Chronik

14 Zagreb-Hooligans wegen Wiederbetätigung in Salzburg angeklagt

Die jungen Männer - alle Kroaten oder mit kroatischen Wurzeln und Mitglieder der Ultras von Dinamo Zagreb - sollen bei einer Feier in Salzburg das Hitler-treue Ustascha-Regime verherrlicht haben.

 SN/gepa

Es ist eine brisante und, rechtlich gesehen, höchst ungewöhnliche Anklage nach dem NS-Verbotsgesetz, die der Salzburger Staatsanwalt Marcus Neher nach langen, länderübergreifenden Ermittlungen jetzt beim Landesgericht einbrachte.

Die 26-seitige, noch nicht rechtskräftige Anklage richtet sich gegen 14 Männer im Alter zwischen 22 und 37 Jahren, die laut Ermittlungen Folgendes verbindet: ihre kroatische Herkunft sowie ihre Begeisterung für den Fußballclub Dinamo Zagreb und ihre Affinität zur Hooliganszene. Alle 14, so Neher, verstehen sich als Teil der berüchtigten "Bad Boys Blue", einer Ultra-Fangruppierung Dinamo Zagrebs. Und dort bilden die Angeklagten - weil in Salzburg (drei von ihnen), Wien (3), Deutschland (4) oder der Schweiz (4) wohnhaft - die Splittergruppe der "Exil Boys".

Dass der Staatsanwalt die jungen Männer - zehn haben auch einen kroatischen Pass - wegen Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinne angeklagt hat, ist in einem Treffen von ihnen begründet, zu dem es bereits am 20. und 21. Juni 2015 in Hallein bzw. in Salzburg gekommen war.

Vorwurf 1: Die Männer feierten damals im Hause des Vaters eines der Angeklagten in Hallein. Dort sollen sie die 1929 in Kroatien gegründete faschistische Ustascha-Bewegung, die von 1941 bis 1945 als ein von Adolf Hitler geduldeter, mörderischer Vasallenstaat der Nazis geführt worden war, "verherrlicht bzw. für gut befunden" haben. Konkret hätten sie wiederholt eine "dem Hitlergruß gleichende Geste" gezeigt, die das Ustascha-Regime damals von den Nazis übernommen habe. Dies und das Absingen faschistischer Ustascha-Lieder sei durch Bild- und Videomaterial belegt.

Vorwurf 2: Nach der Feier in Hallein hätten sich die Angeklagten in der Stadt Salzburg auf offener Straße zu einem Erinnerungsfotos aufgestellt, wobei sie wiederum die dem Hitlergruß ähnliche Geste gezeigt hätten.

Neher zufolge ist später, bei gleichzeitig durchgeführten Hausdurchsuchungen bei den Angeklagten in Salzburg, Wien, der Schweiz und Deutschland, nicht nur die faschistische Ustascha-Diktatur verherrlichendes, sondern auch einschlägiges NS-Material sichergestellt worden.

Warum sich die nicht geständigen Angeklagten dabei der Wiederbetätigung nach dem österreichischen Verbotsgesetz schuldig gemacht haben? - Das argumentiert Neher laut Staatsanwaltschaftssprecherin Barbara Fischer in der Anklage sinngemäß so: Die Ustascha-Diktatur sei im Prinzip eine Kopie, eine Nachahmung des Führerstaats von Adolf Hitler gewesen. Das damalige kroatische Regime habe - nach nazideutschem Vorbild - schon 1941 Rassengesetze eingeführt. In den 20 Konzentrationslagern des damaligen unter Duldung Hitlers gegründeten "Unabhängigen Staats Kroatien" (NDH) unter Führung von Ante Pavelic seien Hunderttausende Serben, Juden, Roma sowie Kommunisten ermordet worden. Der Schluss daraus in der Anklage: Es mache rechtlich keinen Unterschied, ob typische Wiederbetätigungen im nationalsozialistischen Sinne sich nun direkt auf das Deutsche Reich beziehen oder auf einen - damaligen - Vasallenstaat.

Sollte die Anklage rechtskräftig werden, müssen sich die 14 Männer vor einem Geschworenengericht verantworten (Vorsitz: Bettina Maxones-Kurkowski). Die drei in Salzburg lebenden Angeklagten werden von RA Kurt Jelinek verteidigt.

Aufgerufen am 09.12.2018 um 09:38 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/14-zagreb-hooligans-wegen-wiederbetaetigung-in-salzburg-angeklagt-26465869

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