Schloss Mönchstein

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt die Geschichte des Raumes um das heutige Hotel Schloss Mönchstein. Ein Artikel über das Fünf-Sterne-Superieur-Hotel findest du unter Hotel Schloss Mönchstein
Blick von der Haupteinfahrt zum schlossartigen Hotel
Die Schlossfront zur Salzach
Hotel Schloss Mönchstein oberhalb des Müllner Steges an der Salzach

Das Schloss Mönchstein befindet sich in der Stadt Salzburg im nördlichen Teil des Mönchsberges nächst der Müllner Schanze.

Einleitung

Es ist im Wesentlichen nach 1900 erbaut und oftmals erweitert und umgebaut worden. Kulturhistorisch sind das Hotel Schloss Mönchstein samt dem Park daher weniger bedeutend. Es steht auch unter nicht unmittelbar unter Denkmalschutz. Der Name "Schloss Mönchstein" stammt erst aus dem späten 19. Jahrhundert.

Geschichte

Mittelalterliche Bauten im weiteren Umfeld

Im Mittelalter stand südwestlich der Monikapforte beim Mönchstein (also weit entfernt vom heutigen Schloss Mönchstein) ein Turm, den man Tetelheimer Turm nannte nach den Tetlhaimern, die in der Mitte des 13. Jahrhunderts das Pflegegericht um Waging am See inne hatten. 1419 scheint dann die Familie Fröschlmooser bis 1565 als Besitzer der dortigen Liegenschaft auf. Oberhalb der Monikapforte stand - weit vom heutigen Hotelstandort entfernt - als Wachturm der Mönchsteinturm.

Nach dem Tod von Christof Fröschlmooser verkauft die verarmte Witwe 1565 das gesamte Areal dem Salzburger Bürger Wolf Windisch. Der Teil des Berges zwischen Augustinerkloster Mülln bis zum Bürgerholz bei der Bürgerwehr wurde dann Windischberg genannt.

Collegischlössl und Professorenschlössl der Benediktineruniversität

Nach mehreren Besitzerwechseln, unter anderem auch an das Augustinerkloster Mülln (1622), verkauft Elisabeth Huber, Witwe nach Balthasar Huber, Doktor der Rechte, Hofkammerrat und Landschaftskanzler,[1] das Areal 1654 die Benediktineruniversität Salzburg. Hier erbaute die Benediktineruniversität südöstlich der Monikapforte zwei kleines Schlösschen, in denen Professoren und Collegi ihren Sommerurlaub verbrachten. Daher hatte die beiden Bauten die Namen Konviktsschlösschen (auch Collegischlössl) und Professorenschlösschen (auch Professorenschlössl).[2]

Salzburger Universitätsobservatorium

Der erste jüdische Friedhof in Salzburg lag im 14. und 15. Jahrhundert in der Vorstadt Mülln unweit der Müllner Kirche. Seine genaue Lage ist unbekannt. Nächst diesem Judenfriedhof wurde 1654 südlich des gleichnamigen Geländes ein Observatorium für die Universität Salzburg - eine astronomische Beobachtungsstelle (mathematischer Turm) - erbaut, die unter Rektor Augustin Schelle (Ende 18. Jahrhundert) aufgelassen und bald danach abgerissen wurde. Für einige Jahre wohnte hier der Schriftsteller Lorenz Hübner und schrieb sein Gedicht "Abschied vom Mönchsberg".[3]

Kapelle

Eine bereits um 1540 auf diesem Grundstück erwähnte Kapelle wurde am 31. August 1661 zu Ehren der heiligen Maria, Anna und aller heiligen Mönche vom Universitätsrektor neu erbaut und geweiht. Eine neuerliche große Feier, zu der alle Professoren und Studenten der Universität in einem feierlichen Zug beim Schlösschen erschienen, fand 100 Jahre später zur Jahrhundertfeier statt. Die Kapelle wurde angeblich vor 1867 aufgelassen. Drei der Glasgemälde aus dieser Kapelle konnten 1870 in München entdeckt und für das Städtische Museum angekauft werden.[4] Die Glasfenster dürften nicht erhalten sein, sie sind vermutlich den Bomben des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen.

19. Jahrhundert

Nach der Aufhebung der Universität wurde das Anwesen unter der bayerischen Regierung im November 1813 versteigert und von Joseph Felner, einem damals als königlich-bayerischer Rat am Obersten Gerichtshof tätigen Salzburger erworben.

Nachdem er das Schlösschen renovieren hatte lassen, betraute Felner, da er sich selten in Salzburg befand, Josef Leopold Hagenauer mit der Verwaltung des Gutes. Hagenauers Sohn Josef erwarb schließlich 1834 das Anwesen. 1815 besuchte die russische Zarin den Pächter Hagenauer und schenkte ihm als Dank für seine Führung ihr seidenes Gürtelband.[3]

Im Garten fand dann eine skurrile Sammlung Hagenauers Platz: Er hatte nach dem Stadtbrand 1818 im Schloss Mirabell die vom Dach herunter geworfenen Statuen gesammelt. Etliche Statuen wurden damals mit dem Karren zum Garten des Schlosses Mönchstein gebracht und dort aufgestellt[5] und er versah sie mir recht originellen Beschriftungen. Himmel, wer hätte das geglaubt! Was Krieg und Stürme nicht vermochten, dies war dem Frieden vorbehalten, mir meine Linke abzureißen war beispielsweise bei einer Statue zu finden, deren Arm abgebrochen war[6].

20. Jahrhundert

Jedenfalls verkauften dann 1887 Hagenauers Erben das Gut an den Privatbankier Karl Leitner, der später dem Anwesen seinen historisierenden Namen gab. Seine Frau Kreszentia Leitner beauftragte Jakob Ceconi mit Umbau- bzw. Neubauarbeiten. Bereits 1905 annoncierte Leitner sein Schlößchen Mönchstein zum teilweise oder gesamten Anmieten - also der Beginn des späteren Hotels.[7]

Nach dem Tod ihres Mannes (1911) veräußerte seine Witwe 1917 das Anwesen an Generaldirektor Hofrat Bela Veith, den damaligen Finanzberater des rumänischen Königshauses. Dieser vergrößerte den Besitz und gab ihm z.T. bereits sein heutiges Aussehen. Nach seinem Tod 1933 verschuldeten sich seine beide Söhne Guido und Ferdinand schwer.

Im 20. Jahrhundert wohnte in der in früheren Jahrhunderten zugehörigen Meierei der Maler Anton Faistauer.

Das kleine Schlösschen wird Hotel

Hauptartikel: Hotel Schloss Mönchstein

Chronologie des Großraumes um das heutige Hotel

  • 1350: Ca. 150 m westlich des heutigen Hotels wird erstmals urkundlich ein „Tetelheimer Turm" erwähnt. Ein inhaltliche oder nähere räumliche Verbindung zum heutigen Hotel ist nicht gegeben.
  • 1531: Virgil Fröschlmoser erbaut in diesem Raum ein Meierhaus, Stallungen, einen „Stadl“ und eine Kapelle an ein dort erbautes Schlösschen. Auch eine Zisterne wurde dort erbaut.
  • 1622: Das Gebäude wird an das Augustinerkloster Salzburg-Mülln verkauft. Fürsterzbischof Paris Graf Lodron lässt Befestigungsanlagen der Müllner Schanze (mit Monikapforte, Augustinerpforte samt Zugbrücke) bauen.
  • 1643: Im Plan von Philipp Harpff ist unterhalb des heutigen Hotelareals ein dreigeschossiger Turm zu erkennen, der in allen anderen älteren und jüngeren Plänen dort nicht aufscheint. (hölzerne Aussichtswarte Paris Lodrons über der Müllner Schanze?)
  • 1654: Das Benediktiner-Erzstift St. Peter erwirbt den Besitz des heutigen Schlossareals für die „Gelehrten Herren Professoris" zur „Erholung von der schweren Kopfarbeit" und der Collegi. An der Stelle des heutigen Hotels wurde damals ein Schlösschen erbaut, das den Namen „Collegischlössl" erhält.
  • 1661: erfolgt die feierliche Einweihung der Kapelle.
  • 1815: Berühmte Gäste besuchen die dortigen Schlösschen bzw. benachbarte Baulichkeiten: Katharina von Russland bedankt sich mit einem Gürtelband für die Gastfreundschaft, die Fürstin von Liechtenstein hatte beim Gartenhaus "ihre Steinbank zum Schauen“ und Alexander von Humboldt schreibt angeblich über dieses „Stück Paradies" in der Mozartstadt. (Das Zitat dürfte eine Fälschung sein, in Beleg für das Zitat fehlt).
  • 1887: Der Bankier Leitner lässt von Mülln her eine breite Straße errichten, die bis zum elektrischen „Mönchsbergaufzug“ führt. Der Aufzug ist ebenfalls eine von Leitner gebaute Anlage.
  • 1895: Die Stadtgemeinde erwirbt den Aufzug, der bis 1947 weiter bestand. Erst in diesem Jahr erfolgt die Versetzung des Mönchsbergaufzugs ins Felsinnere.
  • 1905 bis 1919: Das "Schloss Mönchstein" wird als vorerst kleineres Hotel errichtet. Dabei greift der Bauherr einen mitteralterlichen Namen aus diesem Raum wieder auf.
  • 1948: Ein weiterer Um- und Ausbau ergänzt das Schloss.
  • 1956: Die Familie von Mierka erwirbt den Besitz und baut diesen zu einem Schlosshotel aus.

Bilder

 Schloss Mönchstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 23. Mai 1896, Seite 4
  2. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3
  3. 3,0 3,1 Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3
  4. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 27. Juni 1870, Seite 2
  5. Quelle Dr. Reinhard Medicus in Diskussion:Mirabellgarten Eintrag vom 26. August 2018
  6. weitere Details dazu in der Publikation von Adolf Frank, Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 70, 1930, S. 1-44
  7. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 16. August 1905, Seite 8