Peter Karl Thurwieser

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Peter Karl Thurwieser
Professor Peter Karl Thurwieser (* 30. Mai 1789 in Kramsach, Tirol; † 25. Jänner 1865 in Salzburg, verunglückt) war Meteorologe, Alpinist und Theologieprofessor in Salzburg.

Leben

Er kam als Sohn des Bestandsmüllers bei der Messingfabrik in Achenrain, Kramsach, Peter Thurwieser und seiner Ehefrau Anna, geb. Pertl, zur Welt. Nach Besuch des Gymnasiums in Hall in Tirol besuchte er von 1808 bis 1810 den philosophischen Jahrgang an der Universität Innsbruck. 1810 trat er in das Priesterseminar in Salzburg ein. 1812 wurde er zum Priester geweiht und übernahm zunächst eine Katechetenstelle in Mülln. Von 1813 1816 war er in Bergheim als Hilfspriester tätig,dann als Koadjutor in Siezenheim.

1820 wurde er zum Professor des Bibelstudiums des alten Bundes und der orientalischen Sprachen am Lyzeum in Salzburg ernannt, wo er 18351836 Lyceal-Rektor[1] wurde. 1864 ging er in Pension.

Bedeutung erlangte Thurwieser als Meteorologe und Bergsteiger. 1822 bis 1862 zeichnete er das Wetter auf und veröffentlichte diese regelmäßig in der „Salzburger Zeitung“. Von 1830 bis 1850 gehörte er zu den erfolgreichsten Erstbesteigern von österreichischen und bayerischen Alpengipfeln. Zu seinen bedeutendsten Unternehmungen zählten u. a. die Besteigung am 17. Oktober 1822 mit dem Jäger Christian Ries als erster Tourist am Gipfel des Ankogels in den Hohen Tauern, der Watzmann-Südspitze, , 1826 die wahrscheinlich erste touristische Besteigung des Hochkönigs (über den heutigen Normalweg durch das Ochsenkar), des Großglockners (mit Simon Stampfer), des Ortlers, des Wilden Kaisers und der Ackerlspitze. 1830 die Erstbesteigung der Schönfeldspitze im Steinernen Meer, 1831 Erstbesteigung des Birnhorns mit dem Wegmacher Stachelberger, am 18. Juli 1834 die Erstbesteigung des Hohen Dachsteins[2] und am 1. September 1840 in Tirol[3]. Mit dem Salzburger Erzbischof Kardinal Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg bestieg er das Wiesbachhorn und den Hohen Tenn.

Gelegentich wurde er bei seinen Touren von Erzherzog Johann von Österreich und von Kardinal Friedrich Fürst zu Schwarzenberg begleitet. Seine Aufzeichnungen und barometrischen Höhenmessungen hatten wesentlichen Anteil an der geografischen Erschließung der Ostalpen.

Ehrungen und Auszeichnungen

1836 wurde er zum Geistlichen Rat ernannt, 1862 mit dem Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet Die Thurwieserspitze am Unteren Trafoiferner in der Ortlergruppe (Südtirol) ist nach ihm benannt.

Am Hotel Gaisbergspitze befand sich eine Thurwieser-Gedenktafel.

Bergbesteigungen

Weblinks

Quellen

→ ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 65, 2014), S. 335f.
  • ANNO, Linzer Abendbote, 8. Februar 1866 - Bergbesteigungen

Fußnoten

  1. Quelle ANNO, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1890, Seite 214
  2. siehe Ennstalwiki → enns:Hoher Dachstein
  3. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 5. September 1906