Augustiner-Eremiten-Kloster Hallein

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Das Augustinerkloster Hallein, 1907.
Das Augustinerkloster Hallein befindet sich im Bild-Vordergrund rechts unten.
Augustiner-Eremiten-Kloster in der Bildmitte unten, 1928.

Das Augustiner-Eremiten-Kloster in Hallein war eine Gründung des Salzburger Fürsterzbischofs Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg.

Einleitung

Max Gandolf von Kuenburg hatte das Kloster 1682 gegründet und den Augustiner-Eremiten übergeben. Das Kloster gehörte der Salzburger-Tiroler Provinz der österreichischen Augustiner an. Im Zug der Säkularisation wurde das Kloster 1810 aufgelöst. Die Gebäude wurden durch einen Brand 1943 beschädigt und 1962 für die Errichtung des Bundesgymnasiums und Bundesrealgymnasiums abgetragen.

Geschichte

Die alte Georgskirche „S. Georgen“ am Georgsberg stammte aus der Zeit nach 1200 und war später im gotischen Stil umgebaut worden. In den Urkunden des Salzburger Bürgerspitals St. Blasius wird 1347 eine Stiftung erwähnt, gemäß der Altman der Smid, Bürger von Hallein vermacht der Kirche sand Kathrein auf sand Georgiperck 30d. Die Kirche war damals also der hl. Katharina geweiht, 1465 wird sie in einem Ablass des Bischofs von Lavant als Capella S. Georgii in monte S. Georgii bezeichnet.

Als erster hatte Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau 1604 die Absicht, unter Führung des Augustinerordens ein Klösterl für 7 oder 8 Personen mit wenigsten 4 Priestern wie zu Mülln in Hallein zu errichten. Diese Idee konnte er nicht mehr verwirklichen. 1650 wurde dann den Augustinern das Vikariat auf dem Dürrnberg mit der Vikariats- und Wallfahrtskirche Dürrnberg, übertragen. 1661 kauften sie für die Georgskirche das alte „Positiv“ (Orgel), eines der zwei Orgel-Instrumente der Dürrnberger Kirche, an, bezahlten dafür 24 Gulden, für die dann 1683 der Hoforgelmacher Christoph Egedacher 1683 eine Orgel schuf. Dann baten sie Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron um Erlaubnis, ein Clösterl oder Conventus formatus zu gründen, zugleich suchten sie wegen des Platzmangels bei der Dürrnberger Kirche um Vereinigung mit der Kirche auf dem Georgsberg nach.

Dieser Wunsch wurde ihnen 1682 durch Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg erfüllt, der für die Gründung des Augustinerklosters 16.000 Gulden stiftete und die Georgskirche dem Kloster inkorporierte. Das Kloster sollte die Rekatholisierung im Salzburger Land vorantreiben, wo sich die Lehren der sogenannten Glaubenserneuerer insbesondere unter den Bergleuten in Hallein und auf dem Dürrnberg verbreitet hatten (Protestantenvertreibung#Die Dürrnberger und die Deferegger Exulanten unter Max Gandolf Kuenburg|Deferegger und Dürrnberger Exulanten).

Den Bau einer neuen barocken Kirche im Osten des Klosters und an der gleichen Stelle wie die alte Kirche hatte man am 7. April 1683 begonnen. Den Plan stammte von Pater Nicolaus Schluderpacher. Am 15. Oktober 1702 fand die Weihe der neuen Klosterkirche statt. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts finden sich dann aber immer noch Rechnungen über die Ausstattung der Kirche (1703 Altarblätter, 1704 Kirchenstühle, 1727 Entwurf für den Hochaltar, 1774 Seitenaltäre, 1770 Kanzel, 1776 Orgel). Kunstwerke wurden von den Malern Johann Jacob Schemberger und Johann Michael Greiter, dem Steinmetz Johann Doppler und dem Bildhauer Johann Georg Hitzl erstellt.

Das Kloster war nicht besonders reich, sein Besitz wurde aber immer wieder durch Stiftungen vermehrt: So stiftete ein Wolfgang Päbinger den Wetzergartten, der gegen Osten an die Stiegen auf St. Georgen, gegen Süden an den Clostergartten anstößt, 1732 dem Kloster oder Abt Placidus von St. Peter in Saltzburg, hf Geheimer Rat, verleiht dem Kloster und Konvent zu St. Georgen Ordinis Eremitorum Sancti Augustini ob Hällein, das Erbrecht am Gut Egg oberhalb St. Georgen, das dem Johann Kämbl gehörte, der von diesem Gut aus Glaubensgründen emigriert war.

1810 erfolgte die Säkularisation des Klosters. 1811 zog das Pfleggericht Hallein, das spätere Bezirksgericht (bis 1956), in das Kloster ein. Der letzte Mönch starb 1815. 1850 ging das Kloster in den Besitz der Benediktinerabtei Michaelbeuern über. Bis zum Brand von 1943 beherbergte es auch die Bezirkshauptmannschaft.

Ende des Klosters und der Kirche auf dem Georgenberg

In der NS-Zeit sollte in dem Kloster ein Heim für die Hitlerjugend entstehen. Der planende Architekt Otto Strohmayr sah in dem ehemaligen Kloster sog. „Scharräume, Führerräume, Werkstätten und einen Appellflur vor“; in der ehemaligen Klosterkirche sollte „die neue Feierhalle der HJ ihren Platz finden“.

Am 22. März 1943 brach im südlichen Klostertrakt, der damals als Gefängnis für Kriegsgefangene genutzt wurde, ein Brand aus. Der Brand erfasste durch Funkenflug auch die Stadtpfarrkirche und die Kreuzwegstationen an der alten Dürrnbergstraße. Die Schäden in den zumeist mit Holzschindeln bedeckten Gebäuden waren beträchtlich. Allerdings zeigen die Bilder nach dem Brand, dass Kloster und Kirche keineswegs völlig vernichtet waren. Der Brand hatte den Dachstuhl des Klosters und der Kirche zerstört. Das aus Holz konstruierte Gewölbe stürzte herunter, die Kirchenbänke und die Wanddekorationen wurden jedoch nicht beschädigt. Das Dach der Chorkuppel blieb bestehen, allerdings setzten herabstürzende Balken den Hochaltar in Brand und vernichteten auch das große Hängekruzifix, das vom Chorbogen herabhing. Die beiden Seitenkapellen blieben völlig intakt. Ebenso die Seiten des Langhauses mit Kanzel, Orgelempore und Rokokoschmiedegitter. Auch die Kunstschätze der Kirche (Putten und Heiligenfiguren, Leuchter, Tabernakel, Kanontafel, Reliquienskelette der Seitenaltäre, Schmiedeeisengitter der Seitenkapellen).

Von den Kunstschätzen gingen einige nach Michaelbeuern, ein Teil verschwand wohl durch Diebstahl, da die Brandruine nicht abgesichert war. Nur die Räume des Klosters mit dem Bezirksgericht wurden mit einem flachen Notdach gedeckt, während in der Kirche lose Architekturteile durch Sprengung entfernt wurden. Das Kirchengebäude bestand als Ruine weiter. Das Bezirksgericht übersiedelte zuerst in die Bahnhofsnähe und dann nach der Errichtung eines Amtsgebäudes in der Schwarzstraße (1956 bis 1958).

1959 erwarb der Verein Realgymnasium Hallein die Ruinen des Klosters für einen Schulneubau. 1962 begann man mit den Abbrucharbeiten, die erst den enormen Bestand der Klostergebäude sichtbar machten.

Der Großteil der barocken Klosterstiege, die einst von der heutigen Augustinergasse auf den Georgsberg zum Kloster geführt hatte, ist im Zuge der Abbrucharbeiten verschwunden, nur am Fuß des Georgsberges ist ein kleines Stück der Freitreppe noch erhalten. Zurzeit bemüht sich der Verein Klosterstiege um einen Wiederaufbau, scheitert im Moment aber an Einsprüchen eines Anrainers.

Bilder

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Weblink

Quellen