholischen Universitätsvereines. Kaltner übte sein Amt als Erzbischof während des Ersten Weltkrieges aus. Kaltner starb vier Jahre später und ist im Dom in Salzburg beigesetzt.

Ehrung

1909 wurde ihm das Komturkreuz des Franz-Josefs-Ordens mit dem Stern verliehen.

Quellen

Einzelnachweise

Zeitfolge
Zeitfolge
Salzburger Bischöfe, Erz- und Fürsterzbischöfe

Bischöfe, 7. bis 8. Jahrhundert
Rupert | Vitalis | Flobrigis | Johannes I. | Virgil


Erzbischöfe
8. bis 10. Jahrhundert
Arn | Adalram | Liupram | Adalwin | Adalbert I. | Theotmar I. | Pilgrim I. | Adalbert II. | Egilolf | Herold | Friedrich I. | Hartwig
11. Jahrhundert
Gunther von Meißen | Thietmar II. | Baldwin | Gebhard | Berthold von Moosburg | Thiemo
12. Jahrhundert
Konrad I. von Abenberg | Eberhard I. von Biburg | Konrad II. von Babenberg | Adalbert III. von Böhmen | Heinrich von Berchtesgaden | Konrad III. von Wittelsbach | Adalbert III. von Böhmen
13. Jahrhundert
Eberhard II. von Regensberg | Burkhart I. von Ziegenhain | Philipp von Spanheim | Ulrich I. | Wlodizlaus von Schlesien | Friedrich II. von Walchen | Rudolf I. von Hohenegg | Stephan von Niederbayern | Konrad IV. von Fohnsdorf
14. Jahrhundert
Weichart von Polheim | Friedrich III. von Leibnitz | Heinrich von Pirnbrunn


Fürsterzbischöfe
Ortolf von Weißeneck | Pilgrim II. von Puchheim | Gregor Schenk von Osterwitz
15. Jahrhundert
Eberhard III. von Neuhaus | Berthold von Wehingen | Eberhard IV. von Starhemberg | Johann II. von Reisberg | Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg | Sigmund I. von Volkersdorf | Burkhard II. von Weißpriach | Bernhard von Rohr | Johann III. Beckenschlager | Friedrich V. von Schaunberg | Sigmund II. von Hollenegg
16. Jahrhundert
Leonhard von Keutschach | Matthäus Lang von Wellenburg | Ernst Herzog von Bayern | Michael von Kuenburg | Johann Jakob Kuen von Belasy | Georg von Kuenburg | Wolf Dietrich von Raitenau
17. Jahrhundert
Markus Sittikus von Hohenems | Paris Graf von Lodron | Guidobald Graf von Thun und Hohenstein
18. Jahrhundert
Franz Anton Fürst Harrach | Leopold Anton Freiherr von Firmian | Jakob Ernst Graf Liechtenstein | Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach | Hieronymus Graf Colloredo


Erzbischöfe, die noch den Titel "Fürsterzbischof" trugen, aber keine weltliche Macht mehr hatten
19. Jahrhundert
Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg | Leopold Maximilian von Firmian | Augustin Johann Joseph Gruber | Maximilian Josef von Tarnóczy | Franz de Paula Albert Eder | Johann IV. Evangelist Haller
20. Jahrhundert
Johann V. Baptist Katschthaler | Balthasar Kaltner | Ignaz Rieder | Sigismund IV. von Waitz | Andreas II. Rohracher


Erzbischöfe
Eduard Macheiner | Karl Berg | Georg Eder
21. Jahrhundert
Alois Kothgasser | Franz Lackner