Elisabeth von Österreich

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Elisabeth von Österreich in einer zeitgenössischen Darstellung aus dem Jahr 1879.
Statue der Kaiserin Elisabeth in der Nähe des Bahnhofs

Elisabeth Amalie Eugenie auch Sisi oder Lisi, (* 24. Dezember 1837 München, Bayern; † 10. September 1898 in Genf, Schweiz, ermordet), war Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn.

Leben

Elisabeth entstammte der Linie der Herzöge in Bayern und war die zweite Tochter des Herzogs Max Joseph in Bayern und seiner Frau Prinzessin Ludovika Wilhelmine, Tochter des bayerischen Königs Maximilian I. und dessen zweiter Gemahlin Prinzessin Karoline Friederike Wilhelmine von Baden. Tauf- und Namenspatin war Elisabeths Tante, Königin Elisabeth Ludovika von Preußen, die wie auch Elisabeths spätere Schwiegermutter Erzherzogin Sophie eine Schwester ihrer Mutter Ludovika war.

Eigentlich sollte die Schwester von Elisabeth, Helene, den Kaiser von Österreich heiraten. Doch die geplante Verlobung in Bad Ischl im Sommer 1853 platzte, da sich der Kaiser in Elisabeth verliebte.

1854 heiratete sie ihren Cousin Kaiser Franz Joseph I., wurde aber am Wiener Hof nie ganz glücklich. Während ihr Mann 1856 bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Großglockner aufsteigt, begnügt sie sich mit einem Ritt bis zum Glocknerhaus. Große Sympathien entwickelte sie für das ungarische Volk und setzte sich 1866/1867 verstärkt für den Ausgleich mit Ungarn ein. Nach dem Selbstmord ihres Sohnes Kronprinz Rudolf 1889 dehnte sie ihre schon früher gepflegte Reisetätigkeit noch weiter aus.

Am 9. August 1885 besuchte die Kaiserin die Schmittenhöhe. Daran erinnert noch heute die Elisabethkapelle.

Am 15. Juli 1898 verbrachte Kaiserin Elisabeth auf der Durchreise von Ischl in die Schweiz, während eines kurzen Zwischenstopps in Salzburg, die Wartezeit gemeinsam mit ihrer Hofdame in den Parkanlagen zwischen dem Grand Hôtel de l'Europe und dem Lokalbahnhof. Es war dies ihr letzter Aufenthalt in Österreich, bevor sie am 10. September 1898 am Genfer See in der Schweiz einem Attentat zum Opfer fiel. An diesen Aufenthalt erinnert seither (mit Unterbrechungen) die Sisi-Statue am Bahnhof.

Am 9. September kam Elisabeth auf Einladung der Familie Rothschild nach Genf, Schweiz. Als sie am nächsten Tag auf dem Weg vom Hotel zum Schiff war, mit dem sie nach Caux weiterreisen wollte, stürzte der italienische Anarchist Luigi Lucheni sich auf sie und stieß ihr eine von ihm selbst zugespitzte Feile ins Herz. Der Einstich war so klein, dass er zunächst nicht bemerkt und für einen Faustschlag gehalten wurde. Die Kaiserin erhob sich wieder und ging an Bord des Schiffes. Erst dort brach sie zusammen und starb bald darauf im Hotel, in das sie zurückgebracht worden war.

Lucheni wollte nach eigener Aussage im Verhör ursprünglich den Prinzen Henri Philippe d´Orléans ermorden. Da dieser aber kurzfristig seine Reisepläne änderte und nicht in Genf eintraf, wählte Lucheni Elisabeth zum Opfer, von deren Anwesenheit er zufällig in der Zeitung gelesen hatte, in der sie unter dem Titel Gräfin von Hohenembs als Gast aufgeführt war.

Am 17. September fand die Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft statt. Elisabeths Sarkophag ruht heute neben denen von Franz Joseph und Rudolf.

Kinder

Mit Franz Joseph hatte Elisabeth vier Kinder:

Name Geburtsdatum Todesdatum
Sophie 5. März 1855 29. Mai 1857
Gisela 12. Juli 1856 27. Juli 1932
Rudolf 21. August 1858 30. Jänner 1889
Marie Valerie 22. April 1868 6. September 1924

Denkmal

Am 15. Juli 1901 wurde das Kaiserin-Elisabeth-Denkmal in Salzburg im Park des Grand Hôtel de l'Europe (Salzburg) gegenüber des Staatsbahnhofs (Salzburger Hauptbahnhof) in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph I. feierlich enthüllt.

Literatur

Andics, Hellmut: Die Frauen der Habsburger, Wien 1969
Bankl, Hans: Die kranken Habsburger. Befunde und Befindlichkeiten einer Herrscherdynastie, Wien 1998
Bestenreiner, Erika: Sisi und ihre Geschwister, München 2002
Beutler, Gigi: Die Kaisergruft, Wien 1998
Bourgoing, Jean de: Elisabeth. Kaiserin von Österreich. Herzogin in Bayern, Wien 1956
Corti, Egon Caesar Conte: Elisabeth. 'Die seltsame Frau', Salzburg 1934
Dickinger, Christian: Habsburgs schwarze Schafe. Über Wüstlinge, Schwachköpfe, Rebellen und andere Prinzen, Wien 2000
Dorfmeister, Friedrich Alexander: Kaiserin Elisabeth von Oesterreich. Eine Schilderung ihres Lebens, Wirkens und Sterbens unserer unvergleichlichen Kaiserin nach authentischen Quellen, Wien 1898
Hamann, Brigitte: Elisabeth. Kaiserin wider Willen, Wien 1982
Hamann, Brigitte (Hrsg.): Elisabeth, Bilder einer Kaiserin, München 1982
Hamann, Brigitte (Hrsg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon, München 1988
Hamann, Brigitte (Hrsg.): Kaiserin Elisabeth, Das poetische Tagebuch, Wien 1984
Hamann, Brigitte und Elisabeth Hassmann (Hrsg.): Elisabeth. Stationen ihres Lebens, Wien u.a. 1998
Hammond, Beate: Jugendjahre großer Kaiserinnen. Maria Theresia, Elisabeth, Zita, Wien 2002
Haslip, Joan: Elisabeth von Österreich, München 1966
Havas, Harald: Habsburger Sammelsurium, Wien u.a. 2006
Kramar, Konrad und Petra Stuiber: Die schrulligen Habsburger. Marotten und Allüren eines Kaiserhauses, Wien 1999
Krisch, Laurenz Kaiserin Elisabeth als Kurgast in Wildbad-Gastein, Schriftenreihe des Gasteiner Museums, Bad Gastein 1998
McGuigan, Dorothy Gies: Familie Habsburg. 1273 bis 1918, Wien 1967
Praschl-Bichler, Gabriele und Josef Cachée: „Sie haben's gut, Sie können ins Kaffeehaus gehen!“ Kaiser Franz Joseph ganz privat, Wien 1994
Praschl-Bichler, Gabriele: Die Habsburger in Bad Ischl. Die Württemberger und Hannoveraner am Traunsee, Graz u.a. 1997
Praschl-Bichler, Gabriele: Die Habsburger in Graz, Graz 1998
Praschl-Bichler, Gabriele: Die Habsburger in Salzburg, Graz 1999
Praschl-Bichler, Gabriele: So lebten die Habsburger. Schlösser, Villen, Landsitze, Wien 2002
Praschl-Bichler, Gabriele: Unsere liebe Sisi – Die Wahrheit über Erzherzogin Sophie und Kaiserin Elisabeth – aus bislang unveröffentlichten Briefen, Wien 2008
Praschl-Bichler, Gabriele: Kaiserin Elisabeth - Mythos und Wahrheit, Wien 1996
Praschl-Bichler, Gabriele: Das Familienalbum von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth, Wien 1995
Reifenscheid, Richard: Die Habsburger in Lebensbildern. Von Rudolf I. bis Karl I., Graz 1982
Schad, Martha und Horst Schad (Hrsg.): Marie Valérie von Österreich. Das Tagebuch der Lieblingstochter der Kaiserin Elisabeth von Österreich, München 1998
Schad, Martha: Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter, München 1997
Schad, Martha: Kaiserin Elisabeth von Österreich, München 1998
Schäfer, Martin: Sissi, Glanz und Tragik einer Kaiserin, München 1997
Seydel, Robert: Die Seitensprünge der Habsburger - Liebesrausch und Bettgeflüster einer Dynastie, Wien 2005
Stephan, Renate (Hrsg.): Kaiserin Elisabeth von Österreich 1837–1898, Wien 1998
Thiele, Johannes: Elisabeth, Das Buch ihres Lebens, Bergisch Gladbach 1998
Thiele, Johannes: Elisabeth, Bilder ihres Lebens, Wien 1998
Tschuppik, Carl: Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Wien 1929
Unterreiner, Karin: Kaiser Franz Joseph 1830 - 1916 – Mythos und Wahrheit, Wien 2006
Unterreiner, Karin und Werner Grand: Kaiserzeit – vom Alltagsleben der Habsburger, Erfurt 2008
Unterreiner, Karin: Sisi, Kaiserin von Österreich, Wien 2012
Weissensteiner, Friedrich: Frauen um Kronprinz Rudolf, Wien 1991
Weissensteiner, Friedrich: Frauen auf Habsburgs Thron. Die österreichischen Kaiserinnen 1804–1918, Wien 1998
Weissensteiner, Friedrich: Liebeshimmel und Ehehöllen. Heiraten zwischen Habsburgern und Wittelsbachern, München 1999
Weissensteiner, Friedrich: „Ich sehne mich sehr nach Dir“. Frauen im Leben Kaiser Franz Josephs, Wien 2012
Winkelhofer, Martina: „Sisis Weg - Vom Mädchen zur Frau - Kaiserin Elisabeths erste Jahre am Wiener Hof, München 2021

Quellen