Georg Stadler (Lehrer)

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OStR. Prof. Dr. phil. Georg Stadler (* 21. März 1919 in Berndorf; † 5. November 1989 in der Stadt Salzburg) war Lehrer, Leiter des Berufspädagogischen Institutes des Bundes in Salzburg und landeskundlicher Autor.

Leben

Stadler wuchs als Sohn eines Käsereiarbeiters mit acht Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf; hier ist die Wurzel des ausgeprägten sozialen Empfindens zu suchen, das in seinen späteren Arbeiten immer wieder zum Ausdruck kommt. Stadler besuchte – für den geistlichen Stand bestimmt – das Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in der Stadt Salzburg. Nach der Matura leistete er von 1939 bis 1945 Kriegsdienst in der deutschen Wehrmacht; durch einen Kopfsteckschuss verlor er das rechte Auge. Nach dem Krieg studierte er an den Universitäten Köln und Innsbruck Geschichte und Erdkunde, 1947 legte er die Lehramtsprüfung ab.

Bis 1952 unterrichtete er an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Salzburg und anschließend an der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe (Annahof).

Als nebenbeschäftigter Lehrer war er von 1964 bis 1969 auch an der Höheren Lehranstalt für Fremdenverkehrsberufe in Kleßheim tätig.

Von 1967 bis 1970 absolvierte er an der Universität Salzburg ein Doktoratstudium, in dem er vor allem Vorlesungen aus Berufspädagogik, Jugendsoziologie und Arbeitspsychologie hörte (1970 Dr. phil.). Seine Dissertation behandelte die kulturgeschichtliche Entwicklung des Salzburger Fremdenverkehrs[1]; sie erschien in erweiterter Form unter dem Titel „Von der Kavalierstour zum Sozialtourismus“ (1975) und wurde mit dem Franz-Triendl-Preis der Salzburger Handelskammer ausgezeichnet. Nach seiner Promotion hielt Stadler als Lehrbeauftragter im Hochschullehrgang der Universität Salzburg für Fremdenverkehrsverwaltung, Fremdenverkehrswerbung und Kongresswesen noch bis 1987 Vorlesungen über die Geschichte des Fremdenverkehrs. Auch in den Fremdenführerlehrgängen des Wirtschaftsförderungsinstituts war Stadler ein begehrter Vortragender.

1974 kam er an das Berufspädagogische Institut des Bundes in Salzburg. Diesem stand er schließlich als Abteilungsleiter bis zu seiner am 1. Oktober 1982 erfolgten Pensionierung vor.

An der Pädagogischen Akademie des Bundes in Salzburg hielt er von 1972 bis 1982 Vorlesungen über „Salzburger Landesgeschichte".

Stadler war unter anderem Obmann der Elternvereinigung von Taxham, Initiator der Sektion für berufsbildende Schulen des Landesverbandes der Elternvereine, Mitglied des Kollegiums des Landesschulrates, Schriftführer (seit 1965) und Vizepräsident (seit 1970) des Salzburger Museumsvereins, Mitglied des Verwaltungsrates des Salzburger Museums Carolino-Augusteum sowie Mitglied des Präsidiums des Salzburger Stadtvereins, dessen Schriftenreihe „Kulturgut der Heimat" und Führungsprogramme er betreute. Seine Bemühungen war es vor allem zu danken, dass Johann Michael Sattlers monumentales Salzburg-Panorama in der Vorhalle des Grand Cafés Winkler aufgestellt wurde.

Als praktischer Pädagoge war Stadler ein Meister in der Kunst, auch schwierige Inhalte wissenschaftlicher Veröffentlichungen für den Lehrbetrieb aufzubereiten. Besonders geschätzt waren seine Stadtführungen und Studienfahrten. Er gab Kunst- und Kirchenführer heraus und schrieb viele Zeitschriftenartikel.

Privat

Stadler hatte aus zwei Ehen fünf Töchter.

Auszeichnungen

Seine Arbeiten trugen ihm hohe Ehrungen ein. Seine profunde Geschichte des Salzburger Bürgerspitals wurde mit dem Stadtsiegel der Landeshauptstadt in Silber honoriert, seine Darstellung der kulturellen Zusammenhänge zwischen Salzburg und Trient, die im Rahmen des zwischen der Autonomen Provinz Trient und dem Land Salzburg 1981 geschlossenen Partnerschaftsabkommens aus einem Forschungsauftrag hervorging, widmete ihm die Provinz ihr Landeswappen.

Das Land Salzburg zeichnete Stadlers pädagogisches und wissenschaftliches Wirken mit dem Ehrenbecher des Landeshauptmanns aus. Seine Heimatgemeinde Berndorf verlieh ihm ihren Ehrenring.

Dr. Georg Stadler war ein hervorragender Vertreter der pädagogischen Provinz unseres Landes, ein redlicher, unermüdlich tätiger Mann, dessen Name in der Kulturgeschichtsschreibung Salzburgs seinen Klang behalten wird. (Kurt Conrad)

Veröffentlichungen

Liste ohne Beiträge in Lehrbüchern, Sammelwerken und Zeitschriften

  • Kunst um Salzburg
Band 1: Flachgau und Rupertiwinkel, Salzburg, 1962
Band 2: TennengauBerchtesgadenBad Reichenhall, Salzburg, 1966
Band 3: Kunst um Salzburg, 3. umgearbeitete Auflage 1986

sowie zusammen mit

  • Ebner, Anton; Partik; Stadler: Lehrbuch der Geschichte für die Unterstufe der Allgemeinbildenden höheren Schulen, drei Bände, Salzburg, 1970
  • Penninger, Ernst; Stadler: Hallein. Ursprung und Geschichte einer Salinenstadt., Salzburg, 1970

sowie

  • diverse Kirchenführer

Quellen

Einzelnachweis

Zeitfolge
Vorgänger

?

Leiter des Berufspädagogischen Instituts
197x–1982
Nachfolger

Herbert Haberl