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Residenzbrunnen

Residenzbrunnen am 18. Mai 2014
eines der Meerrösser des Residenzbrunnens
der Residenzbrunnen im Frühling
Der Residenzbrunnen bei Nacht: ein Meerross

Der Residenzbrunnen ist der bedeutendste aller Brunnen in der Stadt Salzburg und das zentrale Bauwerk am Residenzplatz in der Altstadt von Salzburg. Er steht unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Brunnen

siehe auch: Meister des Residenzbrunnens

Der Residenzbrunnen ist ein monumentaler Brunnen, der zwischen 1656 und 1661 im Auftrag von Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein geschaffen wurde und wohl von Tommaso di Garona ausgeführt wurde.

Der Brunnen besteht aus drei Brunnenbecken und vier Figurengruppen.

Das untere Brunnenbecken steht auf einem allseitig stufenartigen Sockel, ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. In dessen Mitte steht ein Felsen, der von vier Wasser speienden Meerrössern (Hippocampen) umgeben ist. Auf dem Felsen stehen vier nackte athletische Männer ineinander verschränkt, die zusammen eine große flache Wasserschale tragen, in der drei Delphine ein weiteres, kleineres flaches Muschelbecken halten. Darin steht ganz oben ein Triton(e), der das Wasser aus einer Triton-Schnecke senkrecht in die Luft speit.

Die Erzeugung des Wasserstrahls war die Meisterleistung des Baumeisters Giovanni Antonio Daria. Er erreichte dies durch Pumpen im Fürsterzbischöflichen Brunnhaus der Brunnhausgasse, sowie weiterführenden Wasserleitungen und Speicherbecken auf dem Festungsberg. Heute erledigt diese Aufgabe eine elektrische Pumpe.

Wasser

Hauptartikel: Trinkwasser für die Stadt Salzburg

Bereits im 15. Jahrhundert ließen sich die Erzbischöfe das Quellwasser des Untersberges mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten Fürstenquellen unternahm 1654 Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Dafür wurde der Residenzbrunnen errichtet und man leitete mit 3237 lärchenen Röhren das Wasser in die Stadt.

1661 war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei der Einweihung. Es dauerte weitere 200 Jahre bis das Projekt wieder aufgegriffen und schließlich 1875 fertig gestellt wurde mit dem Bau der heutigen Quellfassung, einer 9,2 km langen Leitung und einem 1 000 m³ fassenden Hochbehälter auf dem Mönchsberg. Die Stadt bekam vom damaligen Besitzer König Ludwig I. von Bayern das Servitutsrecht [1], 47,4 Liter/Sekunde zu nutzen. 1945 wurde auf Anordnung der Militärregierung das gesamte Wasser der Fürstenbrunner Quelle bis maximal 265 l/s für die Stadt genutzt. Heute wird Tiefenwasser im Umfeld der Quelle für die Trinkwassernutzung der Stadt genutzt.

Kurioses

Der größte Brunnen in Salzburg und eines der bedeutendsten europäischen Barockdenkmäler stand schief. Wer den Brunnen in Richtung Alten Markt oder Filialkirche zum hl. Michael oberflächlich betrachtete, konnte es kaum zu erkennen. Wer jedoch nahe an den Brunnen herantrat und den Wasserspiegel im Becken genau betrachtete, der konnte die geringe Schräge und den Unterschied von ein bis zwei Millimeter am Beckenrand sehen.

Deshalb wurde von Juli 2008 bis Juni 2009 der Brunnen um mehr als eine Million Euro restauriert: Sprünge, Risse, Veralgungen, Versinterungen, falsche Plomben, korrodierende Eisenverklammerungen, falsche Fugenmassen und Verkittungen, Stellen mit falschen Steinen und andere Schäden wurfde dabei beseitigt. Die unterste, später ergänzte achteckige Stufe wurde entfernt, ebenso die mit einer Kette verbundenen Poller, die Schäden von Fahrzeugen verhindern sollte und gleichzeitig einen Zugang offen ließ. Poller waren bereits im 19. Jahrhundert am Brunnen aufgestellt, wie aus einer Zeichnung von 1889 hervorgeht.

Bilder

 Residenzbrunnen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. Ein Servitut ist ein beschränktes Nutzungsrecht an einer fremden Sache