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Schloss Herrnau

Das Schloss Herrnau ist ein Schloss im Salzburger Stadtteil Morzg.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Schloss liegt inmitten eines Parks am heute trockengefallenen Eschenbach (der im Schlosspark Hellbrunn entsprang) östlich der Hellbrunner Allee (Eschenbachgasse 21) und ist auf das Ostportal des Schlosses Hellbrunn hin ausgerichtet.

Baubeschreibung

Das Schloss ist ein typisches Salzburger Landschloss mit drei hohen Geschoßen, zusätzlich erhöht durch ein hohes Walmdach.

Der Grundriss ist rechteckig, mit einem vorspringenden Risalit im Westen, der eine geschwungene Blechhaube mit Laterne trägt. Ein um einen Stock höherer Treppenturm ist im Süden an das Gebäude angebaut.

An der Vorderseite des Treppenturms ist eine Marmorplatte eingemauert. Sie zeigt das Wappen der Freiherren Hieronymus Cristani von Rall, eines der ehemaligen Besitzer des Schlosses, über dem das Wappen der Grafen Kuenburg angebracht ist, sowie eine Inschrift, die auf die Restaurierungen von 1744 und 1882 hinweist. Die Wappen sind von zwei stehenden Löwen flankiert.

Das niedrige Erdgeschoß hat oblonge rechteckige Fenster, ist oberhalb derselben durch vertiefte Quaderlinien gegliedert und durch ein Gesims abgeschlossen. Die rechteckigen Fenster der beiden Stockwerke haben einfache Verputzumrahmungen, die Ecken sind von Lisenen eingefasst. Ein Hohlkehlgesims schließt den Bau unterhalb des Daches ab.

Die Räume im Erdgeschosse haben Tonnengewölbe mit Stichkappen, die Zimmer in den beiden Stockwerken flache Spiegeldecken mit einfachen stukkierten Rahmen.

Das Schloss ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Geschichte

Baugeschichte

1631 erhielt der Kammerdiener des Fürsterzbischofs Paris Lodron, Philipp Vermeulen, einige Tagwerk Grund, worauf er ein Haus erbaute.

1741 wurde der bereits heruntergekommene Besitz dem damaligen Salzburger Hofkanzler Freiherrn Hieronymus Cristani von Rall übertragen, der den Bau in den Jahren 1741 bis 1744 in seine noch heute bestehende Form brachte.

1882 erfolgte eine (weitere) Restaurierung.

1949 zerstörte ein Brand den Dachstuhl.

Besitzgeschichte

Besitzer waren

  • 1631: Philipp Vermeulen
  • 1650: Philipp Vermeulen († 1663) und seine Frau Maria Kaiser († 1668)als Ritterlehen, dann deren Kinder
  • 1672 :durch Kauf die Kinder des Stephan Fux, Bürgermeisters (von Passau, 1614 bis 1621) und Handelsmannes, der in zweiter Ehe mit einer Tochter Philipp Vermeulens vermählt war
  • 1684: Schwester Maria Euphrosine Hartlerin, geb. Fux (Schwester)
  • 1685: durch Kauf Johann Jakob Perger (ab 1687: Perger von Pergrain), Oberguardarobba und Kammerdiener, der es gleichzeitig seiner Frau Anna Elisabeth geborenen Reitterin schenkte
  • dann der Sohn Johann Franz Wolfgang Perger von Pergrain
  • 1741: Freiherr Hieronymus Christani von Rall
  • 1751: dessen Kinder
  • 1752: Johann Nepomuk Torquatus Christani von Rall
  • 1796: Andreas [Christani von Rall]
  • 1804: Katharina Gräfin Quabeck, geb. Christani von Rall
  • 1805: durch Kauf Kurfürst Ferdinand III. von Toskana
  • später Johann Nepomuk Gall, Handelsmann
  • dann Wührer, Kürschner
  • 1846: von dessen Erben an Karl Josef Grafen Kuenburg
  • dann Wilhelm Grafen Kuenburg, Sohn des Vorigen
  • weiters Prinzen Max zu Hohenlohe-Langenburg
  • 1901: Graf und Gräfin Hermann zur Lippe-Weissenfeld
  • seit 1919: (Grafen-)Familie Clary-Aldringen

Literatur

Quellen