Wintersport in Zell am See

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Der Wintersport in Zell am See blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Geschichte

Zur Belebung des Wintersportes veranstaltete man in Zell am See 1905 erstmals ein Wintersportfest. Neben Skifernlauf, Skispringen, Eislauf und Eisstockbewerben gab es auch Rodelbewerbe. Start für die Rodler war bei der Säge im Schmittental und Zieleinlauf am Marktplatz.

Die Damen fuhren zum Gaudium der Zuschauer mit langen Röcken und Hut. Neben den Amateuren gab es richtige Rodelprofis. Abhängig von Zeit und Geld konnte man laut Beschreibung eines Rennkalenders in Murau, Oberdraudorf, Schottwien, Semmering, Leoben, Payerbach, Vordernberg, Spital am Phyrn, Kufstein, Gossensaß und in Zell am See teilnehmen. Die Konkurrenzen teilten sich in Senioren- und Jugendfahrern, damit auch Neulinge Chancen hatte. Die Rennrodler waren richtige Idealisten, so wie auch die damaligen Skirennfahrer, die keine Kosten und Mühen scheuten, im Gegensatz zu den „Touristenrodlern“, die gern die Bahn der Profis benützten, um ihren Mut zu erproben.

Das zweite Wintersportfest im Jahre 1906 war gleichzeitig das Gründungsjahr des Zeller Ski-Klubs. Das Rodel-Wettfahren wurde auf Ein-, Zwei- und Dreisitzer Rodeln ausgetragen.

Die Königin der Niederlande, Wilhemina, traf inkognito unter dem Namen „Gräfin van der Uren“ am 30. Jänner 1937 in Zell am See zu einem Winterurlaub ein und nahm im Hotel „Excelsior“ (heute Raika) in der Bahnhofstraße Logis. Höhepunkt ihres Aufenthalts war eine Rodelpartie in der winterlichen Natur aus dem Schmittental. Die Passanten staunten nicht schlecht über die ältere vornehme Dame auf dem Schlitten und deren Begleitung.

Meine Großeltern[1], die in den 1920er-Jahren aus den Niederlanden nach Zell gezogen waren, errichteten in der Schmittenstraße die Pension „Wilhelmine“ und bewahrten die von der Königin benützte Rodel sorgsam auf, sie steht nun im Zeller Vogtturm-Museum.

In den Nachkriegsjahren war in der Schmittenstraße zur Talstation der Seilbahn sehr bescheidener Autoverkehr, und so nützten wir – trotz Verbot – die Straße als Rodel und Bob-Bahn. Ich hatte einen „Davoser Rennschlitten“ und so war die Schmittenstraße für uns Buben eine tolle Rennstrecke, zum Ärger für die Postbuslenker. Man hängte sich an den Skiständern am Autobusheck an und erreichte so mühelos den Start. Sonst zogen wir mit vereinten Kräften die Schlitten in das Schmittental, um dann in sausender Fahrt, die zugleich „stählernen Nerven“ erforderte, das Tal wieder zu erreichen. Ausgeschlossen war es freilich nicht, dass sich so mancher Schlitten irgendwo plötzlich zu oberst kehrte und aus einer tiefen Schneewehe an der Seite des Weges dann nur noch zappelnde Beine sichtbar waren.

Gefährlich war aber die Fahrt mit dem Bob, die große Übung und Erfahrung voraussetzte und gute Zusammenarbeit zwischen Lenker und Bremser erforderte. Bobfahren gehörte zur „hohen Schule“ des Schlittenfahrens. Ein selbst gebauter Metallbob vom Zeller Arzt Dr. Dieter Haider ist heute im Zeller Vogtturm Museum zu sehen. Auch auf dem Schuchterfeld beim damaligen Ebenberg-Schlepplift und auf der Pfarrerwiese (heute Hallenbad) war immer was los – Jung und Alt erfreuten sich beim Rodeln oder wie der Pinzgauer sagt beim „Bockerreiten“. Man fuhr entweder alleine, zu zweit oder in einer Schlange, genannt Froschhaxln.

Sprungschanzen

Die Köhlergrabenschanze, eine Naturschanze im Köhlergraben im Bereich des Schmittentales in Zell am See im Pinzgau. Weiters gab es die Baderfeld-, Wimm- und Todesschanze.

Veranstaltungen

Motorsport

Quelle

Einzelnachweis

  1. Cavaliere Horst Scholz vom Bezirksarchiv Pinzgau, Urheber des Beitrags in der Pinzgauer Nachrichten