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Theatergasse

Bild
Theatergasse.jpg
Theatergasse
Länge: ca. 50 m
Startpunkt: Schwarzstraße
Endpunkt: Makartplatz
Karte: Googlemaps

Die Theatergasse ist eine kurzes Gasse in der Landeshauptstadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Die Theatergasse in der rechten Altstadt verbindet die Schwarzstraße mit dem Makartplatz. Sie ist eine Einbahnstraße und nur für Linienbusse und Taxis befahrbar.

Erreichbarkeit

Nächste Haltestelle

Geschichte

Bevor im Jahr 1775 das heute namensgebende Theater errichtet wurde, war sie Teil der Lederergasse und dann hieß dieser Teil Kreuzwirtsgässchen, das vom Platzl bis zum Markartplatz führte. Das Kreuzwirtsgässchen wurde um 1818 zur Theatergasse, so genannt nach dem alten fürsterzbischöfliche Hoftheater (erbaut 1775, heute Landestheater).

Etwa ab 1860 begann in diesem Bereich die Salzachregulierung. Die Salzach wurde mit Steindämmen gesichert und an der hinteren Seite der Häuser eine neue Fahrstraße angelegt. Diese wurde aufgedämmt und lag bedeutend höher als das Kreuzwirtsgässchen, sodass man auf die Häuser, die hinten kleine Hofräume hatten, hinunterschauen konnte, wo die Aborte angebaut waren, deren Holzschläuche vom Volksmund "die große Orgel" genannt wurden.

Durch den 1861 erfolgten Abbruch des Lederertors wurde die Gegend dort massiv verändert. Die obere Theatergasse wurde 1881 für den Bau des Bazargebäudes abgebrochen und ist in etwas veränderter Lage heute Teil der Schwarzstraße. Durch die Salzachregulierung kam es zur baulichen Entwicklung mit Villen entlang dem neuen 'Elisabeth-Damm' (Elisabethkai]]) und der neuen 'Rudolf-Straße' ([Schwarzstraße]]) am rechten Salzachufer. Nach dem diese erbaut worden war, wickelte sich der Verkehr nun hauptsächlich durch das damalige Kreuzwirtsgässchen bis zur Brücke ab.

1862 wurde das Lederertor abgebrochen. 1863 kaufte die Stadtgemeinde das Glaserer Dopferhäusl (Topfer) und das Schreiber Widmannstöckl und demolierte diese. 1867 wurde die Straße bis hinunter zum Eisenbahndamm in ihrer ganzen Länge Schwarzstraße benannt. Als 1877 die neue Stadtbrücke (Staatsbrücke) eröffnet wurde, musste an die Erweiterung der Zufahrt gedacht werden.

Hausbesitzer an der Theatergasse

Die damals noch bestehenden Häuser an der linken Seite der Theatergasse gehörten dem Gürtler Rockenstein, dem Goldarbeiter Holter, dem Gehäusmacher Rost und dem Seilermeister Rosian. Läden besaßen der Gürtler Nockensteiner, der Lotterieschreiber Hölzermayer, der Instrumentenmacher Josef Stecher, der Spengler Stänko, der Uhrgehäusmacher Rost, der Schneider Hoffmann und der Seiler Rosian. 1881 kaufte Kunsthändler Baldi das Rockenstein- und Rasthaus und der Selcher Greimel das Holterhaus. Da eine Straßenverbreiterung unumgänglich notwendig war, kaufte die Stadtgemeinde 1882 das Rosianhaus. Ebenso wurde dann mit Baldi und Greimel ein Kauf- und Tauschvertrag geschlossen, wonach die Häuser in der Theatergasse gegen Vergütung an die Stadtgemeinde übergingen und die Verkäufer nach Regulierung des oberen Teiles der Schwarzstraße einen Bauplatz am Elisabethkai bekamen. Hierauf wurden die Häuser in der Theatergasse demoliert, Baldi und Greimel bauten das Lagergebäude.

Schlossergässchen

Das Wassertor war unter der zweiten Stadtbefestigung von Erzbischof Burkhard II. von Weißpriach (1461 bis 1466) erbaut worden. An der linke Seite der Gasse zum Wasser hin standen einstöckige Häuser, während an der rechte Seite die Hinterseiten einer Gruppe von Häusern stand, zum Platzl, der Andrä- und Lederergasse gehörten. Dazwischen, gegen die Stadtmauer war ein Grundstreifen frei, am unteren Ende etwa 5 Meter breit, der als Fahrstraße diente und "Schlossergässchen" genannt wurde. Ganz unten stand das Lederertor.

Die ersten Häuser, die alle bis an die Fahrstraße an der Stadtmauer hinunter reichten, waren:

1. das Wirtshaus „zum goldenen Ochsen" am Platzl, das Wirtshaus „zum goldenen Kreuz" in der Andrägasse, das bis zum Kreuzwirtsgässchen reichte und diese Gasse den Namen gab. 1741 wird das Haus in ein vorderes und hinteres geteilt und der Gastwirtbetrieb hört auf. Gegen die Andrägasse waren die Schanklokale zu ebener Erde und im ersten Stock die Wohnungen. Das Haus war zweistöckig und wurde erst 1824 das dritte Stockwerk aufgesetzt. Gegen das Kreuzwirtsgässchen hinunter war die Braustatt (Brauerei?). Im Hof rechter Hand stand ein großer Schöpfbrunnen. Nebenbei führte die Türe zur Branntweinbrennerei im Fischwässererhaus; daran anschließend

2. das Freyhammerbräu, welches ebenfalls von der Andrägasse bis zum Kreuzwirtgässchen reicht, zu dem auch das sogenannte Fischwässerhaus (Lederergasse Nr. 6) gehörte. An das Brauhaus angebaut

3. das Wirtshaus „zum roten Ochsen", erstmals urkundlich erwähnt 1477 mit Franz Thalhammer als Besitzer. 1608 ist Bernhard Ranhart dort Gastgeber (Gastwirt), seit 1775 „die Taverne zum roten Ochsen", das 1864 als solches aufhörte, gleichzeitig das Eckhaus zur Lederergasse

4. das Stadtkoch Hinterholzerhaus in der Lederergasse Nr. 8, das im Besitz einer Bierschankgerechtsame war.

5. das Branntweinbrennerhaus und das Ledererhaus.

Es waren fünf Häuser mit Schankgerechtsame gebaut, also fünf Wirtshäuser aneinander stoßend, von denen später nur das Schlammbräu blieb.

1672 wurden vom Lederertor bis zum Platzl hinauf linksseitig kleine einstöckige Häuser erbaut und die Fahrstraße wurde "Kreuzwirtsgäßchen" nach dem Wirtshaus „zum goldenen Kreuz" genannt.

Hausbesitzer am Kreuzwirtsgässchen

Am Kreuzwirtsgässchen standen nach dem Häuserverzeichnis von 1808 vom Platzl abwärts: das Glaserer Dopferhaus (Topfer), das Schreiber Widmann(-stöckl), das Drechsler Glarner(-haus), das Lottoeinnehmer Lungerschmied(-stöckl), das Schlosser Fleischmann(-Häusl), das Schopper Göllner(-stöckl), das Büchsenmacher Hofstätter(-stöckl) und das Schopper Zillinger(-Häusl), das an das Lederertor angebaut war.

Quellen