Chronik

Die Schneekanonen in den Tennengauer Skigebieten laufen heiß

Die Skigebiete Dachstein-West, Karkogel und Zinkenlifte scharren in den Startlöchern, am 8. Dezember wollen sie aufsperren,ebenso der Schilift Krispl. Nur über Gaißau-Hintersee schwebt noch ein Fragezeichen.

Die Vorbereitungen in den Skigebieten (hier Dachstein-West) laufen auf Hochtouren. 
Die Vorbereitungen in den Skigebieten (hier Dachstein-West) laufen auf Hochtouren. 

Am Zinkenkogel, am Karkogel und im Lammertal liefen in den vergangenen Tagen die Schneekanonen heiß. Dachstein-West hat derweil schon teilweise den Anfang gemacht: Seit 1. Dezember laufen im oberösterreichischen Teil des Gebiets in Gosau die Lifte. Geschäftsführerin Barbara Kronreif erklärt: "Ja, ein Teil des Gebiets hat schon aufgesperrt, auf der Annaberger und Rußbacher Seite werden wir aber erst am 8. Dezember starten. Wir wollten die derzeit sehr guten Bedingungen noch zum intensiven Beschneien der Pisten ausnutzen, das ist natürlich unkomplizierter, solange die Lifte noch nicht fahren. Dafür starten wir aber gleich mit sämtlichen Liften und fahren auch gleich ,durch', sieben Tage die Woche, bis Ostermontag, 2. April 2018." Bei relativ frühen Starts waren die Lifte in vergangenen Saisonen bisher zum Teil nur am Wochenende geöffnet gewesen.

Auf ein großes Winter-Opening wie in Obertauern, Saalbach oder Schladming verzichte das Gebiet Dachstein-West bewusst, sagt Barbara Kronreif: "Wir sind eher ein Familienskigebiet, da ist es wichtiger, dass wir moderate Preise anbieten. Weil Megastars für ein Opening müssen ja auch bezahlt werden, am Ende schlägt sich das wieder auf die Kartenpreise nieder." Kleinere Events während der Saison wie Kinderfeste, den ö3-Pistenbully oder die Gaudiwoche im März mit Musik und Kulinarik werde es aber durchaus geben, betont Kronreif.

Karkogel: "Es schaut gut aus"

Am Abtenauer Karkogel hofft man nach dem Schneefall und der Kälte der vergangenen zehn Tage auf einen Start am 8. Dezember. "Es schaut momentan gut aus", meinte Eugen Bernhofer, Geschäftsführer der Abtenauer Bergbahnen. "Wir haben Naturschnee, es wird kalt, wir können beschneien, also, wenn es so weitergeht, werden wir am 8. Dezember starten."

Die Beschneiung muss dabei allerdings weiter mit den vorhandenen Kapazitäten auskommen, ein neuer Speicherteich ist zwar bereits in Planung, wird aber erst "in ein bis drei Jahren" umgesetzt, sagt Bernhofer. Bewusst auf Naturschnee setzt er, wie gehabt, am Karalm-Lift, "da fahren wir mit 20 bis 30 Zentimeter Naturschnee, das wollen wir auch so belassen".

Zinkenlifte: "Es hängt von Frau Holle ab, aber wir sind optimistisch"

Ebenfalls auf einen Saisonstart am 8. Dezember hofft auch Peter Grander, seit 1. November neuer Geschäftsführer der Dürrnberger Zinkenlifte. "Wir haben heute im oberen Bereich angefangen, Schnee einzuwalzen. Das Ziel wäre, am 8. Dezember aufzusperren, es kommt auf die Naturschneemenge an. Es hängt ein bisschen von Frau Holle ab, aber wir sind optimistisch", meinte er im TN-Gespräch Ende November. Zum "Adventlifteln" hatte der Doppelsessellift bereits am vergangenen Sonntag aufgesperrt: Beim "Bergadvent" im Zinkenstüberl warteten ein kleiner Weihnachtsmarkt sowie ein Nikolausprogramm auf die Besucher (der Weihnachtsmarkt ist auch an den kommenden Samstagen und Sonntagen im Advent von 11 bis 16 Uhr geöffnet).

Gaissau-Hintersee: "Zu 95 Prozent wird aufgesperrt"

Ein Fragezeichen schwebt nach wie vor über dem Skigebiet Gaißau-Hintersee. Nach der Insolvenz im vergangenen Frühjahr und den folgenden Schwierigkeiten mit dem chinesischen Haupteigentümer war lange unklar, ob es überhaupt weitergehen würde - nach der Insolvenz waren anfangs keine Mitarbeiter mehr da, die Revisionsarbeiten starteten mit großer Verspätung.

Mittlerweile habe sich auch die Situation mit dem Haupteigentümer verbessert, sagt Martin Wallmann, der "neue alte" Betriebsleiter der Gaißauer Bergbahnen: "Seine rechte Hand ist vor Ort, die Kommunikation funktioniert jetzt ganz gut. Es ist zwar nach wie vor etwas kompliziert, aber zumindest der Kontakt ist gut." Dass es weitergeht in der Saison 2017/18, scheint nun fix: "Zu 95 Prozent wird aufgesperrt, nur das Wohlbefinden der Grundbesitzer könnte noch ein Thema werden, deswegen bin ich etwas vorsichtig", meint Wallmann. Es stünden noch Gespräche mit Grundeigentümern an, da es noch offene finanzielle Fragen gebe, "aber ich denke nicht, dass sich da einer so weit rauslehnt, dass er das Ganze zu Fall bringt".

"Wenn dann wollen wir alles gescheit herrichten"

Auch wenn am Berg schon rund ein halber Meter Schnee liegt, zum Teil sogar mehr, zum Startzeitpunkt der heurigen Saison will sich Wallmann noch nicht äußern - dafür ist das Naturschneegebiet zu sehr vom Wetter abhängig: "Es ist noch zu früh, etwas zu sagen. Momentan schaut's mit dem Schnee ganz gut aus, aber das hatten wir schon oft und dann kam eine warme Phase und wir sind wieder in den kurzen Hosen dagestanden. Deswegen möchte ich nicht zu euphorisch sein. Wenn, dann wollen wir alles gescheit herrichten und der Schnee muss passen. Einfach irgendeinen Murks machen, nur damit es heißt, wir fahren, das tun wir sicher nicht."

Da die Revisionen an den verschiedenen Liften derzeit noch laufen, wäre geplant, mit dem Kurvenlift, dem Dreier-Sessellift in Hintersee, dem Anzenberg-Schlepplift und dem 4er-Sessellift am Wieserhörndl in die Saison zu starten. "Das wäre für die Kundschaft optimal." Später sollen noch der Zweier-Sessellift in Gaißau und den Spielberg-Übungslift dazukommen. Sicher nicht aufgesperrt werde heuer der abseits gelegene Spielbergschlepplift, sagt Wallmann. Er gibt sich trotz aller berechtigten Skepsis vorsichtig optimistisch zum Saisonstart: "Vielleicht haben wir heuer ja Glück, vielleicht können wir ja wieder mal wie früher zu Weihnachten oder sogar vorher starten und nicht erst im Jänner wie in den vergangenen Jahren."


Aufgerufen am 13.12.2017 um 03:48 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-schneekanonen-in-den-tennengauer-skigebieten-laufen-heiss-21401689

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