Portal:Geschichte/Schwarzach im Pongau

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Geschichte Schwarzachs im Pongau

Der heutige Ort Schwarzach wurde im Jahre 1074 erstmals erwähnt. Das Benediktinerstift Admont erhielt 1074 "zwei Huben ad Swarzaha" und 1158 Benediktinerinnenabtei Nonnberg den Hof "Swarzaha". Auf einem vorgelagerten, kegelförmigen Hügel am linken Salzachufer entstand aus den diversen Um- und Zubauten an dem schon im Mittelalter genannten "Turm zu Schernperge" das heutige Schloss Schernberg.

1370 verkauften Hartneid, der alte Schernberger, und sein Sohn Hartel dem Heinrich Graf, seiner Frau und allen ihren Erben den Turm zu Schernberg und den dazugehörigen Hof als erzbischöfliches Lehen. Schernberg blieb nun für einige Jahrhunderte im Besitz der Familie der Graf.

Für Verdienste im Bauernkrieg von 1525/26 erhielt Christoph Graf im Jahre 1527 Schloss Goldegg als Lehen dazu und das Recht, sich ab jetzt "von Schernberg zu Goldegg" zu nennen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts laden die Nachkommen der Familie Graf hohe Schulden auf den Besitz Schernberg, wodurch dieser schließlich vom Gasteiner Badearzt Dr. Johann Ritter von Storch erworben wird. 1845 wurde das Schloss von Erzbischof Kardinal Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg gekauft, welcher dort eine Kranken- und Versorgungsanstalt unter Leitung der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul einrichtete. Heute ist Schernberg ein Heim für beeinträchtigte Menschen.

Das Jahr 1731 sollte auch für Schwarzach ein Unglücksjahr werden. In diesem Jahr ging Fürsterzbischof Firmian von Salzburg daran, den Protestantismus im Land Salzburg auszumerzen.

In Schwarzach schworen sich 1731 die Räte der evangelischen Bauern des Pongaus, ihrer Religion treu zu bleiben und die Befehle des Salzburger Erzbischofs nicht zu befolgen, den (Salzbund). Die Entwicklung gipfelte in der großen Protestantenvertreibung von 1731/32. 20 000 "Exulanten" mussten ihres Glaubens wegen Hab und Gut verlassen und auswandern. Für die zurückgebliebenen Bauern ließ Fürstrzbischof Firmian ein Missionshaus errichten. In dieser Zeit wurde Schwarzach ein Ort.

Schwarzach ist, obwohl uralter Siedlungsboden, die am 2. Juni 1906 durch kaiserliches Patent von St. Veit im Pongau losgelöst und selbstständig wurde. Damit schlug die Geburtsstunde der Gemeinde Schwarzach, die im Jahre 1908, bereits ein Jahr vor Eröffnung der Tauernbahn, auf Grund der großen Bedeutung zum Markt erhoben wurde. Der ursprüngliche Gemeindename "Schwarzach" wurde im Jahr 1951 zu "Schwarzach im Pongau" erweitert[1]

Die Marktgemeinde heute

Die Marktgemeinde Schwarzach im Pongau umfasst die Katastralgemeinde Schwarzach I. Durch eine gute Verkehrslage und vor allem durch die Errichtung der Tauernbahn wurde der Ort nicht nur zu einem internationalen Bahnknotenpunkt, sondern auch zu einem wesentlichen Siedlungsgebiet des mittleren Salzachtales, das viele Zweige von Handel und Gewerbe in seinen Bereich zog. Im regionalen Entwicklungsprogramm Pongau ist Schwarzach als "Nahversorgungszentrum" mit einem Güter- und Dienstleistungsangebot, das zur Umlandversorgung benachbarter Gemeinden erheblich beiträgt, qualifiziert. Schwarzach ist als "Standortraum" für Betriebsanlagen und damit als Vorsorgeraum für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe eingestuft.

Der Ortskern des Marktes weist eine relativ dichte Verbauung auf und wird vom Krankenhaus, von Gastgewerbebetrieben und von Handelsgeschäften dominiert. Die größten Gewerbe- und industriellen Betriebe sind folgerichtig südlich der Salzach und in der Nähe der Bahnanlagen situiert.

Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum, ein öffentliches Krankenhaus, die Kraftwerke Flusskraftwerk Schwarzach und Flusskraftwerk Wallnerau der Verbund Austrian Hydropower AG (ehemals Tauernkraftwerke Kaprun AG), die Werksanlagen der SAG und der Firmen Color Drack, Hettegger & Söhne (Pongauer Müllabfuhr), Transporte Hettegger, die Privatbrauerei Walter Seeber (Schwarzacher Bier) und zahlreiche Betriebe des Baunebengewerbes haben große wirtschaftliche Bedeutung für die Gemeinde Schwarzach. Im Jahr 2004 siedelte die Firma Alcan (Alusuisse) und im Jahr 2005 die Baufirma Spiluttini nach St. Johann im Pongau ab.

Mit dem Bahnhof Schwarzach - St. Veit als Knotenpunkt von West- und Tauernbahn hat der Ort auch eine bedeutende Verkehrseinrichtung. Auf Grund seiner Ausstattung ist Schwarzach im "Entwicklungsplan Pongau" als Nahversorgungszentrum und als "bevorzugter Standort für Betriebsanlagen" angeführt.

Die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung Schwarzachs wird mit dem Schwerpunktkrankenhaus verknüpft sein.

Das Gesundheitswesen sollte jenes Rückgrat der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung Schwarzachs sein, welches der Gesamtwirtschaft den Halt verleiht.

Zur Sicherung einer ausgewogenen Wirtschaftsstruktur strebt die Gemeinde jedoch auch die dynamische Weiterentwicklung des produzierenden Gewerbes - und damit die Beibehaltung des günstigen Verhältnisses von Arbeitsplätzen und wohnhaft Beschäftigten an. Derzeit stehen den ca. 600 Auspendlern über 1 300 Einpendler gegenüber.

Vollständig in den Hintergrund tritt die Landwirtschaft. Es gibt nur fünf private Landwirtschaftsbetriebe, zuzüglich des im Eigentum der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul stehenden Gutes Schernberg.

Wohnbau

Mit dem Bau der Südtiroler-Siedlung "Neue Heimat" (1940), der Parzellierung und dem Abverkauf von Eigenheimbaugründen in der Schönbergsiedlung (1950), der Bebauung der Kössnerhalt (1960), dem Bau der Eigentumswohnhäuser an der Salzach (1960), der Bebauung des unteren Geigenlehenfeldes (Medizinalrat-Doktor-Alois-Vogl-Straße) und den Eigentumswohnhäusern im Bereich Schulplatz (Anfang der 1970er-Jahre) sind wesentliche Entwicklungsphasen des Ortes begründet.

Weitere bedeutende Wohnbauvorhaben konnten in den 1980er- und 1990er-Jahren mit den Neubauten von Mietwohnhäusern im Bereich Salzburgerstraße (WBG Salzburg und WBG Bergland), Neue Heimat 21a, Schulplatz 6, Wallnerfeld 1 – 8 (GSWB) sowie Schloß-Schernberg-Straße 10 (Heimat Österreich) realisiert werden. Fertiggestellt wurden kürzlich auch noch das Eigentumswohnhaus Schönrain und die Reihenhäuser Obere Schönbergsiedlung. Im Jahr 2001 wurde die Wohnanlage für betreutes Wohnen seiner Bestimmung übergeben und im Jahr 2002 wurde das Terrassenhaus Salzburgerstraße 30 fertig gestellt. Das Großprojekt "Sanierung Neue Heimat" wurde im Jahr 2003 in Angriff genommen.

  1. LGBl. Nr. 24/1951.