Andreas Prommegger

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Andreas Prommegger am Tag des Sports 2013 in Wien
Andreas Prommegger in der Qualifikation des Weltcup Parallelslaloms am Jauerling in Österreich am 13. Jänner 2012

Andreas Prommegger (* 16. November 1980 in St. Johann im Pongau) ist ein Salzburger Snowboarder, 3-facher Gesamtweltcupsieger und Doppelweltmeister.

Karriere

Der Absolvent des Schigymnasiums Stams wechselte 1992 vom Ski- ins Snowboardlager und gehört seit 1995 dem Salzburger Landeskader und seit 1997 dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) an. Er ist beruflich im Heeresleistungssportzentrum Salzburg-Rif beheimatet.

Als Nachwuchsfahrer durfte Prommegger am 11. Jänner 1997 in Lenggries (D) erstmals Weltcupluft schnuppern.

Am 11. Februar 2000 krönte sich Prommegger in Berchtesgaden (D) zum Juniorenweltmeister im Parallel-Riesentorlauf und wiederholte zwei Tage später dieses Kunststück auch im Parallel-Slalom. In der darauffolgenden Saison gewann er die Gesamtwertung im Europacup und fährt seither im Weltcup.

Prommegger gilt als technisch ausgereifter "Gefühlsfahrer", der lange Jahre konstant gute Ergebnisse brachte, ohne jemals zu siegen. 2004 gelang dem Pongauer der Durchbruch im Weltcup, am 8. Februar 2004 fuhr er in Berchtesgaden als Dritter erstmals aufs Podium.

Seine ersten Olympischen Winterspiele in Turin 2006 waren gleichzeitig die ersten für einen St. Johanner Sportler. Als Mitfavorit auf eine Medaille belegte er dort allerdings nur den zu diesem Zeitpunkt enttäuschenden 9. Platz.

Am 19. Jänner 2008 feierte er in seinem 146. Weltcuprennen in La Molina (E) seinen ersten Weltcupsieg. Die Saisonen 2010 und 2011 beendete er jeweils als Zweiter im Parallelweltcup, jeweils hinter seinem niederösterreichischen Teamkollegen Benjamin Karl. Im Winter 2012 lieferte Prommegger mit drei Siegen und fünf weiteren Podestplätzen sein Meisterstück ab: mit einer "Punktlandung" - Rang sechs beim letzten Rennen in Valmalenco (ITA) - sicherte er sich den Gesamtweltcup vor dem Südtiroler Roland Fischnaller. Im darauffolgenden Jahr holte er sich erneut vor Fischnaller die kleine Weltcupkugel im PGS und erneut den Gesamtweltcupsieg, der 2013 erstmals mit einer großen Kugel belohnt wurde. Nach durchwachsenen Saisonen gelang ihm im Februar 2016 überraschend sein 13. Weltcupsieg in der Türkei. Im Februar 2017 gelang ihm bei der Olympia-Generalprobe in Pyeongchang (Südkorea) erneut ein Sieg und mit einem weiteren, wieder in der Türkei, brachte sich Prommegger 2017 sogar noch ins Spiel um den Gesamtweltcup.

Seit 2005 qualifizierte er sich bei sechs WM-Bewerben immer fürs Finale und erreichte dabei stets Top-Ten-Platzierungen. 2007 erreichte er in Arosa (CH), als er Vierter und Fünfter weitere Spitzenplätze bei den Weltmeisterschaften. Auch bei den Weltmeisterschaften 2011 und 2013 verlor er jeweils das Kleine Finale und wurde unbedankter Vierter. Am 15. März 2017 wurde er in der Sierra Nevada (Spanien) erstmals Weltmeister im Parallelslalom. Bereits am darauffolgenden Tage gewann er auch den Parallelriesentorlauf und verließ die Snowboard-WM in der Sierra Nevada als Doppelweltmeister. Mit einem 13. Platz im abschließenden Weltcuprennen in Winterberg (GER) sicherte er sich auch zum dritten Mal den Gesamtweltcup.

Am 6. Jänner 2018 gewann Andreas Prommegger gemeinsam mit Claudia Riegler (Snowboard) bei der Weltcup-Premiere am Ötscher zum Abschluss des Snowboard-Weltcups in Lackenhof in Niederösterreich den Riesentorlauf-Mixed-Teambewerb. Am 13. Jänner 2018 erreichten die beiden beim Team Parallelslalom in Bad Gastein den dritten Platz. Nach einem zweiten Platz beim abschließenden Bewerb in Winterberg (Deutschland) gewann er gemeinsam mit seiner Partnerin Claudia Riegler die Kristallkugel im Parallel-Teambewerb.

Bei den Olympischen Winterspiele 2018 in PyeongChang (Südkorea) reichte es nicht für Edelmetall, dafür gelang ihm in Winterberg ein mehr als versöhnlicher Abschluss einer aufregenden Saison. Platz zwei, und damit der dritte Podestplatz im dritten Bewerb, reichte ihnen für den Gewinn der erstmals ausgetragenen Teamwertung im Weltcup. Das war umso erstaunlicher, weil er angeschlagen ins Rennen gegangen war. Zum Leistenbruch gesellte sich schon vor Olympia ein Bandscheibenvorfall.[1]

Erfolge

Übersicht

  • Weltmeister Parallelriesentorlauf (2017 Sierra Nevada)
  • Weltmeister Parallelslalom (2017 Sierra Nevada)
  • 3x Sieger Gesamtweltcup 2011/2012, 2012/2013 und 2016/2017
  • 2. Platz Gesamtweltcup 2010/2011
  • 3. Platz Gesamtweltcup 2009/2010
  • Sieger PGS Weltcup 2013
  • Sieger Weltcup Team-Bewerb (gemeinsam mit Claudia Riegler)
  • 18 Weltcupsiege (inklusive Team)
  • 45 Podiumsplatzierungen im Weltcup (inklusive Team)
  • 2x Juniorenweltmeister 2000
  • 13 Europacupsiege
  • 1x Europacup-Gesamtsieger 2001
  • 5x österreichischer Meister (zuletzt 2010)

Seine Erfolge im Detail

Weltmeisterschaften

Platzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Datum Ort Disziplin Nation
43. 17.01.1999 Berchtesgaden Snowboardcross GER
10. 24.01.2001 Madonna di Campiglio Parallelriesentorlauf ITA
23. 26.01.2001 Madonna di Campiglio Parallelslalom ITA
22. 28.01.2001 Madonna di Campiglio Snowboardcross ITA
5. 18.01.2005 Whistler Parallelriesentorlauf CAN
9. 19.01.2005 Whistler Parallelslalom CAN
5. 16.01.2007 Arosa Parallelriesentorlauf SUI
4. 17.01.2007 Arosa Parallelslalom SUI
6. 20.01.2009 Gangwon Parallelriesentorlauf KOR
7. 21.01.2009 Gangwon Parallelslalom KOR
20. 19.01.2011 La Molina Parallelriesentorlauf ESP
4. 22.01.2011 La Molina Parallelslalom ESP
5. 25.01.2013 Stoneham Parallelriesentorlauf CAN
4. 27.01.2013 Stoneham Parallelslalom CAN
12. 22.01.2015 Lachtal Parallelslalom AUT
14. 23.01.2015 Lachtal Parallelriesentorlauf AUT
1. 15.03.2017 Sierra Nevada Parallelslalom ESP
1. 16.03.2017 Sierra Nevada Parallelriesentorlauf ESP

Olympische Winterspiele

Platzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Datum Ort Disziplin Nation
9. 22.02.2006 Turin - Bardonecchia Parallelriesentorlauf ITA
9. 26.02.2010 Vancouver - Cypress Parallelriesentorlauf CAN
8. 19.02.2014 Sochi - Rosa Khutor Parallelriesentorlauf RUS
13. 22.02.2014 Sochi - Rosa Khutor Parallelslalom RUS
12. 24.02.2018 PyeongChang Parallelriesentorlauf KOR

Weltcup 2016/2017

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
3. Parallel Slalom Bad Gastein AUT
1. Parallel Riesentorlauf Phoenix PyeongChang KOR
1. Parallel Riesentorlauf Erciyes-Kayseri TUR
Weltcupwertung
Platz Weltcup Punkte
1. Gesamt 4500
2. Parallel Riesentorlauf 3300
5. Parallel Slalom 1200


Weltcup 2017/2018

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
1. Parallel Riesentorlauf Team Lackenhof AUT
3. Parallel Slalom Team Bad Gastein AUT
1. Parallel Riesentorlauf Rogla SLO
3. Parallel Riesentorlauf Bansko BUL
2. Parallel Slalom Team Winterberg GER
Weltcupwertung
Platz Weltcup Punkte
7. Gesamt 3458,20
1. Team-Bewerb 2400,00
7. Parallel Riesentorlauf 2780,00
12. Parallel Slalom 678,20


Weltcup 2018/2019

Podestplatzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)
Platz Disziplin Ort Nation
3. Parallel Slalom PyeongChang KOR
1. Parallel Riesentorlauf PyeongChang KOR


Bilder

 Andreas Prommegger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • Salzburger Nachrichten, 19 März 2018