Hochkönig

Aus Salzburgwiki
(Weitergeleitet von Hochkönigstock)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hochkönig
Karte
Hochkönig, östliche Ansicht vom Dachstein.
Der Hochkönig im Herbst, von der Dientener Straße aus Richtung Mühlbach am Hochkönig.
Bildmitte im Hintergrund der Hochkönig.
Flugaufnahme im Februar 2019.
Im Vordergrund der Hochkönigstock, dahinter rechts befindet sich das Steinerne Meer.
Blick zum Hochseiler
Bauernhaus unterhalb der Mandlwand
Hochkönig, vom Jufen aus aufgenommen.

Der Hochkönig ist ein Gebirgsstock der Berchtesgadener Alpen und zählt zu den Salzburger Kalkhochalpen.

Geografie

Der weithin sichtbare Gebirgsstock erhebt sich zwischen dem Salzachtal im Osten, dem Blühnbachtal im Norden, dem Steinernen Meer im Westen, dem Tal der Urslau im Südwesten, dem Dientner Sattel und dem Mühlbachtal im Süden. Es befindet sich auf den Gemeindegebieten von Werfen, Maria Alm am Steinernen Meer, Dienten am Hochkönig und Mühlbach am Hochkönig.

Der Hochkönigstock ist ein typischer Vertreter des berchtesgadnischen Plateaugebirgstypus und erhebt sich südlich des Blühnbachtales bis zu seinem südlichen Ursprung, welchen man etwa mit der Linie Mitterberg – Dientner Sattel – Filzensattel bezeichnen könnte. Mit seinem Hauptgipfel, dem Hochkönig, der das Matrashaus trägt, erreicht er die beträchtliche Höhe von 2 941 m ü. A., der auch der höchste Berg der Berchtesgadener Alpen ist.

Der Hochkönigstock ragt markant aus der Landschaft und ist weitum aus dem Pongau und Pinzgau sichtbar. Der am südöstlichen Rand der Berchtsgadener Alpen aufragende Gebirgsstock ist Teil des Naturschutzgebiets Kalkhochalpen. Der Bergstock mit seinen Ausläufern befindet sich auf den Gemeindegebieten von Mühlbach am Hochkönig, Werfen und Bischofshofen.

In Sichtweite zum Hauptgipfel ragt keine 700 Meter entfernt westwärts der 2 875 Meter hohe Kummetstein auf, über den der legendäre "Köngisjodler"-Klettersteig führt – mit 1 700 Metern der längste Salzburgs und einer der schwierigsten der Ostalpen. Wenige Meter nördlich des Kummetsteins könnten sich – Bergerfahrung vorausgesetzt – die vier Bürgermeister von Werfen, Maria Alm, Dienten und Mühlbach die Hand reichen ohne ihr Gemeindegebiet zu verlassen.[1]

Die Skitourenabfahrt vom Hochkönig nach Werfen ist mit 16 Kilometern und rund 2&nbsp400 Metern Höhenunterschied die längste in den Ostalpen.

Im östlichen Gebirgsteil dominieren die als Kletterdorado bekannte, scharf gezackte Mandlwand sowie der markante Kalkmonolith der Torsäule (2 587 m ü. A.). Der gewaltige Große Bratschenkopf (2 856 m ü. A.) mit seiner berühmten Südwand (Wetterwand) bildet die Verbindungslinie zwischen Mandlwand und dem Hauptgipfel. Westlich davon erheben sich mit Lamkopf (auch Lammkopf, 2 846 m ü. A.) und Hochseiler (2 793 m ü. A.) weitere bedeutende Kulminationspunkte. Die Torscharte nordwestlich des Hochsailers verbindet den Hochkönigstock mit dem Steinernen Meer. Die Nordabdachung des Bergstocks trägt jenen Gletscher, dessen Name aus der heimischen Sagenwelt ein Begriff geworden ist, die sagenumwobene Übergossene Alm.

Umgrenzung

TenneckSalzach aufwärts bis MitterberghüttenMühlbach aufwärts bis Ort Mühlbach am HochkönigFellersbach – Gerinne gegen Dientner Sattel – Dientner Bach abwärts bis Dorf DientenHochkönig Straße (B 164) über Filzensattel nach HinterthalUrslaubach aufwärts über Enzenalm – Fußweg nördlich SeilerköpflObere und Untere TorscharteBohlensteigTennbodenBlühnbach bis Tenneck.

Berge

Hauptarikel Berge des Hochkönigstocks

Wege und Unterkünfte

Im Hochkönigstock gibt es eine Vielzahl von Wanderwegen, mehrere Unterkünfte und Hütten, welche zum Teil ausgesprochen leicht, einige davon sogar mit dem Fahrzeug zu erreichen sind. Sehr beliebt ist der Almenweg von der Erichhütte am Dientner Sattel zum Arthurhaus am Mitterberg oder die kurze Wanderung vom Parkplatz beim Arthurhaus zur schön gelegenen Mitterfeldalm.

Hotel

Hütten

Die bekanntesten Hütten der Hochkönigregion sind:

Almen und Almhütten

Blienteckalm
Götschenhütte, Grundhütte (Jagdhütte), Grünmaißalm,
Hantingalm, Hölln (Jagdhütte)
Imlbergalm
Kemantenalm, Kopphütte, Köckalm,
Lintalalm, Loimairalm,
Mittereggalm, Mitterfeldalm, Mußbachalm,
Pichlalm, Poschalm,
Riedingalm
Scherzwald (Jagdhütte), Schönalm, Schönbergalm, Sonneckhütte, Stegmoosalm, Steinalm,
Tanngutalm
Wegalm, Widdersbergalm, Windinghütte, Wirtsalm

Steige

Bohlensteig, Herzogsteig, Mooshammersteig,

Höhlen

Hauptartikel Höhlen des Hochkönigs

Gewässer

Hauptartikel Gewässer am Hochkönig

Gräben

Geognosie

Als reiner Kalkberg verdankt auch der Hochkönigstock seine Entstehung den Sedimentablagerungen des Thetysmeeres (vgl. Hagengebirge) während des Mesozoikums. Plattentektonische Bewegungen von Karbonatgesteinen, die zu ungeheuren Schollen zerbarsten, verliehen dem Hochkönig seinen Plateau-Charakter.

Fast das gesamte Hochplateau ist aufgrund der relativ großen Durchschnittshöhe stark verkarstet. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Verwitterungsprozess des Riffkalkes im Bereich der Mandlwand, der Lausköpfe (2 307 und 2 301 m ü. A.) oder auch der Taghaube (2 159 m ü. A.), deren scharf gezackte Formen die Aufmerksamkeit des Betrachters erregen.

Eine Besonderheit dieses Gebirges ist sicherlich sein Gletscher, die Übergossene Alm. Er erstreckt sich auf der Nordseite des Berges bei einer Länge von etwa vier Kilometern namentlich zwischen Hochkönig]-Hauptgipfel und Hochseiler.

Der in seinem obersten Bereich in eine Felswanne eingebettete, zwischen Hauptgipfel und Lamkopf (2 846 m ü. A.) gelegene Zentralgletscher, der im Sommer sogar über einen kleinen Gletschersee verfügt, kann noch einigen Anspruch auf die Bezeichnung eines Plateaugletschers erheben; hier beträgt die durchschnittliche Eisdicke immerhin noch etwa 40, in seinem mächtigsten Teil sogar 50 Meter.

Der Sailergletscher im westlichen Teil besitzt als Vertreter des Hanggletschertypus auch eine Zunge. Angesichts der progressiv fortschreitenden Klimaerwärmung sagen Glaziologen der Übergossenen Alm aber ein ebenso bedauerliches wie baldiges Ende voraus.

Zwei Faktoren haben dazu beigetragen, dass dieser Gletscher nicht durch Karsterscheinungen verschleiert wird. Zum einen seine lange Eisbedeckungen. Und zum anderen der Umstand, dass er bereits höher liegt als es für optimale Karren- oder Dolinenbildungen notwendig wäre. Dennoch gibt es manchmal Sickerquellen. Jedoch verschwindet deren Wasser genauso wie das Schmelzwasser schon nach kurzem Lauf in der Tiefe. Die Entwässerung erfolgt überwiegend in das Blühnbachtal, wo die Kalk-Dolomit-Grenze, die Raibler Schichten und der Gutensteiner Kalk als Quellhorizonte dienen.

Erscheinungen des Hochkarsts finden sich im Steinkar und auf der Karterrasse östlich des Imlaugebirges in 1 900 bis 2 000 m ü. A.

Tier- und Pflanzenwelt

Der Hochkönigstock gilt in seinem südlichen Teil als sehr gut erschlossen. Dennoch trifft der Wanderer auch hier allerwärts auf die bekannten Vertreter der alpinen Fauna und Flora unserer Nördlichen Kalkalpen. Insbesondere der nördliche Teil des Gebirges im Bereich der Ostpreußenhütte wird von Besuchern gewöhnlicherweise weniger stark frequentiert und bietet die einzigartige Möglichkeit, auch Pflanzen und Tieren zu begegnen, welche gewöhnlich nicht überall anzutreffen sind – z. B. wieder angesiedelten Steinböcken oder Steinadlern. Auch der in unseren Breiten seltene Luchs ist im Gebiet des Blühnbachtales in neuerer Zeit wieder heimisch geworden. Da der Hochkönig aufgrund seiner Höhe stärker verkarstet ist als andere Gebirge derselben Region bzw. auch Anteil an der nivalen Stufe hat, ist die Artenvielfalt vielleicht stellenweise etwas geringer als in anderen, vergleichbaren Gebieten.

Geschichte

Die Region rings um den Hochkönig blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in der früheren Bronzezeit, etwa 2 000 Jahre v. Chr. wurden im Gebiet um den Mitterberg Kupfererze gefördert und eine Art frühgeschichtliche Montanindustrie begründet. Hin und wieder mochte es geschehen, dass Jäger und Hirten bis auf die Hochflächen des Gebirges vordrangen.

Die eigentliche Erschließungsgeschichte des Berges beginnt aber erst im 19. Jahrhundert, womit so klingende Namen wie Ludwig Purtscheller oder Hermann von Barth verknüpft sind. Letzterer erreichte den Gipfel im Jahre 1868 über das Birgkar und berichtet davon in seinem Werk Aus den nördlichen Kalkalpen. Die erste touristische Besteigung erfolgte wahrscheinlich 1826 durch den Salzburger Theologieprofessor Peter Karl Thurwieser.

Heute ist der Hochkönig als Wander- und Kletterberg gleichermaßen beliebt; namentlich als Kletterberg hat er sich durch die Pionierarbeit tüchtiger Erschließer, worunter in jüngerer Zeit unter anderen der Bischofshofener Albert Precht zu nennen ist, einen einzigartigen Ruf erworben. Precht hat neben zahlreichen anderen Erstbegehungen auch als Erster den 2 400 m ü. A. gelegenen Stangenkopf in der Mandlwand bezwungen und diesen dem langjährigen Hüttenwirt des Arthurhauses, Peter Radacher zu Ehren am 8. September 2007 inoffiziell auf Radacherspitze umbenannt.

Bilder

 Hochkönig – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Hochkönig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • Hermann von Barth: Aus den nördlichen Kalkalpen, Alpine Verlagsanstalt München, 1926, Antiquariat
  • Albert Precht: Alpenvereinsführer Hochkönig, Bergverlag Rudolf Rother München, 1989, ISBN 3-7633-1259-5
  • Bernd Römmelt, Willi Schwenkmeier Berchtesgadener Alpen, Bergverlag Rother GmbH München, 2006, ISBN 3-7633-7028-5
  • Verbale Beschreibung der Umgrenzung der Teilgruppen des Österreichischen Höhlenverzeichnisses, Stand 08. Jänner 2008, Lukas Plan (Verband Österreichischer Höhlenforscher), pdf
  • Österreichische Karte des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (AMap), im Internet unter www.austrianmap.at/amap abrufbar

Einzelnachweise

  1. Lage dieses Punktes auf AMap