Hauptmenü öffnen

Siegmund Narholz

Oberlehrer Siegmund Narholz (* 5. August 1881 in Leogang; † 12. August 1962 in Rauris)[1] war Oberlehrer der Pinzgauer Volksschulen in Wörth und Rauris sowie Heimatforscher und Heimatpfleger im Raurisertal.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sigismund Franz Narholz war der Sohn des Leoganger Wundarztes Anton Narholz und seiner Frau Theresia, der Tochter des Volksschullehrers Sigmund Wegmayr, und kam 1902 als Volksschullehrer an die Volksschule Wörth, wo er 1912 zum Oberlehrer aufstieg. 1924 übernahm er die Volksschule in Rauris. 1945 trat er in den Ruhestand.

Seit 1904 war er verheiratet[2] mit Maria Anna (* 11. November 1882 in Filzmoos)[3], der ältesten Tochter des k.k. Bezirksförsters Anton Hochleitner und seiner Frau Juliana (* 1861; † 1940), der Tochter des langjährigen Schulleiters der Volksschule Filzmoos, David Hauser (* 1831; 18xx).[4] Gemeinsam hatten sie drei Kinder:

Der spätere Salzburger Landeshauptmann Albert Hochleitner (* 1893; † 1964) war sein Schwager.

Am 8. Mai 1904 war er Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr in Wörth und wurde stellvertretender Obmann.[8]

In seiner Zeit Zeit als Oberlehrer machte er sich einen Namen als Heimatforscher und Heimatpfleger, plante 1928 das erste Rauriser Schwimmbad und gründete 1937 gemeinsam mit Dr. Wilhelm Ritter von Arlt das Heimatmuseum Rauris, das bis 1973 im ehemaligen Landrichterhaus untergebracht wurde und dann ins 1562 erbaute Heimathaus Rauris, das ehemalige Knappenhaus, übersiedelte.

Gemeinsam mit dem damaligen Gemeindesekretär Stefan Reiter veranstaltete er 1953 im Heimatmuseum Rauris eine vielbeachtete Krippenausstellung.

Von Mai 1949 bis 10. Mai 1961 führte Siegmund Narholz mit Tochter Mathilde als Wetterbeobachter die 1875 errichtete Wetterstation in Rauris. Sein Sohn Friedrich folgte ihm im Lehrberuf nach.

Siegmund Narholz beschrieb und förderte das heimatliche Brauchtum und Schaffensgut und bewahrte es vor dem Vergessen. Seine Aufzeichnungen von 1914 bis 1954 wurden im Rauriser Dorfbuch niedergeschrieben und in den 90-er Jahren von der Gemeinde Rauris angekauft. Am 10. Dezember 2019 wurde es in der alten Volksschule Bucheben der Öffentlichkeit präsentiert.

Ehrung

In Anerkennung seiner Verdienste verlieh die Marktgemeinde Rauris Siegmund Narholz am 30. Jänner 1955 ihre Ehrenbürgerschaft.

Veröffentlichungen

  • Das Pinzgauer Bauernhaus und seine nächste Umgebung. In: Alpenländische Monatshefte 1924, 353–364.
  • Kindersprüche und Kinderreime
  • Geschichte: Rauris und Rojacher. In: Salzburger Zeitung vom 30.8.1944 S. 4.
  • Sagen aus dem Raurisertal. In: Steinhauser, Prof. Dr. Ferdinand (Red.): 51.–53. Jahresbericht des Sonnblick-Vereines für die Jahre 1953–1955. Wien (Springer) 1957.
  • Rauriser Dorfbuch. Rauris (Via Aurea) 2019.

Quellen

  • Lahnsteiner, Josef: Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben. Hollersbach im Pinzgau (Selbstverlag) 1960.
  • Lauscher, Adele und Friedrich: Hundert Jahre Wetterbeobachtungen in Rauris. In: Steinhauser, Prof. Dr. Ferdinand (Red.): 74.-75. Jahresbericht des Sonnblick-Vereines für die Jahre 1976-1977. Wien (Springer) 1977.
  • Narholz, Siegmund: Rauriser Dorfbuch. Rauris (Via Aurea) 2019.
  • Kaindl, Anton: Wolldiebstähle am lebenden Leibe der Schafe häuften sich, in: SN vom 26. November 2019.

Einzelnachweis